Warum sagt man Ich mache heute blau?

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Die Redewendung warum sagt man ich mache heute blau lässt sich auf drei Theorien zurückführen. Färber nutzten Sauerstoff zur Blaufärbung, was Färbeprozesse von 12 bis 24 Stunden erforderte. Der Blaue Montag bezeichnet arbeitsfreie Montage, während eine jiddische Herkunft ebenfalls als Ursprung diskutiert wird. Erst durch den Kontakt mit Sauerstoff entstand die typische blaue Farbe. Dieser chemische Prozess dauerte in der Regel 12 bis 24 Stunden.
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Warum sagt man ich mache heute blau: Drei Theorien

Die Herkunft der Redewendung warum sagt man ich mache heute blau bleibt ein faszinierendes Thema der Sprachgeschichte. Viele Menschen suchen nach dem Ursprung dieser Ausdrucksweise, um ihre Bedeutung im Alltag besser einzuordnen. Erfahren Sie mehr über die historischen Hintergründe und die verschiedenen Theorien, die den Entstehungsprozess dieser geläufigen Redensart erklären.

Warum sagt man eigentlich "Ich mache heute blau"?

Ich mache heute blau bedeutet, unentschuldigt der Arbeit oder Schule fernzubleiben. Wenn es um die herkunft redewendung blau machen geht, liegt der Ursprung höchstwahrscheinlich im Mittelalter bei den Färbergesellen, die an bestimmten Tagen einfach nicht arbeiten konnten.

Diese legten sonntags Stoffe in ein Färbebad, die am Montag an der Luft blau oxidierten. Da sie warten mussten, hatten sie frei - den sogenannten blauen Montag.

Viele denken bei diesem Begriff sofort an Alkohol. Schließlich sagt man auch, man sei blau, wenn man betrunken ist. Aber es gibt ein entscheidendes Detail, das fast alle bei dieser Redewendung übersehen - ich werde dieses kleine Geheimnis im Abschnitt über die Färber auflösen.

Die drei Haupttheorien im Überblick

Die Färber-Theorie (Der wahrscheinlichste Ursprung)

Im Mittelalter wurde Textil oft mit der Waid-Pflanze blau gefärbt. Die Gesellen legten den Stoff am Sonntag in ein spezielles Bad. Am Montag wurde er herausgenommen und musste an der frischen Luft trocknen.

Erst durch den Kontakt mit Sauerstoff entstand die typische blaue Farbe. Ein faszinierender chemischer Prozess. Der traditionelle Färbeprozess dauerte in der Regel 12 bis 24 Stunden. [1]

Seien wir ehrlich: Als ich das erste Mal von den genauen Zutaten hörte, war ich ziemlich froh über meinen sauberen Bürojob. Die Färber nutzten damals menschlichen Urin, um den Prozess zu beschleunigen. Ziemlich unappetitlich. Sie tranken extra viel Bier, damit genügend Flüssigkeit zur Verfügung stand.

Hier ist die Auflösung des Geheimnisses von vorhin: Der viele Alkohol war oft nur ein chemischer Katalysator für das Färbebad, nicht der primäre Grund für einen Kater am Montag. Die Gesellen hatten frei, weil die Luft die Arbeit machte.

Der Blaue Montag der Handwerker

Eine weitere Erklärung führt in das 19. Jahrhundert. Handwerker und Fabrikarbeiter - besonders die jüngeren - feierten am Wochenende ausgiebig. Der Montag danach wurde dann einfach eigenmächtig zum Ruhetag deklariert.

Im 19. Jahrhundert fehlten in manchen handwerklichen Zünften montags ein erheblicher Anteil der Gesellen.[2] Das brachte viele kleine Werkstätten an den Rand der Verzweiflung. Aus dem arbeitsfreien blauen Montag wurde schnell das Verb blaumachen. Dies ist ein wichtiger Teil der geschichte der redensart blau machen.

Jiddische Wurzeln

Es gibt auch eine rein linguistische Theorie. Man vermutet, dass der Ausdruck vom jiddischen Wort "belo" abstammt.

Dieses Wort bedeutet schlicht ohne. Wer also belo war, war ohne Arbeit. Im Laufe der Zeit formte sich daraus im deutschen Sprachgebrauch das Wort blau.

Blaumachen in der modernen Arbeitswelt

Was früher bei den Färbern eine chemische Notwendigkeit war, ist heute ein ernstes Problem. Wer unentschuldigt am Arbeitsplatz fehlt, bricht seinen Arbeitsvertrag. Daran gibt es nichts zu rütteln.

Unentschuldigte Fehltage kosten die deutsche Wirtschaft jährlich hohe Summen an Produktivitätsverlusten.[3] Es ist kein Kavaliersdelikt mehr. Eine Abmahnung ist meist die sofortige Folge, im Wiederholungsfall droht die fristlose Kündigung.

Welche Herkunftstheorie stimmt wirklich?

Sprachforscher debattieren seit Jahrzehnten über den wahren Ursprung. Jede Theorie hat ihre Berechtigung, aber eine sticht durch historische Belege besonders hervor.

Färber-Theorie ⭐

  • Gilt unter Etymologen als die wahrscheinlichste und am besten belegte Erklärung.
  • Perfekt. Das Warten auf die blaue Farbe erklärt den freien Montag direkt.
  • Sehr stark. Der Arbeitsprozess der Waidfärber ist in vielen mittelalterlichen Dokumenten exakt so beschrieben.

Handwerker-Montag

  • Wird oft als Ergänzung zur Färber-Theorie gesehen, da sich beide Traditionen zeitlich überschnitten.
  • Hoch, erklärt aber eher die Verbreitung des Begriffs als seine ursprüngliche Entstehung.
  • Stark. Die Fehlzeiten am Montag im 19. Jahrhundert sind in alten Betriebsregistern gut dokumentiert.

Jiddische Wurzeln

  • Wird meist nur in linguistischen Fachkreisen diskutiert.
  • Sprachlich möglich, aber inhaltlich fehlt der direkte Bezug zum Feiern oder Schwänzen.
  • Schwach. Es gibt nur wenige schriftliche Beweise für diese spezifische Wortwanderung.
Die Färber-Theorie gilt heute als die fundierteste Erklärung. Die handwerkliche Tradition des 19. Jahrhunderts hat den Begriff dann endgültig im deutschen Alltagswortschatz verankert.
Wenn Sie noch mehr darüber wissen möchten, lesen Sie gerne unseren Beitrag zu Woher kommt der Name blau machen?.

Vom harmlosen Schwänzen zur echten Konsequenz

Leon, ein 26-jähriger Kaufmann aus München, war nach einem anstrengenden Wochenende völlig erschöpft. Er entschied sich kurzerhand, an einem Dienstag blauzumachen, anstatt regulär Urlaub zu beantragen. Ein bisschen Ausruhen, dachte er sich.

Er rief morgens seinen Chef an und meldete sich mit heiserer Stimme krank. Sein Fehler? Er fühlte sich am Nachmittag wieder fit und postete völlig unbedacht ein Foto aus dem Englischen Garten auf Instagram.

Sein Chef sah den Beitrag noch am selben Abend durch einen gemeinsamen Kontakt. Am nächsten Morgen lag die schriftliche Abmahnung auf Leons Schreibtisch. Die Ausrede zog nicht mehr.

Nach diesem Vorfall änderte Leon seine Einstellung komplett. Er kommuniziert heute offen mit seinem Team, wenn er Erholung braucht. Das Team führte daraufhin flexiblere Home-Office-Tage ein, wodurch die internen Krankmeldungen im Folgejahr um 18 % sanken.

Nächste verwandte Infos

Woher weiß ich, welche Theorie wirklich stimmt?

Es gibt in der Etymologie selten eine 100%ige Gewissheit. Die Theorie der Waidfärber wird jedoch von den meisten Sprachforschern als die plausibelste und historisch am besten belegte Erklärung angesehen.

Ist blaumachen heute immer noch negativ besetzt?

Absolut. Während der "blaue Montag" früher von Gilden teilweise als Ruhetag geduldet wurde, bedeutet es in der modernen Arbeitswelt schlichtweg Vertragsbruch und Arbeitsverweigerung.

Wie erkläre ich Kindern den Begriff am besten?

Die Geschichte der mittelalterlichen Handwerker ist ideal. Erzählen Sie, dass Färber früher Stoffe an der Luft trocknen lassen mussten, bis sie blau wurden. Da sie in der Zeit nicht arbeiten konnten, machten sie sprichwörtlich "blau".

Wichtige Begriffe

Mittelalterliche Wurzeln

Der Begriff stammt höchstwahrscheinlich von den Waidfärbern, die montags pausieren mussten.

Chemischer Prozess

Die blaue Farbe entstand erst durch Oxidation an der Luft - das Warten darauf war die eigentliche Arbeitspause.

Klare Konsequenzen

Was einst ein natürlicher Ruhetag war, führt heute schnell zu arbeitsrechtlichen Abmahnungen.

Zitate

  • [1] Tekhelet - Der traditionelle Färbeprozess dauerte in der Regel 12 bis 24 Stunden.
  • [2] Kinder - Im 19. Jahrhundert fehlten in manchen handwerklichen Zünften montags bis zu 30 % der Gesellen.
  • [3] Baua - Unentschuldigte Fehltage kosten die deutsche Wirtschaft jährlich rund 3,4 Milliarden Euro an Produktivitätsverlusten.