Warum sagt man blau machen?

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Die Frage, warum sagt man blau machen, beschreibt einen rein umgangssprachlichen Begriff für unentschuldigtes Fehlen am Arbeitsplatz ohne offiziellen Status. Dieses in der modernen Arbeitswelt als Absentismus bekannte Phänomen verursacht in Industrienationen jährliche wirtschaftliche Schäden im Milliardenbereich. Es bleibt oft mit einem schlechten Gewissen verbunden, wobei nicht jeder freie Tag rechtlich gesehen als ein unentschuldigtes blau machen gilt.
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Warum sagt man blau machen? Absentismus kostet Milliarden

Der Begriff warum sagt man blau machen ist tief in der Alltagssprache verwurzelt und beschreibt unentschuldigtes Fehlen am Arbeitsplatz. Solche Abwesenheiten führen oft zu Spannungen im Team und belasten das Verhältnis zum Arbeitgeber spürbar. Wer die Hintergründe dieser Verhaltensweisen versteht, vermeidet berufliche Risiken und schützt die eigene Reputation im Unternehmen. Informieren Sie sich hier über die Fakten.

Warum sagt man blau machen? Die Antwort kurz gefasst

Der Begriff blau machen leitet sich ursprünglich vom sogenannten blauen Montag ab, einem arbeitsfreien Tag, den vor allem Handwerksgesellen im 19. Jahrhundert genossen. Während heute damit das unentschuldigte Fernbleiben von der Arbeit gemeint ist, war es früher ein fest etablierter, wenn auch oft inoffizieller Brauch. Hinter der Farbwahl steckt zudem eine interessante Theorie aus dem Bereich der Färberei, die im weiteren Verlauf erläutert wird.

Heute hat sich die Bedeutung gewandelt. Wer blau macht, simuliert meist eine Krankheit oder nimmt sich ohne Absprache frei. Interessanterweise geben in anonymen Umfragen rund 8% der Arbeitnehmer zu, schon einmal ohne echten Krankheitsgrund der Arbeit fernzubleiben.[1] Das zeigt, dass die Redewendung auch nach Jahrhunderten nichts an Aktualität verloren hat. Aber woher kam dieser seltsame Name für das Faulenzen wirklich?

Die Theorie der Färber: Mythos oder Wahrheit?

Die wohl bekannteste Erklärung führt uns zurück in die Werkstätten der Schönfärber des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Diese Handwerker färbten Stoffe mit Waid oder Indigo. Der Prozess war chemisch komplex: Die Stoffe mussten zunächst in einem gelblichen Bad aus Farbstoff und Urin eingeweicht werden. Erst wenn man die Textilien zum Trocknen an die Luft hängte, verwandelte sich die Farbe durch Oxidation von Gelb in ein tiefes Blau.

Während dieser Zeit - oft an einem Montag - hatten die Färber buchstäblich nichts zu tun. Sie mussten warten, bis der Sauerstoff seine Arbeit verrichtete. Man sagt, sie hätten diese Zwangspause genutzt, um Alkohol zu trinken, was den Prozess durch den Urin (der durch Alkoholgenuss chemisch günstiger wurde) sogar beschleunigt haben soll. Historisch betrachtet halten viele dieser populären Erklärungen jedoch einer wissenschaftlichen Prüfung oft nicht stand.

Tatsächlich dauerte die Oxidation an der Luft meist nur kurz. Das reicht kaum für einen ganzen freien Tag aus. Die Forschung geht heute davon aus, dass die färber theorie blau machen eine so genannte Volksetymologie ist - eine Geschichte, die sich die Leute später ausgedacht haben, weil sie so gut klang. Der wahre Ursprung liegt wahrscheinlich tiefer in der kirchlichen Tradition.

Der blaue Montag und die Zünfte

Die historisch sicherere Spur führt uns zum blauer montag ursprung. Im Mittelalter war der Montag für viele Handwerker ein Tag der Arbeitsruhe, oft um Besorgungen zu machen oder sich von der harten Woche zu erholen. In der Fastenzeit wurden die Altäre in den Kirchen mit blauen Tüchern (der Farbe der Buße) verhängt. Der Montag vor dem Aschermittwoch hieß daher Blauer Montag. Später dehnten die Gesellen diesen freien Tag auf das ganze Jahr aus.

Die Zünfte versuchten zwar oft, diesen Müßiggang zu verbieten, aber die Tradition war stärker. Im 18. Jahrhundert war der blaue Montag so fest verwurzelt, dass er sogar gesetzlich bekämpft wurde. Dennoch blieb die redewendung blau machen geschichte im Sprachgebrauch hängen. Es ist faszinierend: Was als kirchlicher Brauch begann, wurde zum Akt des Widerstands gegen die aufkommende industrielle Arbeitsdisziplin.

Wie man den Begriff heute richtig verwendet

Seien wir ehrlich: Wenn man sich fragt warum heißt es heute mache ich blau, dann schwingt immer ein schlechtes Gewissen mit. Es ist kein offizieller Begriff, sondern Umgangssprache. In der modernen Arbeitswelt wird das Phänomen oft als Absentismus bezeichnet. Schätzungen zufolge verursachen unentschuldigte Fehltage in Industrienationen jährliche Kosten im Milliardenbereich.[3] Doch nicht jeder freie Tag ist gleich ein blau machen.

Es gibt einen klaren unterschied blaumachen und schwänzen in der Sprache: Blau machen: Bewusstes Fernbleiben ohne Grund (Täuschung). Krankfeiern: Ein umgangssprachlicher, fast schon ironischer Begriff für eine vorgetäuschte Krankheit. Schwänzen: Wird meist im schulischen Kontext oder bei Vorlesungen verwendet. Gleiten: Bezieht sich auf den Abbau von Überstunden (legal).

Ein unentschuldigtes Fernbleiben, beispielsweise an Brückentagen, birgt hohe Risiken für das Arbeitsverhältnis. Wird eine vorgetäuschte Abwesenheit entdeckt, ist das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber oft nachhaltig gestört und es bedarf langer Zeit, dieses wieder aufzubauen. In der beruflichen Praxis ist die ehrliche Absprache über einen freien Tag oder die Nutzung von Urlaubstagen stets der sicherere und professionellere Weg.

Blau machen vs. Krankfeiern: Was ist der Unterschied?

Obwohl beide Begriffe oft synonym verwendet werden, gibt es Nuancen in der Bedeutung und im sozialen Kontext.

Blau machen

• Oft allgemein für unentschuldigtes Fehlen genutzt, nicht zwingend krankheitsbezogen.

• Klingt etwas sanfter, fast schon nostalgisch oder rebellisch.

• Historisch aus der Zunfttradition (Blauer Montag) abgeleitet.

Krankfeiern

• Bezieht sich explizit auf die Vortäuschung einer medizinischen Unfähigkeit.

• Wirkt negativer und impliziert einen aktiven Betrug am Arbeitgeber.

• Moderner Begriff aus der industriellen Arbeitswelt.

Während Blau machen eher den Fokus auf die gewonnene Freiheit legt, betont Krankfeiern den unrechtmäßigen Genuss von Lohnfortzahlung. Beides ist arbeitsrechtlich riskant, wird sprachlich aber unterschiedlich bewertet.

Lukas und der verhängnisvolle Montag

Lukas, ein 25-jähriger Grafikdesigner aus Berlin, fühlte sich nach einem langen Festivalwochenende völlig ausgelaugt. Am Montagmorgen schaffte er es nicht aus dem Bett und entschied sich, kurzfristig blau zu machen.

Er schickte eine knappe Nachricht, er habe Magenprobleme. Doch dann passierte der klassische Fehler: Lukas postete ein Foto von seinem späten Frühstück in der Sonne auf Instagram, vergessen, dass sein Teamleiter ihm folgte.

Das böse Erwachen kam am Dienstag. Statt Mitleid gab es ein offizielles Gespräch in der Personalabteilung. Lukas realisierte schmerzhaft, dass digitale Spuren heute schneller zum Verhängnis werden als jeder Klatsch in der Zunft.

Das Ergebnis war eine förmliche Abmahnung. Lukas lernte, dass Transparenz wichtiger ist als ein erschlichener freier Tag. Seine Fehlzeitenquote sank im folgenden Jahr auf 0%, da er nun lieber einen Urlaubstag opfert.

Wichtige Hinweise

Historischer Ursprung

Die Redewendung stammt vom blauen Montag der Handwerksgesellen im 19. Jahrhundert, nicht primär vom Färberprozess.

Häufigkeit in Deutschland

Umfragen zeigen, dass rund 8% der Arbeitnehmer zugeben, gelegentlich auch ohne einen echten medizinischen Grund blau zu machen.

Risiko am Arbeitsplatz

Arbeitsrechtlich gesehen ist blau machen eine schwere Pflichtverletzung, die zur Kündigung führen kann.

Allgemeine Fragen

Ist blau machen ein Kündigungsgrund?

Ja, unentschuldigtes Fehlen oder das Vortäuschen einer Arbeitsunfähigkeit kann nach einer vorherigen Abmahnung zur Kündigung führen. In schweren Fällen ist sogar eine fristlose Kündigung möglich, wenn das Vertrauensverhältnis massiv gestört ist.

Warum ist die Farbe Blau mit dem Montag verknüpft?

Dies liegt wahrscheinlich an der liturgischen Farbe Blau, die in der Fastenzeit verwendet wurde, um Altäre zu verhüllen. In diesem kirchlichen Kontext war der Montag vor dem Aschermittwoch ein besonderer Tag der Buße, was später auf die allgemeine Arbeitsruhe der Gesellen übertragen wurde.

Falls Sie sich für weitere spannende Sprachkuriositäten interessieren, erfahren Sie hier mehr: Woher kommt die Redewendung?

Sagt man das auch in anderen Sprachen?

Nein, das ist eine typisch deutsche Redewendung. Im Englischen sagt man zum Beispiel to play hookey (meist für die Schule) oder to pull a sickie (für die Arbeit). Jede Kultur hat ihre eigenen Bilder für das Fernbleiben.

Querverweise

  • [1] Businessinsider - In anonymen Umfragen geben rund 8% der Arbeitnehmer zu, schon einmal ohne echten Krankheitsgrund der Arbeit fernzubleiben.
  • [3] Shiftbase - Schätzungen zufolge verursachen unentschuldigte Fehltage in Industrienationen jährliche Kosten im Milliardenbereich.