Woher kommt der Begriff Ich mache blau?

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Die Redewendung blau machen hat ihren Ursprung im Färberhandwerk früherer Jahrhunderte. Stoffe wurden in der Regel in einem Bad aus Indigo gefärbt und mussten anschließend an der Luft trocknen. Während der Oxidation färbten sich die Stoffe blau. Färbergesellen hatten während dieser Wartezeit keine Arbeit und gelten deshalb als die Urheber dieser Bezeichnung für eine bewusste Auszeit von der täglichen Arbeit.
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Woher kommt der Begriff blau machen: Die Herkunft

Die Redewendung blau machen beschreibt das Fernbleiben von der Arbeit. Viele Menschen nutzen diese Ausdrucksweise im Alltag, kennen jedoch die historische Bedeutung dahinter nicht. Wer die Geschichte der deutschen Sprache schätzt, erkennt in dieser Redensart interessante Einblicke in die traditionellen Handwerksberufe und ihre damaligen Arbeitsabläufe.

Woher kommt der Begriff Blau machen?

Der Begriff blau machen bedeutet heute, unentschuldigt der Arbeit oder Schule fernzubleiben. Er kann sich auf verschiedene historische Faktoren beziehen, doch die wahrscheinlichste Erklärung liegt im mittelalterlichen Färberhandwerk. Dabei war das blau machen ursprünglich kein Faulenzen, sondern ein technisch notwendiger Teil des Arbeitsprozesses.

Interessanterweise hat sich die Bedeutung über Jahrhunderte gewandelt. Was früher eine arbeitsreiche Wartezeit war, assoziieren wir heute mit einem freien Tag auf eigene Faust. Aber wie genau wurde aus einem chemischen Prozess eine Ausrede für Schwänzer?

Die Färber und der Blaue Montag

Im Mittelalter nutzten Färber Pflanzen wie Waid oder Indigo, um Stoffe blau zu färben. Dieser Prozess war äußerst zeitaufwendig und erforderte ein spezielles Färbebad. Die Stoffe wurden meist am Sonntag in die Küpe - so nannte man den Gärbottich - gelegt. Damit die Farbe ihre volle Leuchtkraft entfalten konnte, mussten die Textilien am nächsten Tag an der Luft trocknen.

Hier geschah das Wunder: Die Stoffe waren im Bad zunächst gelblich und verfärbten sich erst durch den Kontakt mit Sauerstoff blau. Da die Gesellen während dieser Oxidationsphase am Montag buchstäblich nichts tun konnten, außer dem Stoff beim Blauwerden zuzusehen, hatten sie faktisch frei. Dieser freie Tag etablierte sich als blauer montag ursprung. Ich habe mich oft gefragt, ob die Handwerker damals wussten, dass sie damit eine Redewendung für die Ewigkeit schaffen würden. Wahrscheinlich waren sie einfach nur froh über die Pause.

Ein geruchsintensiver Prozess

Der Gärprozess war alles andere als appetitlich. Um den Farbstoff aus den Waidpflanzen zu lösen, wurde Urin verwendet. Die chemische Reaktion dauerte Stunden. Da die Arbeit so intensiv war, galt für Färber oft das Sonntagsarbeitsverbot nicht in vollem Maße. Als Ausgleich für die Sonntagsarbeit wurde ihnen der Montag zugestanden. Man könnte sagen, das blau machen herkunft war der Vorläufer unseres modernen Freizeitausgleichs - nur deutlich geruchsintensiver.

Mythen rund um den Alkohol

Es hält sich hartnäckig die Legende, dass die Färber Unmengen an Alkohol trinken mussten, damit ihr Urin die nötige chemische Zusammensetzung für die Gärung hatte. Da wer blau ist im Deutschen auch betrunken bedeutet, liegt diese Vermutung nahe. In der Sprachwissenschaft gilt diese Theorie jedoch als weniger haltbar. Es war schlichtweg der zeitliche Ablauf der Oxidation, der den Ausschlag gab.

Ich habe diese Geschichte früher selbst geglaubt - sie klingt einfach zu amüsant. Aber in der Realität war die Chemie des Färbens wohl eher eine Frage von Geduld und Sauerstoff als von Bierkonsum. Dennoch zeigt es, wie eng Sprache und Alltagskultur miteinander verknüpft sind. Manchmal ist die Wahrheit eben etwas nüchterner als die Legende.

Der Bedeutungswandel im 19. Jahrhundert

Bis ins 19. Jahrhundert blieb der blaue Montag eine anerkannte Tradition vieler Zünfte. Handwerksgesellen nahmen sich diesen Tag oft gewohnheitsmäßig frei, auch wenn die technischen Gründe des Färbens längst nicht mehr für alle Branchen galten. Mit der Industrialisierung und strengeren Arbeitszeiten wurde dieses Verhalten jedoch zunehmend als Arbeitsverweigerung angesehen.

Heute hat der Begriff seine handwerkliche Wurzel fast völlig verloren. Wenn wir heute blau machen, meinen wir meist das bewusste Fernbleiben ohne triftigen Grund. Aber hinter jedem geschwänzten Tag steckt ein Stück Geschichte eines der ältesten Handwerke der Welt. Ein kleiner Trost für das schlechte Gewissen?

Theorien zur Herkunft im Vergleich

Es gibt mehrere Erklärungsansätze für die Entstehung der Redewendung, die sich in ihrer wissenschaftlichen Anerkennung unterscheiden.

Färber-Theorie (Favorit)

  • Historisch gut dokumentiert durch Zunftordnungen
  • Oxidationsprozess der Stoffe an der Luft am Montag
  • Gilt als die wissenschaftlich anerkannteste Erklärung

Alkohol-Theorie

  • Eher volkstümliche Etymologie ohne schriftliche Belege
  • Zusammenhang zwischen Urinspende und Alkoholkonsum
  • Wenig wahrscheinlich, eher eine nachträgliche Verknüpfung
Während die Geschichte vom betrunkenen Färber unterhaltsam ist, bleibt die Färber-Theorie aufgrund der technischen Abläufe im Mittelalter am plausibelsten. Der blaue Montag war eine reale handwerkliche Notwendigkeit.

Lukas und das Missverständnis am Montag

Lukas, ein Auszubildender in einer modernen Textilreinigung in Berlin, hörte seinen Chef sagen, dass sie am Montag blau machen würden. Voller Vorfreude auf ein verlängertes Wochenende blieb Lukas zu Hause und schaltete sein Handy aus.

Am Dienstag folgte der Schock: Eine Abmahnung drohte. Lukas hatte die Redewendung wörtlich genommen, während sein Chef lediglich meinte, dass eine große Charge Blaumann-Arbeitskleidung gefärbt werden müsse.

Nach einem klärenden Gespräch wurde Lukas klar, dass Fachbegriffe im Handwerk oft tückisch sind. Sein Chef lachte schließlich über das Missverständnis, bestand aber darauf, dass Lukas die versäumte Zeit am Samstag nachholte.

Lukas lernte auf die harte Tour, dass blau machen heute fast nur noch negativ besetzt ist. Die verlorene Freizeit und der Stress mit der Abmahnung lehrten ihn, in Zukunft lieber zweimal nachzufragen, bevor er das Bett hütet.

Möchtest du mehr über diese Redensart erfahren? Dann schau dir hier an, warum sagt man blau machen?

Zusammenfassung des Artikels

Handwerkliche Wurzeln

Die Redewendung stammt aus der Zeit, als Stoffe an der Luft blau wurden und die Arbeiter warten mussten.

Der Blaue Montag war offiziell

Früher war dies ein akzeptierter freier Tag für Handwerker als Ausgleich für Sonntagsarbeit.

Kein alkoholischer Ursprung

Die Verbindung zum Betrunkensein ist zwar populär, aber historisch gesehen nicht der Hauptgrund für den Begriff.

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Was bedeutet blau machen heute?

Heute nutzt man den Begriff, wenn jemand ohne Krankmeldung oder Genehmigung nicht zur Arbeit oder zur Schule erscheint. Es ist ein Synonym für schwänzen oder feiern.

Ist blau machen ein Kündigungsgrund?

Ja, unentschuldigtes Fehlen kann arbeitsrechtliche Konsequenzen haben. In der Regel folgt erst eine Abmahnung, im Wiederholungsfall ist jedoch eine Kündigung möglich.

Warum ist der Montag der blaue Tag?

Das liegt am historischen Arbeitsrhythmus der Färber. Da sie sonntags arbeiteten, war der Montag der Tag, an dem die Farbe trocknete und die Arbeit ruhte.