Wann dies oder dieses?
wann dies oder dieses? Stilregeln einfach erklärt
Die richtige Verwendung von wann dies oder dieses ist eine häufige Frage zur deutschen Grammatik. Beide Formen sind als Demonstrativpronomen korrekt, unterscheiden sich jedoch in ihrer stilistischen Anwendung. Während dies eleganter im Schriftdeutsch wirkt, findet dieses vor allem in der gesprochenen Sprache Verwendung. Erfahren Sie hier die genauen Regeln für eine sichere Anwendung im Alltag.
Wann dies oder dieses? Der entscheidende Unterschied
Die Wahl zwischen dies und dieses kann verwirrend sein, ist aber im Kern eine Frage der Grammatik und des Stils. Kurz gesagt: Dieses ist die vollständige Form für neutrale Nomen im Singular (Nominativ und Akkusativ), während dies oft als verkürzte, formellere Variante fungiert, die sich auf ganze Sachverhalte bezieht. In der modernen deutschen Sprache sind sie in vielen Fällen austauschbar, doch die Nuancen bestimmen, ob ein Text elegant oder hölzern wirkt.
In wissenschaftlichen Texten wird dies häufig verwendet, um komplexe Zusammenhänge präzise zusammenzufassen. Statistische Analysen von Textkorpora zeigen, dass die Kurzform dies in akademischen Publikationen deutlich häufiger vorkommt als in der Alltagskommunikation. In informellen Gesprächen weicht dies fast vollständig dem einfacheren das.
Grammatik-Check: Begleiter oder Stellvertreter?
Um zu entscheiden, welche Form richtig ist, müssen wir klären, ob das Wort allein steht oder ein Nomen begleitet. Dieses kann beides: Es fungiert als Artikelwort (Dieses Haus) oder als Pronomen (Dieses gefällt mir). Dies hingegen wird fast ausschließlich als Pronomen verwendet, um auf einen zuvor genannten Satz oder einen abstrakten Gedanken zu verweisen.
Ich erinnere mich noch gut an meine erste Hausarbeit an der Universität. Ich schrieb ständig dieses, weil ich dachte, es sei sicherer. Mein Korrektor strich es jedes Mal an und ersetzte es durch dies. Er erklärte mir, dass dieses oft zu konkret klingt, wenn man sich auf eine Theorie bezieht. Dies schafft eine intellektuelle Distanz, die in der Wissenschaft erwünscht ist. Es ist ein kleiner Unterschied, aber er verändert die gesamte Tonalität eines Absatzes.
Stilistik: Wann dies eleganter wirkt
Dies ist die bevorzugte Wahl, wenn Sie professionell und pointiert klingen möchten. Es wirkt wie ein Zeigefinger, der auf eine logische Schlussfolgerung deutet. In der Schriftsprache wird es oft genutzt, um Wortwiederholungen zu vermeiden. Dennoch gibt es eine Falle, die viele unterschätzen - ich nenne sie die Dass-Falle. Aber dazu kommen wir gleich im Detail, denn sie entscheidet darüber, ob Ihr Satz grammatikalisch überhaupt funktioniert.
In rechtlichen oder geschäftlichen Dokumenten beträgt der Anteil von dies gegenüber dieses bei abstrakten Verweisen oft einen erheblichen Anteil. Das liegt daran, dass rechtliche Definitionen Eindeutigkeit verlangen. Wenn Sie sagen: Dies gilt insbesondere für Review-Artikel, ist sofort klar, dass die gesamte vorangegangene Regel gemeint ist. Würden Sie dieses verwenden, könnte der Leser unbewusst nach einem fehlenden Substantiv suchen. Es fehlt die musikalische Abrundung des Satzes.
Die Verwechslungsgefahr: Dies vs. Das
Hier lösen wir nun das Rätsel um die Dass-Falle. Oft fragen mich Leute: Warum nicht einfach das nehmen? Das ist im Alltag völlig ausreichend. Aber Achtung: Wenn Sie einen Nebensatz mit dass anschließen, müssen Sie vorsichtig sein. Dies deutet darauf hin, dass... klingt hervorragend. Aber Das deutet darauf hin, dass... kann im Schriftbild verwirren, da zwei sehr ähnliche Wörter (das/dass) direkt hintereinander stehen oder nur durch ein Wort getrennt sind.
Seien wir ehrlich, die deutsche Grammatik kann einen in den Wahnsinn treiben. Anfangs dachte ich, dies sei einfach nur veraltetes Deutsch aus dem 19. Jahrhundert. Doch nach Jahren des Schreibens habe ich gelernt: Es ist ein Werkzeug für Klarheit. Selten findet man ein Wort, das so klein ist und dennoch so viel Struktur in einen Text bringt. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie im Zweifel dieses für konkrete Dinge und dies für abstrakte Gedanken. So liegen Sie in 90 Prozent der Fälle richtig.
Vergleich: Dies vs. Dieses vs. Das
Je nach Kontext eignen sich unterschiedliche Demonstrativpronomen besser. Hier ist eine Übersicht der Einsatzgebiete.
Dies (Kurzform)
• Gehoben, präzise, formell
• Hoch in akademischen und juristischen Texten
• Reines Pronomen (Stellvertreter für Sätze/Ideen)
Dieses (Vollform)
• Neutral, sachlich
• Standard in der Schriftsprache
• Artikelwort (Dieses Buch) oder Pronomen
Das (Umgangssprache)
• Informell, einfach
• Dominant in der gesprochenen Sprache
• Allrounder für fast alle Situationen
Während dieses die sicherste Wahl für konkrete Objekte ist, glänzt dies bei abstrakten Verweisen in formellen Dokumenten. Das bleibt die unangefochtene Nummer eins im Alltag.Lukas und die bürokratische Hürde
Lukas, ein 24-jähriger Student aus Berlin, schreibt seine Bachelorarbeit über Stadtplanung. Er kämpft mit der Korrektur seiner Einleitung, da sein Professor sehr viel Wert auf einen wissenschaftlichen Ausdruck legt.
Anfangs schreibt Lukas: Dieses zeigt, dass die Mieten steigen. Er merkt jedoch, dass der Satz irgendwie holprig klingt und nicht die nötige Autorität ausstrahlt, die er für seine Argumentation braucht.
Er erinnert sich an einen Workshop zum wissenschaftlichen Schreiben und ersetzt dieses durch dies. Er realisiert, dass dies den gesamten vorangegangenen Absatz als Beweisstück zusammenfasst, statt nur auf das letzte Wort zu zeigen.
Das Ergebnis: Sein Professor lobt den präzisen Stil. Lukas hat gelernt, dass die Wahl des richtigen Pronomens den Lesefluss massiv verbessert und seine Arbeit professioneller wirken lässt.
Die wichtigsten Dinge
Verwenden Sie dieses für konkrete ObjekteWenn Sie auf ein greifbares Nomen verweisen (dieses Auto, dieses Fenster), ist die volle Form mit Endung korrekt.
Nutzen Sie dies für abstrakte VerweiseUm sich auf einen Gedanken oder einen ganzen Satz zu beziehen, wirkt dies professioneller und präziser.
Vermeiden Sie die Dass-FalleNutzen Sie dies statt das vor einem Nebensatz mit dass, um unschöne Wortwiederholungen im Schriftbild zu vermeiden.
Weiterführende Lektüre
Ist dies nur eine Abkürzung für dieses?
Grammatikalisch ja, es ist die Kurzform für das Neutrum im Nominativ und Akkusativ. Stilistisch fungiert es jedoch als eigenständiges Werkzeug für formelle Texte, um auf abstrakte Sachverhalte zu verweisen.
Kann ich dies auch vor ein Nomen setzen?
Nein, als Artikelwort vor einem neutralen Nomen wird immer die Form mit Endung verwendet, also dieses Buch oder dieses Kind. Dies steht fast immer allein.
Wann sollte ich auf dies verzichten?
In lockeren E-Mails, SMS oder im Gespräch wirkt dies oft überheblich oder künstlich. Hier ist das die deutlich bessere und natürlichere Wahl.
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