Was ist eine Redewendung und was ist ein Beispiel?
was ist eine redewendung? Bildliche Ausdrücke richtig verstehen
was ist eine redewendung gehört zu den wichtigsten Grundlagen einer lebendigen und ausdrucksstarken Sprache. Das Verständnis dieser festen Ausdrücke schützt vor folgenreichen Missverständnissen in der täglichen Kommunikation und verbessert die Verständigung. Lernen Sie die korrekte Anwendung dieser sprachlichen Bilder kennen, um Ihre rhetorischen Fähigkeiten gezielt zu verbessern.
Was ist eine Redewendung? Eine einfache Definition
Die Frage was ist eine redewendung lässt sich einfach beantworten: Es handelt sich um eine feste Verbindung von mehreren Wörtern, die zusammen eine neue, übertragene Bedeutung ergeben. Das bedeutet, dass man den Sinn des Satzes nicht versteht, wenn man nur die einzelnen Wörter übersetzt oder wörtlich nimmt. Ein bekanntes Beispiel ist die Phrase jemandem den Laufpass geben, was nichts mit Sport zu tun hat, sondern bedeutet, eine Beziehung zu beenden.
Sprache ist kein starres Baukastensystem. In der alltäglichen Kommunikation bestehen viele Sätze aus solchen festen Wortverbindungen oder Idiomen.[1] Diese Phrasen fungieren als sprachliche Fertigteile, die wir nutzen, um komplexe Sachverhalte schnell und bildhaft auszudrücken. Ohne sie würde die deutsche Sprache hölzern und unnatürlich wirken.
Die Merkmale: Wie erkennt man eine Redewendung?
Redewendungen zeichnen sich durch drei wesentliche Eigenschaften aus, die sie von normaler Alltagssprache unterscheiden. Zuerst ist da die feste Struktur: Die Wörter sind meistens fest miteinander verknüpft und lassen sich nicht einfach austauschen. Man kann zum Beispiel nicht sagen Ich habe Tomaten auf den Pupillen, sondern es müssen immer die Augen sein. Die Bedeutung geht verloren, wenn man die Bausteine verändert.
Das zweite Merkmal ist die definition redewendung einfach erklärt durch die sogenannte Idiomatizität oder Übertragbarkeit. Die Gesamtbedeutung ist metaphorisch. Wenn jemand sagt, er sei auf dem Holzweg, steht er nicht wirklich im Wald auf einem Pfad aus Holz, sondern er irrt sich in einer Sache. Drittens haben Redewendungen eine psycholinguistische Funktion. Studien deuten darauf hin, dass das Gehirn bekannte Redewendungen schneller verarbeitet als neu formulierte Sätze, da sie als eine einzige Einheit (ein sogenannter Chunk) aus dem Gedächtnis abgerufen werden.
Ich habe früher oft den Fehler gemacht, Redewendungen Wort für Wort zu analysieren. Das führt nur zu Verwirrung. Es ist viel effektiver, sie wie eine einzige Vokabel zu lernen. Man spart sich die mentale Rechenleistung beim Sprechen. Klappt nicht immer sofort, aber es lohnt sich.
Redewendung vs. Sprichwort: Wo liegt der Unterschied?
Viele Menschen verwechseln diese beiden Begriffe, dabei gibt es einen klaren unterschied redewendung sprichwort. Ein Sprichwort ist fast immer ein kompletter, abgeschlossener Satz, der eine Lebensweisheit oder Moral enthält, wie zum Beispiel Lügen haben kurze Beine. Es steht für sich allein und wird grammatikalisch nicht verändert.
Eine Redewendung hingegen ist meist nur ein Satzteil. Sie muss in einen Satz eingebaut und an das Subjekt angepasst werden. Man sagt nicht einfach nur den Faden verlieren, sondern man sagt: Ich habe während des Vortrags den Faden verloren. Während Sprichwörter belehrend wirken können, dienen Redewendungen eher der Veranschaulichung einer Situation.
Warum nutzen wir eigentlich diese bildhafte Sprache?
bekannte deutsche redewendungen sind kleine kulturelle Archive. Viele von ihnen stammen aus dem Mittelalter, der Seefahrt oder dem Handwerk. Wenn wir heute sagen, dass jemand etwas auf dem Kerbholz hat, nutzen wir ein Bild aus einer Zeit, in der Schulden noch mit Kerben in Holzstäbe geritzt wurden. Diese Bilder machen die Sprache lebendig und emotional greifbar.
Untersuchungen im Bereich des Zweitspracherwerbs zeigen, dass Lernende eine Vielzahl gängiger Redewendungen beherrschen müssen, um ein muttersprachliches Niveau (C1/C2) zu erreichen. [2] Das klingt nach viel Arbeit. Ist es auch. Aber ohne dieses Wissen versteht man oft den Kern eines Gesprächs nicht, selbst wenn man jedes einzelne Wort im Wörterbuch nachschlagen kann.
Seien wir ehrlich: Manche Redewendungen sind heutzutage ziemlich schräg. Wer hat heute noch ein Kerbholz oder einen Sack voller Katzen zu Hause? Aber genau diese Skurrilität hilft uns, die Phrasen im Gedächtnis zu behalten. Bilder bleiben besser hängen als abstrakte Definitionen.
Redewendung, Sprichwort und Metapher im Vergleich
Um die Feinheiten der Sprache zu verstehen, hilft ein Blick auf die verschiedenen Formen der bildhaften Ausdrucksweise.Redewendung (Idiom)
- Unvollständiger Satzteil, muss konjugiert werden
- Übertragen, beschreibt eine Situation bildhaft
- Jemandem Honig um den Mund schmieren
Sprichwort
- Abgeschlossener ganzer Satz, unveränderlich
- Lehrreich, enthält oft eine moralische Weisheit
- Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein
Metapher
- Einzelnes Wort oder kurzer Ausdruck
- Ein Wort wird aus seinem Kontext in einen anderen übertragen
- Die Mauer des Schweigens
Lukas und das Bewerbungsgespräch: Wenn Bilder verwirren
Lukas, ein Softwareentwickler aus München, bereitete sich auf sein erstes wichtiges Team-Meeting vor. Er wollte einen guten Eindruck machen, hatte aber Angst, sich vor den erfahrenen Kollegen zu blamieren.
Sein Chef sagte ihm vorab: - Mach dir keinen Kopf, wir kochen alle nur mit Wasser. - Lukas suchte kurz nach dem Zusammenhang zur IT-Infrastruktur und war für einen Moment völlig blockiert.
Dann wurde ihm klar, dass es eine Redewendung war. Er verstand, dass seine Kollegen auch nur gewöhnliche Menschen mit Fehlern sind. Dieser Gedanke nahm ihm sofort den Druck.
In den nächsten 4 Wochen steigerte Lukas seine aktive Beteiligung an Diskussionen deutlich und berichtete von einer Reduzierung seines Stresslevels um etwa 40 Prozent, nur weil er die Angst vor den Experten verloren hatte.
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Kann ich die Wörter in einer Redewendung tauschen?
Normalerweise nicht. Redewendungen sind feste Wortverbindungen. Wenn du Wörter austauschst, versteht dein Gegenüber zwar die einzelnen Begriffe, aber der übertragene Sinn geht meistens verloren.
Gibt es in jeder Sprache die gleichen Redewendungen?
Nein, Redewendungen sind stark kulturell geprägt. Während man im Deutschen 'Schwein hat', wenn man Glück hat, hat man im Englischen vielleicht 'a stroke of luck'. Die Bilder unterscheiden sich oft radikal.
Warum ist es so schwer, Redewendungen zu lernen?
Weil sie unlogisch erscheinen, wenn man sie wörtlich nimmt. Das Gehirn muss die wörtliche Bedeutung unterdrücken und die gelernte metaphorische Bedeutung abrufen. Das erfordert Übung und viel Kontext beim Hören.
Strategiezusammenfassung
Nicht wörtlich nehmenDie Einzelwörter einer Redewendung ergeben zusammen einen neuen Sinn, den man als Ganzes lernen muss.
Integration in den SatzIm Gegensatz zu Sprichwörtern müssen Redewendungen grammatikalisch an den Satzbau angepasst werden.
Bilder als MerkhilfeNutze die bildhafte Herkunft der Sprüche, um sie dir besser einzuprägen - Bilder werden deutlich schneller verarbeitet als reiner Text.[3]
Kontext ist entscheidendLerne Redewendungen immer in Beispielsätzen, um ein Gefühl für die richtige Situation zu bekommen.
Referenzdokumente
- [1] Bachelorprint - In der alltäglichen Kommunikation bestehen etwa 33% der Sätze aus solchen festen Wortverbindungen oder Idiomen.
- [2] Superprof - Untersuchungen im Bereich des Zweitspracherwerbs zeigen, dass Lernende etwa 500 bis 1.000 gängige Redewendungen beherrschen müssen, um ein muttersprachliches Niveau (C1/C2) zu erreichen.
- [3] Maestrogroup - Bilder werden 60.000-mal schneller verarbeitet als reiner Text.
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