Wie bekomme ich Regenwasser aus dem Fallrohr?
Wie bekomme ich regenwasser aus dem fallrohr: Anleitung
Die Installation eines Regensammlers ermöglicht eine effiziente Nutzung des ablaufenden Niederschlagswassers für Ihren Garten. Das Sammeln schützt wertvolle Ressourcen und senkt langfristig die Wasserkosten durch die Nutzung natürlicher Niederschläge. Erfahren Sie hier, wie bekomme ich regenwasser aus dem fallrohr für die Montage im Folgenden.
Wie bekomme ich Regenwasser aus dem Fallrohr?
Um regenwasser aus fallrohr abzweigen zu können, ist die Installation eines mechanischen Regensammlers oder Regendiebs der sicherste und einfachste Weg. Diese Bauteile leiten das Wasser über einen Anschlussschlauch direkt in Ihre Regentonne weiter, filtern groben Schmutz aus und verhindern dank eines physikalischen Prinzips automatisch das Überlaufen des Tanks. Ein Durchtrennen des gesamten Rohrs ist heute bei vielen modernen Systemen gar nicht mehr zwingend notwendig.
Beim ersten Mal stand ich selbst ratlos vor meinem Zinkrohr, bewaffnet mit einer Metallsäge und der puren Angst, die Entwässerung des halben Daches permanent zu ruinieren. Ich hatte Sorge, dass bei Starkregen alles überläuft. Doch das physikalische Geheimnis hinter der Technik beruhigte mich schnell. Es basiert schlichtweg auf dem Gesetz der kommunizierenden Röhren. Sobald der Wasserspiegel in der Regentonne die exakte Einbauhöhe des Regensammlers erreicht, staut sich das Wasser im Verbindungsschlauch zurück. Das nachfließende Regenwasser läuft dann einfach im Fallrohr weiter nach unten in die Kanalisation ab - ein physikalischer Überlaufschutz ohne bewegliche Bauteile.
Das physikalische Prinzip und die Funktionsweise
Das Wasser fließt bei normalem Regen nicht mittig durch das Fallrohr, sondern klammert sich als dünner Film an die Innenwand des Rohrs. Genau hier setzen Wassersammler an, indem sie diesen äußeren Wasserfilm über eine Gummilippe oder eine doppelwandige Verengung abfangen. Hochwertige, doppelwandige Sammler aus Zink erreichen dabei einen Wirkungsgrad von bis zu 85 Prozent der Durchflussmenge, während einfachere Kunststoff-Modelle meist konstante 60 bis 70 Prozent des vorbeiströmenden Wassers in die Tonne leiten.
Es gibt jedoch einen entscheidenden Punkt, den viele übersehen: Ein verbauter Laubfilter verringert die Abflussleistung des Fallrohrs minimal, schützt aber die Tonne vor dem Umkippen des Wassers durch organische Abfälle. Ohne Vorfilterung landen Blätter und Moos direkt im Speicher, was innerhalb weniger Tage zu fauligem Geruch führt.
Bohren statt Sägen: Systeme ohne Rohrtrennung nachrüsten
Die größte Hürde für Gartenbesitzer ist der Respekt vor dem Zersägen des Fallrohrs. Für dieses Problem gibt es clevere Nachrüst-Sets, die oft als Speedy- oder Rapido-Systeme bezeichnet werden. Diese eignen sich perfekt für Standard-Fallrohre mit einem Durchmesser von 70 bis 100 Millimetern und lassen sich innerhalb von rund 10 Minuten ohne Demontage des Rohrs montieren.
Hierbei wird mit einem mitgelieferten Kronenbohrer ein sauberes Loch in das bestehende Metall- oder Kunststoffrohr gebohrt. Anschließend wird ein flexibler Sammler aus hochelastischem Gummi zusammengedrückt, in die Bohrung gesteckt und entfaltet sich im Inneren selbstständig, um den Wasserfilm an der Wandung abzugreifen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für die bohrbare Montage: 1. Höhe festlegen: Markieren Sie die Bohrung exakt auf Höhe des gewünschten maximalen Wasserstands der Regentonne. 2. Loch bohren: Setzen Sie den Kronenbohrer im rechten Winkel an und bohren Sie mit niedriger Drehzahl durch die Rohrwand. 3. Entgraten: Säubern Sie die Ränder des Lochs gründlich mit einer Feile oder Schleifpapier, damit der Wasserfilm im Rohr später nicht abreißt. 4. Sammler einsetzen: Drücken Sie den flexiblen Gummikern zusammen, schieben Sie ihn in das Loch und fixieren Sie die äußere Kappe. 5. Schlauch verbinden: Stecken Sie den Verbindungsschlauch zwischen Sammler und Tonne an. Fertig.
Klassische Fallrohrfilter mit Rohrtrennung
Für sehr große Dachflächen reicht ein kleines Bohrloch-System oft nicht aus. Wenn Sie weitläufige Dachbereiche von bis zu 200 Quadratmetern über ein einziges Fallrohr entwässern, müssen Sie auf massive Filteranlagen zum Zwischenschalten setzen. Möchten Sie einen solchen robusten regensammler fallrohr einbauen anleitung benötigen Sie dafür ein echtes Durchtrennen des Fallrohrs mit einer Eisensäge.
Diese professionellen Regendiebe bieten dafür erweiterte Edelstahl-Feinsiebe mit einer Maschenweite von teilweise nur 0,28 Millimetern. Das sorgt für eine extreme Wasserreinheit, sodass das gesammelte Wasser sogar für die Hausnutzung, beispielsweise für die Waschmaschine, tauglich ist. Diese robusteren Metall- oder schweren Kunststoffvarianten besitzen zudem meist einen integrierten Drehgriff, mit dem sich der Wasserzulauf im Spätherbst per Hand blockieren lässt, um Frostschäden an der Tonne im Winterbetrieb zu vermeiden.
Vergleich der gängigsten Systeme zum Wassersammeln
Je nach handwerklichem Geschick, Rohrmaterial und Dachgröße stehen verschiedene Konstruktionen zur Auswahl. Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Unterschiede.Bohrbares Nachrüst-Set (z.B. Speedy-System) ⭐
- Solide 60 bis 70 Prozent des an der Wand ablaufenden Regenwassers
- Ausgelegt für kleinere bis mittlere Dächer bis ca. 80 Quadratmeter Grundfläche
- Integrierter, grober Kunststoff-Filter gegen Blätter und Moos
- Sehr gering; nur eine Bohrung mit dem Kronenbohrer nötig, kein Zersägen des Rohrs
Klassischer Regendieb (mit Rohrtrennung)
- Hoch; erreicht durch vergrößerte Filterflächen und optimierte Gummilippen bis zu 85 bis 90 Prozent
- Sehr leistungsstark, reinigt und sammelt Wasser von großen Dächern bis zu 200 Quadratmetern
- Feine Edelstahl-Siebe verhindern selbst kleinste Schmutzpartikel im Tank
- Mittel; das Fallrohr muss komplett durchtrennt und ein Teilstück entfernt werden
Wer ohne großen Aufwand eine normale Regentonne im Garten füllen möchte, greift am besten zum bohrbaren Nachrüst-Set. Es schont die Nerven bei der Montage und reicht für typische Einfamilienhäuser völlig aus. Bei riesigen Dachflächen oder wenn absolut sauberes Wasser benötigt wird, führt dagegen kein Weg an einem klassischen Filtersammler mit echtem Rohrschnitt vorbei.Hinterhof-Optimierung in Leipzig: Lukas bändigt das Zinkrohr
Lukas, ein Softwareentwickler und stolzer Kleingärtner aus Leipzig, stand vor einer trockenen Sommersaison und wollte das ungenutzte Regenwasser seines Schuppendachs sammeln. Das Problem: Das alte Fallrohr aus Titanzink war extrem dicht an der Hauswand montiert und er hatte Angst, das spröde Metall beim Zersägen irreparabel zu beschädigen.
Sein erster Versuch bestand darin, einen billigen Plastiktrichter unter eine selbst geschnittene Öffnung zu klemmen. Das ging gründlich schief. Bei einem heftigen Gewitter schoss das Wasser über den Trichterrand hinweg, spritzte gegen die Fassade und flutete den Kellerzugang.
Nach dieser schlammigen Nacht folgte die Erkenntnis: Eine saubere, geschlossene Lösung musste her. Lukas besorgte sich ein bohrbares Sammler-Set für rund 40 Euro. Beim Bohren mit dem Akkuschrauber rutschte er zunächst ab, verringerte dann aber die Drehzahl und schaffte ein perfektes Loch.
Nach exakt 15 Minuten saß der Gummisammler fest im Rohr. Beim nächsten Schauer füllte sich seine 300-Liter-Tonne rasend schnell, während überschüssiges Wasser dank der kommunizierenden Röhren ohne einen einzigen Tropfen Überlauf zurück ins Fallrohr geleitet wurde.
Schnelle Zusammenfassung
Was passiert, wenn die Regentonne voll ist?
Dank des automatischen Überlaufstopps nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren kann die Tonne nicht überlaufen. Sobald das Wasser in der Tonne auf gleicher Höhe mit dem Regensammler steht, fließt kein weiteres Wasser mehr durch den Schlauch. Das Regenwasser staut sich zurück und läuft im Fallrohr ganz normal nach unten ab.
Muss der Regensammler im Winter ausgebaut werden?
Nein, ein kompletter Ausbau ist bei den meisten Modellen nicht nötig. Moderne Regendiebe besitzen einen integrierten Sommer- und Wintermodus, der sich durch eine einfache 180-Grad-Drehung des Filtereinsatzes oder das Absperren eines Ventils aktivieren lässt. Dadurch wird der Zulauf zur Tonne im Winter blockiert, damit diese bei Frost nicht einfriert und platzt.
Welcher Rohrdurchmesser ist der richtige für mein Fallrohr?
Die meisten Fallrohre an Wohnhäusern in Deutschland haben Standardgrößen wie DN 70, DN 80 oder DN 100. Flexible Universalsammler aus Kunststoff oder Gummi decken diesen Bereich von 70 bis 100 Millimetern komplett mit flexiblen Dichtungen ab. Messen Sie vor dem Kauf einfach den Außendurchmesser Ihres Rohrs mit einem Lineal oder einer Schieblehre nach.
Nächste Schritte
Höhenausgleich entscheidet über Schutz vor ÜberlaufenDer Regensammler muss absolut exakt auf der Höhe montiert werden, auf der später der maximale Wasserstand in der Regentonne liegen soll, damit das Rückstauprinzip physikalisch funktioniert.
Bohrbare Gummisammler sparen Zeit und schonen das RohrBei Standard-Dächern bis 80 Quadratmeter verhindern bohrbare Gummilippen-Systeme ein Zersägen des Fallrohrs und verringern das Montagerisiko auf ein Minimum.
Wirkungsgrad hängt stark vom Material abDoppelwandige Metallsammler erreichen bis zu 85 Prozent Wasserausbeute, während einfache flexible Kunststoff-Bausätze meist bei 60 bis 70 Prozent liegen.
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