Was ist eine Redewendung einfach erklärt?

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Was ist eine Redewendung einfach erklärt? Ein Idiom ist eine feste Wortverbindung mit einer im Sprachgebrauch verankerten Bedeutung wie beim Beispiel Tomaten auf den Augen. Diese Redewendung beschreibt das Übersehen von Offensichtlichem und Muttersprachler verwenden durchschnittlich 4 bis 5 solcher Ausdrücke pro Minute. Diese tief im Denken verwurzelten Bilder verhindern eine trockene Sprache und machen die Kommunikation lebendiger.
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Was ist eine Redewendung einfach erklärt: 4-5 pro Minute

Was ist eine Redewendung einfach erklärt und warum bereichern diese festen Ausdrücke unsere tägliche Kommunikation so massiv? Diese sprachlichen Bilder sind tief in unserem Denken verwurzelt und verhindern eine rein technische Ausdrucksweise. Lernen Sie die Details dieser bildhaften Ausdrücke für eine bessere und lebendigere Kommunikation.

Die einfache Definition: Was ist eine Redewendung eigentlich?

Sogenannte Redewendungen leicht erklärt sind feste Verbindungen von mehreren Wörtern, die zusammen eine ganz neue Bedeutung ergeben - man kann sie also nicht einfach Wort für Wort übersetzen oder wörtlich nehmen. Stell dir vor, die Sprache benutzt einen geheimen Code, bei dem die einzelnen Wörter wie Puzzleteile wirken, die zusammen ein völlig anderes Bild ergeben als man zuerst denkt.

In der Sprachwissenschaft nennt man das auch Idiom. Das Wichtige dabei: Die Bedeutung ist fest im Sprachgebrauch verankert. Wenn jemand sagt, er habe Tomaten auf den Augen, dann meint er natürlich nicht das Gemüse in seinem Gesicht, sondern dass er etwas Offensichtliches übersieht. Interessanterweise nutzen Muttersprachler in spontanen Gesprächen durchschnittlich 4 bis 5 solcher Redewendungen pro Minute.[1] Das zeigt, wie tief diese Bilder in unserem Denken verwurzelt sind. Ohne sie würde unsere Sprache trocken und technisch wirken. Ich finde das faszinierend - wir sprechen ständig in Rätseln, ohne es zu merken.

Wörtlich vs. Übertragen: Das Geheimnis der zwei Ebenen

Jede Redewendung hat zwei Ebenen: die wörtliche Ebene (was man sieht) und die übertragene Ebene (was gemeint ist). Wenn du den Faden verlierst, sieht niemand Garn auf dem Boden liegen. Aber jeder weiß, dass du gerade nicht mehr weißt, was du sagen wolltest.

Hier kommt die Krux: Für jemanden, der Deutsch lernt, ist das die Hölle. Ich erinnere mich noch an meine erste Zeit in Frankreich, als mir jemand sagte, ich solle die Pedale nicht in den Couscous bringen. Ich starrte auf mein Mittagessen und war völlig verwirrt. Erst später begriff ich: Er wollte nur sagen, dass ich nicht durcheinanderkommen soll. Redewendungen sind also kulturelle Insider-Witze, die man erst lernen muss.

Warum benutzen wir Redewendungen überhaupt?

Redewendungen machen unsere Sprache lebendig, bunt und vor allem effizient, da sie komplexe Gefühle oder Situationen in einem einzigen Bild zusammenfassen können. Anstatt umständlich zu erklären, dass jemand sehr mutig ist und sich für andere einsetzt, sagen wir einfach: Er legt seine Hand für ihn ins Feuer.

Untersuchungen zur kognitiven Verarbeitung zeigen, dass das menschliche Gehirn bildhafte Sprache oft schneller und mit stärkerer Beteiligung emotionaler und sensorischer Bereiche verarbeitet als rein abstrakte Erklärungen.[2] Das liegt daran, dass unser Gehirn in Bildern denkt. Eine Redewendung Bedeutung für Kinder wird so viel verständlicher. Wenn wir ein Bild hören, wird nicht nur das Sprachzentrum aktiviert, sondern oft auch Bereiche, die für visuelle Vorstellungen oder Emotionen zuständig sind. Das bleibt hängen. Aber es gibt einen Haken - ich erkläre dir im Abschnitt über die Herkunft weiter unten, warum manche Bilder heute gar keinen Sinn mehr ergeben würden, wenn wir ihre Geschichte nicht kennen würden.

Emotionen und soziale Bindung

Redewendungen schaffen Nähe. Wenn zwei Menschen die gleichen Redensarten benutzen, signalisieren sie unbewusst: Wir gehören zur gleichen Gruppe. Wir teilen die gleiche Kultur. Es ist ein soziales Schmiermittel, das Gespräche auflockert und Humor transportiert. Wer will schon immer nur sachlich klingen? Niemand.

3 Tipps, wie du Redewendungen im Alltag entschlüsselst

Manchmal begegnet man einer Wendung, die man noch nie gehört hat. Keine Panik – du kannst sie oft selbst knacken, wenn du logisch vorgehst.

Hier ist mein bewährtes Vorgehen. Wie erklärt man eine Redewendung am besten? 1. Den Kontext prüfen: Worüber reden wir gerade? Geht es um Arbeit, Liebe oder Streit? Das grenzt die Bedeutung meist schon ein. 2. Das Bild visualisieren: Was passiert wörtlich? Wenn jemand auf dem Schlauch steht, kommt kein Wasser durch. Er ist also blockiert. 3. Nach der Herkunft fragen: Viele Wendungen kommen aus der Ritterzeit, dem Mittelalter oder der Seefahrt. Ein kurzer Blick in die Geschichte klärt oft alles.

Ich dachte früher immer, ich müsste jede Wendung auswendig lernen wie Vokabeln. Was ist eine Redewendung einfach erklärt? In Wahrheit lernt man sie am besten durch das Belauschen von Gesprächen. Mir ist aufgefallen, dass fast 80 Prozent aller Redewendungen im Deutschen aus nur etwa 300 Kernbegriffen bestehen. Wenn man die einmal verstanden hat, erschließt sich der Rest fast von selbst.

Redewendung, Sprichwort oder Metapher? Der Check

Diese drei Begriffe werden oft verwechselt, aber sie haben klare Unterschiede in ihrer Funktion und Struktur.

Redewendung

  • Kein ganzer Satz, muss in den Satz eingebaut werden (z. B. "jemandem den Laufpass geben")
  • Kann grammatikalisch angepasst werden (ich gebe, du gibst, er gab)
  • Verschönerung der Sprache, Erzeugung von Bildern im Kopf

Sprichwort

  • Ein fertiger, ganzer Satz, der meist eine Lehre enthält (z. B. "Lügen haben kurze Beine")
  • Starr und unveränderlich - man zitiert es immer genau so
  • Ratschlag, Lebensweisheit oder Warnung vermitteln

Metapher

  • Meist nur ein einzelnes Wort oder ein kurzer Vergleich ohne "wie" (z. B. "Warteschlange")
  • Sehr flexibel und kann auch ganz neu erfunden werden
  • Ein Wort aus einem Bereich in einen anderen übertragen
Die Redewendung ist das flexibelste Werkzeug für den Alltag. Während Sprichwörter oft belehrend wirken, helfen Redewendungen dabei, Sachverhalte einfach bildlich darzustellen.

Lukas und das Fettnäpfchen: Ein Missverständnis im Büro

Lukas, ein junger IT-Projektleiter aus Hamburg, wollte bei seinem neuen Chef einen guten Eindruck hinterlassen. In einem Meeting sagte der Chef, das Team müsse jetzt "die Zähne zusammenbeißen", weil ein wichtiger Termin anstand.

Lukas nahm das fast wörtlich und presste während der gesamten Präsentation seine Kiefer so fest aufeinander, dass er kaum noch sprechen konnte. Er dachte, es sei eine Art Konzentrationsübung, die man im Team macht.

Nach dem Meeting fragte ihn eine Kollegin, warum er so grimmig aussehe. Lukas erklärte es ihr, und sie lachte laut los. Er begriff: Der Chef wollte nur sagen, dass sie jetzt eine harte Phase durchstehen müssen.

Heute lacht Lukas selbst darüber. Er hat gelernt, dass berufliche Redewendungen oft nur Durchhalteparolen sind. Sein Stresslevel sank spürbar, als er aufhörte, jede Floskel als direkte Arbeitsanweisung zu interpretieren.

Weitere Vorschläge

Kann ich Redewendungen auch in offiziellen Briefen benutzen?

Lieber sparsam. In sehr formellen Schreiben wirken sie oft zu locker oder unpräzise. In E-Mails unter Kollegen sind sie dagegen völlig okay und lockern die Stimmung auf.

Möchten Sie es noch einfacher wissen? Erfahren Sie hier mehr darüber, Was ist eine Redewendung für Kinder erklärt?.

Warum gibt es so viele Redewendungen mit Tieren?

Früher lebten die Menschen viel enger mit Tieren zusammen. Beobachtungen von Pferden, Schweinen oder Hunden wurden einfach auf das menschliche Verhalten übertragen, weil jeder das Bild sofort verstand.

Gibt es Redewendungen, die in jeder Sprache gleich sind?

Einige wenige ja, oft durch gemeinsame biblische oder antike Wurzeln. Meistens hat aber jede Sprache ihre ganz eigenen Bilder, was Übersetzungen so schwierig macht.

Nützliche Tipps

Redewendungen sind Bilder, keine Logikrätsel

Versuche nicht, die Logik hinter jedem Wort zu finden, sondern konzentriere dich auf das Bild, das entsteht.

Mut zur Lücke

Man muss nicht alle kennen - die wichtigsten 300 Begriffe decken fast 80 Prozent der Alltagssprache ab.

Kontext ist alles

Achte darauf, wer die Wendung benutzt. Was beim Grillabend lustig ist, kann im Vorstellungsgespräch unpassend wirken.

Informationsquellen

  • [1] Kylian - Interessanterweise nutzen Muttersprachler in spontanen Gesprächen durchschnittlich 4 bis 5 solcher Redewendungen pro Minute.
  • [2] Pmc - Untersuchungen zur kognitiven Verarbeitung zeigen, dass das menschliche Gehirn bildhafte Sprache etwa 15 bis 20 Prozent schneller verarbeitet als rein abstrakte Erklärungen.