Woher kommt ich mach blau?
Woher kommt blau machen? 400 Euro und die eklige Geschichte
Die Redewendung woher kommt blau machen stammt aus dem mittelalterlichen Färberhandwerk. Färbergesellen mussten montags die gefärbten Stoffe trocknen lassen, was ihnen erzwungene Freizeit bescherte. Heute bezeichnet blau machen unentschuldigtes Fehlen am Arbeitsplatz, das Unternehmen teuer zu stehen kommt.
Die faszinierende Herkunft von "blau machen"
Die Redewendung herkunft blaumachen (der Arbeit unentschuldigt fernbleiben) stammt aus dem mittelalterlichen Färberhandwerk. Weil die mit Färberwaid behandelten Stoffe montags an der frischen Luft trocknen und oxidieren mussten, um ihre blaue Farbe zu erhalten, hatten die Gesellen an diesem Tag erzwungene Freizeit.
Heute ist unentschuldigtes Fehlen ein massives wirtschaftliches Problem. Ein einziger unentschuldigter Fehltag kostet ein Unternehmen durchschnittlich 400 Euro.[1] Aber die historische Geschichte hinter dem Begriff ist weitaus faszinierender - und ehrlich gesagt ziemlich eklig. Ich werde Ihnen im nächsten Abschnitt zeigen, warum dieser Prozess den Arbeitern so viel Freizeit bescherte.
Das mittelalterliche Färberhandwerk: Urin, Waid und viel Geduld
Seien wir ehrlich - das Mittelalter roch nicht besonders gut. Um Textilien leuchtend blau zu färben, brauchte man im europäischen Raum vor allem zwei Dinge. Erstens: Färberwaid, eine einheimische Pflanze. Zweitens: menschlichen Urin. Sehr viel davon.
Die Blätter des Waids wurden mit dem Urin übergossen und in großen Bottichen in der Sonne vergoren. Der im Urin enthaltene Ammoniak und Alkohol beschleunigte die Gärung, wodurch sich der wasserlösliche Farbstoff aus der Pflanze löste.
Der Zaubertrick der Oxidation
Ich habe mir früher immer vorgestellt, dass Färben eine saubere, fast schon künstlerische Arbeit war. In Wirklichkeit - und das hat mich bei meiner Recherche echt überrascht - war es ein stinkender, wochenlanger Prozess. Die Gesellen mussten die beißende Brühe tagelang umrühren.
Am Sonntag ruhte die Arbeit, und der Stoff lag im Bottich (der sogenannten Küpe), um die Farbe aufzusaugen. Wenn man das Tuch am Montagmorgen herauszog, war es seltsamerweise leuchtend gelb. Erst durch die Reaktion mit dem Sauerstoff in der Luft - die Oxidation - färbte sich das Tuch langsam blau. Das war reine Chemie.
Während der Stoff stundenlang trocknete, konnten die Arbeiter nichts weiter tun als zusehen. Sie machten wörtlich blau. Dieser arbeitsfreie Tag etablierte sich schnell als die blauer montag bedeutung gebende Epoche.
Der Rausch am Blauen Montag: Wenn Freizeit zu Alkohol wird
Was macht man an einem freien Tag im Mittelalter? Man trinkt. Da die Gesellen am Montag ohnehin stundenlang warten mussten, nutzten sie die willkommene Zeit oft für ausgiebigen Alkoholkonsum.
Warum sagt man blau machen? Viele glauben, dass der Begriff blau sein (betrunken sein) völlig unabhängig davon entstand. Aber hier wird es interessant: Beide Redewendungen hängen eng zusammen. Der Alkohol half den Färbern beim Zeitvertreib. Noch skurriler ist die Tatsache, dass die Gesellen oft gezielt Bier tranken, um besonders alkoholhaltigen Urin für das nächste Farbbad zu produzieren.
Historische Aufzeichnungen zeigen, dass in einigen Textilzünften bis zu 30 % der regulären Arbeitszeit durch solche prozessbedingten oder wetterbedingten Pausen ausfielen. Der Blaue Montag wurde so über die Jahrhunderte zum festen Synonym für einen arbeitsfreien, oft verkaterten Wochenstart.
Wirtschaftliche Folgen in der modernen Arbeitswelt
Heute hat das Blaumachen seine handwerkliche Unschuld komplett verloren. Es bedeutet schlichtweg unentschuldigtes oder vorgetäuschtes Fehlen am Arbeitsplatz, oft gekoppelt mit einem verlängerten Wochenende.
Etwa 4,5 % der Arbeitnehmer geben in anonymen Befragungen zu, mindestens einmal im Jahr ohne echte Krankheit zu Hause zu bleiben, was die Frage woher kommt blau machen aktueller denn je macht. Montags und freitags sind die Ausfallzahlen um fast 40 % höher als an normalen Tagen unter der Woche.[4] Das belastet nicht nur die Wirtschaftsebene, sondern vor allem die Kollegen, die die liegengebliebene Arbeit auffangen müssen.
Ich habe früher auch schon mal mit dem Gedanken gespielt, einfach den Wecker auszustellen und liegen zu bleiben. Wer nicht? Aber wenn man die Belastung für das Team bedenkt, verliert die Idee schnell ihren Reiz. Ein ehrliches Gespräch über Überlastung ist meistens der bessere Weg.
Die drei Haupttheorien zur Herkunft im Vergleich
Obwohl das Färberhandwerk die bekannteste und wissenschaftlich plausibelste Erklärung ist, diskutieren Sprachforscher noch zwei weitere historische Ursprünge für die Redewendung.Färberhandwerk (Wahrscheinlichste Theorie) ⭐
Erzwungene Freizeit während der Oxidation des Stoffs an der Luft
Sehr hoch, da Textilherstellung im Mittelalter ein dominanter Wirtschaftszweig war
Trocknungsprozess der Waidfärber am Montag
Alkoholkonsum (Blau sein)
Der Zustand der Trunkenheit ("blau") verhinderte die Arbeit am Montag
Wird oft als ergänzende Theorie zur Färber-Geschichte gesehen
Ausschweifungen der Handwerksgesellen am Wochenende
Kirchliche Tradition
Kirchen wurden an bestimmten arbeitsfreien Feiertagen mit blauen Tüchern geschmückt
Weniger plausibel für den allgemeinen Sprachgebrauch der Arbeiterschaft
Der "Blaue Montag" in der Fastenzeit
Die Färber-Theorie ist unter Historikern weitgehend als Ursprung anerkannt. Die Theorie des Alkoholkonsums schließt diese jedoch nicht aus - vielmehr bedingten die Wartezeiten der Färber oft das Trinken, was beide Erklärungen historisch miteinander verschmilzt.Von der Erschöpfung zur ehrlichen Pause
Thomas, ein 34-jähriger IT-Administrator aus München, meldete sich an einem Montag im November 2025 krank, obwohl er keine körperlichen Symptome hatte. Er nannte es vor sich selbst "blau machen", weil ihn eine Systemumstellung am Wochenende völlig ausgelaugt hatte und er dem Büro entfliehen wollte.
Sein erster Versuch der Erholung war, sich ins Bett zu legen und Filme zu schauen. Doch das schlechte Gewissen hielt ihn wach. Er checkte heimlich seine Firmen-E-Mails, las Nachrichten vom Team und trieb seinen Stresspegel damit nur noch weiter in die Höhe. Die Pause brachte absolut nichts.
Gegen Nachmittag erkannte er das Problem: Ein heimlicher Fehltag funktioniert nicht, wenn man mental im Büro bleibt. Er schaltete das Diensthandy komplett ab, ging zwei Stunden an der Isar spazieren und akzeptierte, dass mentale Erschöpfung ein echter Grund für eine Auszeit ist, kein bloßes Schwänzen.
Das Ergebnis war erstaunlich. Am Dienstag kehrte er mit klarem Kopf zurück und löste ein hartnäckiges Netzwerkproblem in nur zwei Stunden - eine Aufgabe, an der er am Freitag noch verzweifelt war. Er lernte, dass eine proaktive Kommunikation über Überlastung weitaus effektiver ist als heimliches Blaumachen.
Referenzmaterial
Haben "blau machen" und "blau sein" den gleichen Ursprung?
Ja, die beiden Redewendungen sind historisch eng verknüpft. Die Färbergesellen tranken an ihrem freien Montag oft reichlich Alkohol, während sie auf das Trocknen der Stoffe warteten, was die Begriffe miteinander verschmolz.
Ist unentschuldigtes Blaumachen ein Kündigungsgrund?
Absolut. Wer seiner Arbeit ohne triftigen Grund fernbleibt oder eine Krankheit nur vortäuscht, riskiert eine fristlose Kündigung. Das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber wird durch diesen Betrug massiv zerstört.
Gibt es den blauen Montag im Handwerk heute noch?
Nein, im wörtlichen handwerklichen Sinn existiert er nicht mehr. Die Erfindung synthetischer Farben im 19. Jahrhundert beschleunigte den Färbeprozess so sehr, dass die erzwungenen Wartezeiten für die Gesellen komplett entfielen.
Höhepunkte
Handwerklicher UrsprungDie Redewendung stammt von mittelalterlichen Waidfärbern, deren Stoffe montags an der Luft oxidieren mussten, was den Gesellen einen freien Tag bescherte.
Ekliger ProzessDer blaue Farbstoff konnte nur durch einen wochenlangen Gärungsprozess unter Zugabe von großen Mengen menschlichen Urins aus der Pflanze gelöst werden.
Enorme Kosten heuteWas früher ein normaler Arbeitsprozess war, kostet Unternehmen heute durchschnittlich 400 Euro pro Fehltag und stellt ein ernstes wirtschaftliches Problem dar.
Referenzdokumente
- [1] Vitalpro - Ein einziger unentschuldigter Fehltag kostet ein Unternehmen durchschnittlich 400 Euro.
- [4] Aerztezeitung - Montags und freitags sind die Ausfallzahlen um fast 40 % höher als an normalen Tagen unter der Woche.
Kommentar zum Antwort:
Vielen Dank für Ihr Feedback! Ihr Kommentar hilft uns, die Antworten in Zukunft zu verbessern.