Woher kommt die Redewendung Der ist blau?

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Die genaue Herkunft und Antwort auf die Frage, woher kommt die redewendung der ist blau für betrunken sein, führt uns zu zwei bekannten Haupttheorien. Die erste Theorie verweist auf die Blaufärber im Mittelalter, bei denen Gesellen während des Oxidierens von Stoffen im Wirtshaus tranken. Die zweite Erklärung basiert auf einer jiddisch-hebräischen Verballhornung des historischen Ausdrucks be-lo.
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woher kommt die redewendung der ist blau: Blaufärber vs be-lo

Viele Menschen nutzen alltägliche Sprüche über Alkoholkonsum, stellen sich jedoch selten die Frage, woher kommt die redewendung der ist blau.
Ein tieferes Verständnis dieser faszinierenden linguistischen Wurzeln erweitert das eigene Allgemeinwissen enorm. Entdecken Sie die spannenden historischen Hintergründe dieses bekannten sprachlichen Ausdrucks im Detail.

Woher kommt die Redewendung Der ist blau?

Die Redewendung „Der ist blau“ für betrunken sein lässt sich auf zwei spannende Theorien zurückführen: Entweder auf das alte Handwerk der Blaufärber im Mittelalter oder auf eine jiddisch-hebräische Sprachwurzel. Redewendungen begleiten uns im Alltag oft, ohne dass wir über ihren wahren Ursprung nachdenken, doch diese hat eine besonders faszinierende Geschichte.

Die Färber-Theorie aus dem Mittelalter

Früher legten Färber Stoffe am Sonntag in ein Färbebad mit Indigo oder Waid, damit die Farbe tief einwirkte. Am Montag wurden diese Stoffe dann zum Trocknen an die frische Luft gehängt, wo sie durch Oxidation blau wurden. Während des langen Wartens hatten die Gesellen oft frei und vertrieben sich die Zeit in den umliegenden Wirtshäusern. Daher stammt übrigens auch der Begriff blaufärber theorie blau machen. Außerdem wurde dem Färbebad früher Urin zur Gärung beigemischt, und der Legende nach tranken die Gesellen dazu reichlich Alkohol, weshalb sie am Ende selbst „blau“ im Sinne von besoffen waren.

Die Jiddisch-Hebräische Theorie

Eine andere sprachwissenschaftliche Erklärung führt zu jiddisch-hebräischen Wurzeln zurück. Sprachforscher sehen hier eine Verbindung zum hebräischen Ausdruck be-lo, was so viel wie „mit nichts“ oder „ohne alles“ bedeutet. Daraus leitete sich im Jiddischen der Zustand ab, nichts zu leisten oder im beszechten Zustand zu sein. Im Laufe der Zeit lehnte sich dieser Ausdruck sprachlich an das deutsche Wort „blau“ an und wurde dementsprechend verballhornt.

Hintergrund und sprachlicher Wandel

Ob die Handwerker im Wirtshaus oder sprachliche Verschleifungen den Ursprung bilden - die Redewendung hat sich über Jahrhunderte im deutschen Sprachgebrauch etabliert. Manchmal spielen volksetymologische Erklärungen eine große Rolle, bei denen historische Begebenheiten mit alltäglichen Wörtern verschmelzen. Letztlich bleiben diese beiden Theorien die populärsten Erklärungsansätze für den Ausdruck.

Vergleich der Theorien zur Herkunft

Die Herkunft von „Der ist blau“ wird hauptsächlich durch zwei sehr unterschiedliche Ansätze erklärt.

Die Färber-Theorie

Handwerk der Blaufärber im Mittelalter

Wartezeit beim Trocknen von Stoffen und Wirtshausbesuche

Alkoholgenuss während der Arbeitsunterbrechung

Die Jiddisch-Hebräische Theorie

Hebräischer Ausdruck be-lo (ohne alles)

Zustand des Nicht-Leistens oder des Beschefftseins im Jiddischen

Lautliche Anlehnung und Verballhornung im Deutschen

Während die Färber-Theorie auf einer greifbaren historischen Handwerkspraxis beruht, erklärt die jiddisch-hebräische Theorie die sprachwissenschaftliche Evolution des Begriffs. Beide Erklärungen tragen auf ihre Weise zum Verständnis der Redewendung bei.
Möchten Sie mehr wissen? Erfahren Sie hier, Woher kommt die Redewendung?

Spurensuche im Alltag

Thomas, ein Sprachwissenschaftsstudent aus München, wunderte sich über die Vielfalt deutscher Redewendungen mit Farben und beschloss, dem Ursprung von „blau sein“ nachzugehen.

Anfangs schien die Handwerker-Legende mit den mittelalterlichen Färbern am plausibelsten, da sie so anschaulich mit dem bekannten Begriff „blau machen“ verknüpft ist.

Nach intensiver Recherche in etymologischen Wörterbüchern stieß er jedoch auch auf die jiddisch-hebräische Herleitung, die zeigte, wie komplex Sprachevolution sein kann.

Schließlich verstand er, dass historische Redewendungen oft mehrere Wurzeln haben können und sich im Volksmund durchgesetzt haben, unabhängig davon, welche Theorie im Einzelfall schwerer wiegt.

Ausführlichere Details

Woher kommt die Redewendung Der ist blau?

Die Redewendung geht auf zwei Haupttheorien zurück: Entweder auf wartende Blaufärber im Mittelalter, die im Wirtshaus tranken, oder auf eine jiddisch-hebräische Verballhornung des Ausdrucks be-lo.

Gibt es einen Zusammenhang zu blau machen?

Ja, beide Ausdrücke werden oft mit den Blaufärbern im Mittelalter in Verbindung gebracht, deren Gesellen während des Oxidierens von Stoffen in Wirtshäusern verweilten.

Kurzfassung

Zwei Haupttheorien

Die Herkunft lässt sich entweder auf mittelalterliche Blaufärber oder auf jiddisch-hebräische Sprachwurzeln zurückführen.

Handwerklicher Ursprung

Die Färber-Theorie verbindet das Warten auf getrocknete Stoffe mit dem Aufenthalt im Wirtshaus.