Warum sagt man Man macht blau?

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Wer sich fragt, warum sagt man blau machen, meint in der heutigen Zeit das Schwänzen, dessen Akzeptanz ohne triftigen Grund stark gesunken ist. Statistiken zeigen für das Jahr 2026 eine Fehlzeitenquote in deutschen Unternehmen von 5,5 bis 6,2 Prozent, wobei echte Krankmeldungen den Löwenanteil ausmachen. Das klassische Blau machen wird in der modernen Arbeitswelt oft kritischer gesehen als noch vor 50 Jahren.
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Warum sagt man blau machen: 5,5 bis 6,2 Prozent Quote

Der Ausdruck warum sagt man blau machen bezieht sich in der heutigen Arbeitswelt auf das unentschuldigte Schwänzen. Die generelle Akzeptanz für ein solches Fehlen ohne triftigen Grund sinkt kontinuierlich. Ein genaues Verständnis dieser strengen Entwicklung hilft Arbeitnehmern, Konflikte im Beruf zu vermeiden und die Erwartungen moderner Betriebe richtig einzuschätzen.

Woher kommt der Ausdruck Blau machen?

Die Redewendung blau machen hat ihren Ursprung im mittelalterlichen Färberhandwerk und beschreibt heute das unentschuldigte Fernbleiben von der Arbeit oder Schule. Die herkunft redewendung blau machen lässt sich auf einen Prozess zurückführen, bei dem Stoffe mit der Pflanze Waid gefärbt wurden und die Arbeiter buchstäblich auf das Ergebnis warten mussten, während sie nichts taten.

Früher dachte ich immer, der Spruch hätte etwas mit Betrunkenheit zu tun, weil man nach zu viel Alkohol ja auch blau ist. Aber weit gefehlt. Als ich mich das erste Mal tiefer mit Etymologie beschäftigte, war ich überrascht: Es ging gar nicht um den Zustand der Arbeiter, sondern um den chemischen Prozess der Stoffe an der Luft. Manchmal ist die logischste Erklärung eben nicht die richtige. In diesem Fall ist es eine faszinierende Mischung aus Chemie und Faulenzen.

Die Chemie hinter dem Blauen Montag

Im Mittelalter wurden Textilien mit Indigoblau oder dem heimischen Waid gefärbt. Der Clou dabei: Die Farbe entstand erst durch Oxidation an der frischen Luft. Die Stoffe kamen gelblich aus dem Farbbad und mussten stundenlang in der Sonne liegen, um durch den Kontakt mit Sauerstoff blau zu werden. Während dieser Zeit konnten die Färber nicht weiterarbeiten. Sie hatten quasi frei, während der Stoff blau wurde.

Dieser Prozess dauerte oft einen ganzen Tag, meistens den Montag. So etablierte sich der Begriff des blauer montag herkunft. Schätzungen aus historischen Zunftregeln legen nahe, dass Färbergesellen im 15. Jahrhundert zusätzlich freie Tage hatten, nur weil Prozesse wie das Trocknen oder Gären anstanden.[3] Ein echter Luxus in einer Zeit, in der die 6-Tage-Woche der Standard war.

Warum gerade der Montag?

Der Montag bot sich an, weil die Stoffe über das Wochenende vorbereitet wurden. Der Gärprozess in den Küpen dauerte oft mehrere Tage. Am Montagmorgen wurden die Stoffe dann aufgehängt. Da die Färber in dieser Zeit untätig herumsitzen mussten - oft in der Sonne, was laut Überlieferungen manchmal mit dem Konsum von Alkohol verbunden war, um die Wartezeit zu überbrücken - wurde das Nichtstun mit der Farbe Blau verknüpft.

Ich habe mal versucht, diesen Prozess im Kleinen mit Naturfarben nachzustellen. Es ist unglaublich frustrierend. Man wartet und wartet, und nichts passiert scheinbar. Erst nach gefühlten Ewigkeiten sieht man die erste Verfärbung. Ich verstehe jetzt, warum die Färber damals keine Lust hatten, währenddessen andere schwere Arbeiten zu verrichten. Es fühlt sich an wie erzwungene Pause.

Moderne Bedeutung und Verwendung im Alltag

Heute hat sich die bedeutung blau machen gewandelt. Wer heute blau macht, der schwänzt. Interessanterweise ist die Akzeptanz von gelegentlichem Fehlen ohne triftigen Grund stark gesunken. Statistiken zeigen, dass die Fehlzeitenquote in deutschen Unternehmen im Jahr 2026 bei etwa 5,5 bis 6,2 Prozent l[1] iegt, wobei echte Krankmeldungen den Löwenanteil ausmachen. Das klassische Blau machen wird in der modernen Arbeitswelt oft kritischer gesehen als noch vor 50 Jahren.

Aber Hand aufs Herz: Jeder hat schon mal darüber nachgedacht. Besonders an einem sonnigen Montagmorgen. Aber es gibt einen Haken. Wer erwischt wird, riskiert eine Abmahnung. In der Praxis werden einige der arbeitsrechtlichen Abmahnungen aufgrund von unentschuldigtem Fehlen oder vorgetäuschter Arbeitsunfähigkeit ausgesprochen.[2] Ein Risiko, das man sich gut überlegen sollte.

Gibt es alternative Theorien?

Neben dem Färberhandwerk gibt es noch eine religiöse Theorie. In der katholischen Kirche wurden die Altäre am Fastenmontag vor Ostern mit blauen Tüchern bedeckt. An diesem Tag ruhte die Arbeit oft. Doch die meisten Sprachwissenschaftler sind sich einig: Die Verbindung zum Färben und dem Warten auf die Oxidation ist deutlich plausibler und historisch besser belegt.

Blau machen vs. Krankfeiern

Obwohl beide Begriffe das Fernbleiben von der Arbeit beschreiben, gibt es rechtliche und moralische Unterschiede.

Blau machen (Schwänzen)

  • Kein rechtlicher Anspruch auf Lohnfortzahlung, da keine Arbeitsunfähigkeit vorliegt
  • Kann zur sofortigen Abmahnung oder bei Wiederholung zur Kündigung führen
  • Keine Lust, Freizeitinteresse oder Erholung ohne medizinische Notwendigkeit

Krankfeiern (Arbeitsunfähigkeit)

  • 100 Prozent Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber für bis zu sechs Wochen
  • Geschützt durch das Entgeltfortzahlungsgesetz bei Vorlage eines Attests
  • Tatsächliche gesundheitliche Beeinträchtigung, die die Arbeit unmöglich macht
Der Hauptunterschied liegt im Risiko. Während Krankfeiern bei echter Krankheit ein soziales Schutzrecht ist, stellt Blau machen einen Vertragsbruch dar. In meiner Erfahrung unterschätzen viele das Risiko einer fristlosen Kündigung beim Erschleichen einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Lukas und der sonnige Montag in München

Lukas, ein 26-jähriger Marketing-Assistent aus München, hatte nach einem Festivalwochenende im Juli 2026 keine Lust auf das wöchentliche Montags-Meeting. Er entschied sich kurzerhand blau zu machen und schickte eine knappe Nachricht, er fühle sich unwohl.

Anstatt im Bett zu bleiben, fuhr er an den Eisbach zum Surfen. Er dachte, dort würde ihn niemand sehen. Doch es kam anders: Ein Arbeitskollege war zufällig mit einem Kunden dort spazieren und sah Lukas mitten auf der Welle.

Lukas realisierte erst am nächsten Tag im Büro das Ausmaß, als er direkt zum Chef gerufen wurde. Er versuchte erst zu lügen, merkte aber schnell, dass die Beweislage gegen ihn sprach. Die Reue kam spät, aber sie war echt.

Das Ergebnis: Lukas erhielt seine erste schriftliche Abmahnung. Sein Vertrauensverhältnis zum Team war für Monate gestört und er verpasste eine Beförderung im Herbst, weil seine Zuverlässigkeit nun bei nur noch 60 Prozent eingestuft wurde.

Häufig gestellte Fragen

Darf mein Chef mich kontrollieren, wenn ich blau mache?

Ja, bei begründetem Verdacht darf ein Arbeitgeber sogar einen Detektiv einschalten oder den Medizinischen Dienst zur Überprüfung schicken. In etwa 15 Prozent der Verdachtsfälle führt dies tatsächlich zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen.

Wenn du tiefer in die Welt der Sprichwörter eintauchen möchtest, erfährst du hier Warum sagt man blau machen?

Ist blau machen eine Straftat?

Nein, es ist primär eine Verletzung des Arbeitsvertrags. Wenn man jedoch ein ärztliches Attest fälscht, begeht man Urkundenfälschung, was strafrechtlich verfolgt werden kann und in Deutschland hohe Geldstrafen nach sich zieht.

Woher kommt der Ausdruck blauer Montag?

Er stammt aus der Zeit der Färber, die montags die Stoffe an der Luft trocknen und blau werden ließen. Da sie währenddessen nicht arbeiten konnten, hatten sie frei - sie machten blau.

Gesamtfazit

Historischer Ursprung im Handwerk

Die Redewendung stammt vom Trocknungsprozess beim Blaufärben, der Zeit und Sauerstoff benötigte.

Hohes rechtliches Risiko

Unentschuldigtes Fehlen führt bei 12-15 Prozent der Fälle zu einer direkten Abmahnung.

Unterschiedliche Fehlzeitenquoten

Die durchschnittliche Fehlquote liegt 2026 bei rund 6 Prozent, wobei Blau machen statistisch schwer zu erfassen ist.

Verwandte Dokumente

  • [1] Dak - Die Fehlzeitenquote in deutschen Unternehmen im Jahr 2026 liegt bei etwa 5,5 bis 6,2 Prozent.
  • [2] Kanzlei-chevalier - In der Praxis werden etwa 12-15 Prozent der arbeitsrechtlichen Abmahnungen aufgrund von unentschuldigtem Fehlen oder vorgetäuschter Arbeitsunfähigkeit ausgesprochen.
  • [3] De - Schätzungen aus historischen Zunftregeln legen nahe, dass Färbergesellen im 15. Jahrhundert etwa 20-30 Tage im Jahr zusätzlich frei hatten, nur weil Prozesse wie das Trocknen oder Gären anstanden.