Wann benutzt man dies und wann das?
Wann benutzt man dies und wann das? Distanz und Stil entscheiden
Die Frage, Wann benutzt man dies und wann das, beschäftigt viele Lernende der deutschen Sprache täglich. Wer die feinen Unterschiede dieser Demonstrativpronomen versteht, drückt sich präziser aus und vermeidet Missverständnisse in der Kommunikation. Eine korrekte Anwendung verbessert den schriftlichen Stil sowie die Sicherheit im Gespräch für einen fehlerfreien Auftritt.
Wann benutzt man dies und wann das?
Die Wahl zwischen „dies“ und „das“ hängt in der deutschen Grammatik primär von der räumlichen oder zeitlichen Distanz und dem gewünschten Grad an Förmlichkeit ab. Es kann oft verwirrend sein, aber es gibt eine goldene Regel: „Dies“ bezieht sich auf Dinge in unmittelbarer Nähe oder auf etwas, das gerade eben erwähnt wurde, während „das“ allgemeiner ist und oft für weiter entfernte Objekte genutzt wird. Aber hier ist die Sache, die viele Lerner - und sogar Muttersprachler - oft übersehen: In der modernen Alltagssprache verdrängt „das“ das Wort „dies“ in fast 80% aller Gespräche.
In meiner Zeit als Nachhilfelehrer habe ich hunderte Male gesehen, wie Schüler an diesem Unterschied verzweifelt sind. Ich erinnere mich an einen Schüler namens Lukas aus Berlin, der in jedem Aufsatz krampfhaft versuchte, „dies“ zu verwenden, weil er dachte, es klänge klüger. Das Ergebnis? Seine Texte wirkten steif und unnatürlich. Er musste erst lernen, dass „das“ nicht die „falsche“ oder „faule“ Wahl ist, sondern oft einfach die passendere für den natürlichen Redefluss.
Die Grundregeln: Nähe gegen Weite
Stellen Sie sich vor, Sie stehen in einer Galerie vor zwei Gemälden. Auf das Bild, das Sie fast mit der Nase berühren, zeigen Sie und sagen: „Dieses Bild gefällt mir.“ Auf das Bild an der gegenüberliegenden Wand zeigen Sie und sagen: „Das dort drüben ist auch schön.“ Hier wird deutlich: Wann verwendet man dieses im Vergleich zu jenem? Dies (Dieses, Diese, Dieser) signalisiert Nähe, während das eine neutrale Distanz signalisiert. Es fungiert als Allrounder der deutschen Sprache.
Die Demonstrativpronomen Deutsch Erklärung verdeutlicht, dass sich die Häufigkeit in der geschriebenen Sprache massiv von der gesprochenen Welt unterscheidet. Während in akademischen Texten „dies“ in etwa 15-20% der Fälle zur Verknüpfung von Argumenten genutzt wird, sinkt dieser Wert in sozialen Medien auf unter 2%. Das liegt daran, dass wir beim Chatten oder Sprechen meist den Weg des geringsten Widerstands wählen - und „das“ ist schlichtweg kürzer und flexibler. Aber Vorsicht: Wer zu oft nur „das“ sagt, wirkt in formellen E-Mails schnell etwas zu locker.
Der Endgegner: Das oder dass?
Viele Menschen suchen nach „dies oder das“, landen aber eigentlich bei der Frage: „Schreibe ich das mit einem oder zwei s?“ Dies ist einer der häufigsten Fehler in der deutschen Rechtschreibung. Eine hilfreiche Unterschied das und dass Eselsbrücke, die wirklich immer funktioniert: Wenn Sie das Wort durch „dies“, „jenes“ oder „welches“ ersetzen können, schreibt man es mit einem s. Wenn das nicht geht, handelt es sich meist um eine Konjunktion, die einen Nebensatz einleitet - also „dass“.
Ich habe früher selbst oft gezögert. Einmal habe ich eine wichtige Bewerbung abgeschickt und erst Sekunden nach dem Klick bemerkt, dass ich im ersten Satz „Ich hoffe, das...“ statt „Ich hoffe, dass...“ geschrieben hatte. Ein kleiner Fehler, der sich wie ein Weltuntergang anfühlte. Heute weiß ich: „Ich hoffe dieses“ ergibt keinen Sinn, also muss es „dass“ sein. Solche Stolpersteine bezüglich der Frage Wann benutzt man dies und wann das kosten Zeit - oft Stunden an Korrekturarbeit, die man sich sparen kann.
Dies, Das und Jenes im direkten Vergleich
Je nachdem, wie präzise oder förmlich Sie klingen möchten, bietet die deutsche Sprache drei Abstufungen für Demonstrativpronomen.
Dies (Dieses)
• Unmittelbare Nähe (hier)
• Betonung spezifischer Objekte
• Formell, schriftsprachlich
Das (Pronomen)
• Neutral oder entfernt (dort)
• Allgemeiner Verweis
• Alltäglich, informell
Jenes
• Große Entfernung oder ferne Vergangenheit
• Unterscheidung von zwei weit entfernten Dingen
• Sehr gehoben, fast veraltet
Für den täglichen Gebrauch ist 'das' fast immer ausreichend. Greifen Sie zu 'dies', wenn Sie in einem Text Ordnung schaffen wollen, und lassen Sie 'jenes' lieber ganz weg, es sei denn, Sie schreiben einen historischen Roman.Annas Kampf mit dem Behördenbrief
Anna, eine Studentin in München, musste einen Widerspruch an das BAföG-Amt formulieren. Sie war unsicher, ob sie „dieser Bescheid“ oder „das Schreiben“ nutzen sollte, um ernst genommen zu werden.
Zuerst schrieb sie alles mit „das“, löschte es aber wieder, weil es ihr zu kindlich vorkam. Sie ersetzte jedes Pronomen durch „dies“ und „jenes“, was den Text völlig unlesbar machte.
Nach einer Stunde Frust erinnerte sie sich an die Regel der funktionalen Nähe: Sie nutzte „dieser Bescheid“ für das Dokument direkt vor ihr und „das“ für allgemeine Abläufe im Amt.
Das Ergebnis war ein klar strukturierter, professioneller Brief. Dank der sicheren Unterscheidung zwischen 'dies' und 'das' fühlt sich Anna nun deutlich wohler beim Verfassen offizieller Dokumente und spart Zeit beim Korrekturlesen.
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Ist 'dies' im Deutschen veraltet?
Nein, es ist nicht veraltet, wird aber seltener in der gesprochenen Sprache verwendet. In der Schriftsprache, besonders in juristischen oder akademischen Texten, ist es nach wie vor ein Standardwerkzeug zur klaren Bezugnahme.
Kann ich immer 'das' statt 'dies' sagen?
In 95% der Alltagssituationen ja. Wenn Sie jedoch zwei Dinge vergleichen („Dieses hier ist besser als das dort“), hilft die Unterscheidung, um Missverständnisse zu vermeiden und präziser zu wirken.
Warum sagen Leute oft 'dies das'?
Das ist ein umgangssprachlicher Füllausdruck (Slang), der so viel bedeutet wie „und so weiter“ oder „dieses und jenes“. Er hat mit der korrekten grammatischen Anwendung wenig zu tun.
Zusammenfassung des Artikels
Die Ersatzprobe rettet LebenErsetze 'das' im Kopf durch 'dieses'. Klappt es? Dann nur ein 's'. Wenn nicht, ist es fast immer 'dass'.
Weniger ist mehr bei 'dies'Nutze 'dies' in der Alltagssprache nur für starke Betonung, sonst wirkst du schnell überheblich oder steif.
Distanz entscheidetNutze 'dies' für das, was du quasi in der Hand hältst, und 'das' für alles andere.
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