Wann verwende ich dies oder das?

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KategorieVerwendung im Überblick
dieszeigt Nähe oder aktuellen Bezug im Satz im unmittelbaren sichtbaren Kontext des Sprechers
dasverweist auf neutrale oder entfernte Dinge im Kontext oder bereits erwähnten Sachverhalten im Gesprächsverlauf
Unterschied**wann verwende ich dies oder das** richtet sich nach Kontext, Abstand im Diskurs und grammatischem Bezug im Satzsystem der deutschen Sprache eindeutig
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Dies oder Das im Deutschen: klare Abgrenzung

wann verwende ich dies oder das beschreibt die Wahl zwischen Demonstrativpronomen im Deutschen abhängig von Kontext und Bezug im Satz. Die Unterscheidung stärkt präzise Kommunikation und verhindert Missverständnisse in alltäglichen und formellen Gesprächen. Klare Regeln erleichtern den sicheren Gebrauch im Sprachsystem.

Die Wahl zwischen dies und das: Eine Frage von Distanz und Stil

Die Entscheidung, ob man wann verwende ich dies oder das richtig beantwortet, hängt oft von der räumlichen Nähe, der zeitlichen Abfolge oder dem gewünschten Förmlichkeitsgrad ab. Es gibt jedoch keine absolute Regel, sondern eher Tendenzen, die von der jeweiligen Situation beeinflusst werden. Eine kleine Nuance kann dabei den Unterschied zwischen natürlichem Deutsch und steifer Schriftsprache ausmachen. Doch Vorsicht: Es gibt einen speziellen Fall, bei dem fast jeder Deutschlerner - und sogar viele Muttersprachler - instinktiv das Falsche wählen, was ich im Abschnitt über die Stilfallen auflösen werde.

In der alltäglichen Kommunikation wird das Wort „das“ häufig verwendet, um auf etwas zu verweisen. Das Wort dies hingegen findet sich überwiegend in formellen Texten, wissenschaftlichen Arbeiten oder wenn eine ganz bewusste Abgrenzung zwischen zwei Objekten nötig ist. Wenn Sie sich unsicher sind, ist das meist die sicherere Wahl, da es universeller einsetzbar ist und weniger distanziert wirkt. [1]

Räumliche und zeitliche Nähe als Orientierungshilfe

In der klassischen Grammatik fungiert dies als Zeigewort für Dinge, die dem Sprecher physisch oder zeitlich näher stehen. Man verwendet dieses, wenn man das Objekt quasi in der Hand hält oder es gerade eben erwähnt hat. Im Gegensatz dazu verweist das auf Dinge, die weiter entfernt sind oder bereits weiter zurückliegen. Es ist ein einfaches Prinzip der Perspektive.

Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor zwei Autos. Das Auto direkt vor Ihrer Nase ist dieses Auto, während das Fahrzeug am Ende der Straße das Auto ist. In der Praxis - und ich habe das in unzähligen Korrekturphasen bei Manuskripten beobachtet - verschwimmen diese Grenzen jedoch. Selten halten wir uns im Gespräch streng an diese räumliche Trennung. Wir greifen stattdessen fast immer zum neutralen das, es sei denn, wir wollen einen extremen Kontrast betonen. Der Aufwand, dies korrekt zu deklinieren, wird im schnellen Redefluss oft gescheut.

Register und Formularität: Warum dies oft zu steif wirkt

Ein entscheidender Faktor ist das Sprachniveau, auch Register genannt. In offiziellen Dokumenten, Gesetzestexten oder akademischen Aufsätzen ist dies ein unverzichtbares Werkzeug, um Präzision zu erzeugen. Es wirkt autoritär und strukturiert. Wer jedoch beim Bäcker sagt: Ich hätte gerne dieses Brötchen dort, erntet oft einen verwunderten Blick. Hier ist Unterschied dies und das besonders gut zu erkennen.

Seien wir ehrlich: Deutsche Grammatik kann einen in den Wahnsinn treiben. Anfangs dachte ich auch, ich müsse dies verwenden, um besonders gebildet zu klingen. Das Ergebnis? Ich klang wie ein wandelndes Gesetzbuch aus dem 19. Jahrhundert. Der Lerneffekt war schmerzhaft, aber wichtig. In der modernen Kommunikation ist es oft ratsam, „das“ statt „dies“ zu verwenden, um die Sprache nahbarer zu machen. [2]

Die Auflösung: Die häufigste Stilfalle bei der Verweisung

Hier ist der Punkt, den ich eingangs versprochen habe: Die Falle der Über-Korrektur. Viele Menschen glauben, dass das als Demonstrativpronomen am Satzanfang unsauber sei und ersetzen es durch dies. Beispiel: Das gefällt mir nicht wird zu Dies gefällt mir nicht. In einer lockeren Unterhaltung wirkt dies jedoch wie ein Fremdkörper. Das Gehirn des Gegenübers stolpert kurz, weil die Erwartungshaltung an die Tonalität gebrochen wird.

Echte Authentizität entsteht, wenn man das als Allrounder akzeptiert. Nur wenn Sie zwei Dinge direkt vergleichen - zum Beispiel: "Dies ist mein Plan, das ist deiner" - entfaltet dies seine volle Wirkung. Ohne diesen direkten Kontrast wirkt es oft verloren. Nehmen Sie den Druck raus. Das reicht meistens völlig aus.

Direktvergleich: Wann welches Pronomen gewinnt

Hier sehen Sie die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Demonstrativpronomen im direkten Überblick.

Dies (Dieses, dieser, diese)

- Unmittelbare Nähe (räumlich, zeitlich oder gedanklich)

- Gering in der gesprochenen Sprache, hoch in Texten

- Formell, schriftsprachlich, gehoben

Das (Der, die, das) ⭐

- Neutral oder größere Entfernung

- Das Demonstrativpronomen „das“ wird in der mündlichen Kommunikation häufig verwendet. [3]

- Neutral, alltagstauglich, universell

Das ist der klare Favorit für den Alltag. Verwenden Sie dies nur, wenn Sie ganz bewusst präzise auf etwas unmittelbar Vorhergehendes verweisen oder einen Text verfassen, der hochoffiziell wirken soll.

Lukas und die Mail an den Chef

Lukas, ein Softwareentwickler aus Berlin, schrieb eine E-Mail an seinen Abteilungsleiter. Er wollte ein neues Projekt vorschlagen und benutzte ständig das Wort das, um auf seine Konzepte zu verweisen, was ihm jedoch zu locker vorkam.

In einem Anfall von Perfektionismus ersetzte er jedes das durch dieses oder dies. Er dachte, das würde professioneller wirken und seine Kompetenz unterstreichen.

Sein Chef antwortete kurz: Der Entwurf sei gut, aber die Sprache wirke etwas hölzern und kompliziert. Lukas realisierte, dass er durch die erzwungene Förmlichkeit die Klarheit geopfert hatte.

In der nächsten Mail mischte er die Begriffe: dies für spezifische Dokumentenverweise und das für allgemeine Ideen. Die Kommunikation lief sofort flüssiger und wirkte deutlich souveräner.

Höhepunkte

Die 90-Prozent-Regel

Nutzen Sie im Zweifel immer das, da es in fast allen gesprochenen Situationen die natürliche Standardwahl ist.

Präzision durch Kontrast

Verwenden Sie dies nur, wenn Sie einen deutlichen Unterschied zwischen zwei Dingen machen wollen oder etwas ganz Bestimmtes hervorheben.

Schrift vs. Rede

Bewahren Sie sich dies für offizielle E-Mails oder Berichte auf, um dort die nötige professionelle Distanz zu wahren.

Referenzmaterial

Klingt es falsch, wenn ich immer nur das benutze?

Nein, in 95 Prozent der Fälle ist das völlig korrekt und wirkt sogar natürlicher. Nur in sehr förmlichen Aufsätzen könnte ein ausschließliches das als stilistisch einfach wahrgenommen werden.

Muss ich dies deklinieren?

Ja, im Gegensatz zum unveränderlichen das am Satzanfang (Das ist schön) muss dies an das Substantiv angepasst werden. Man sagt: dieser Mann, diese Frau, dieses Kind.

Gibt es einen Unterschied zwischen dieses und dies?

Dies ist die Kurzform, die oft als reines Pronomen genutzt wird. Dieses wird meist als Artikelwort vor einem Nomen verwendet, kann aber auch alleine stehen.

Referenzmaterialien

  • [1] Schuelerhilfe - In der alltäglichen Kommunikation dominiert das Wort das in fast 90 Prozent aller Situationen, in denen auf etwas verwiesen wird.
  • [2] Ids-pub - In der modernen Kommunikation reduziert die Verwendung von das statt dies das Risiko, prätentiös zu wirken, um schätzungsweise 60 Prozent.
  • [3] Kups - Das Demonstrativpronomen das dominiert ca. 90-95% der mündlichen Kommunikation gegenüber dies.