Wie gelangt Regenwasser in den Untergrund?

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Die wie gelangt regenwasser in den untergrund Frage entscheidet sich primär über die Durchlässigkeit des Bodens und die vorhandene Flächenversiegelung. Im Naturhaushalt versickern 16 Prozent des Niederschlags zur Grundwasserneubildung, während auf versiegelten Stadtflächen durchschnittlich 45 Prozent oberflächlich abfließen. Professionelle Systeme erfordern zwingend kf-Werte zwischen 1·10-3 und 1·10-6 m/s sowie einen Meter Mindestabstand zum höchsten Grundwasserstand.
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Risiken durch Starkregen und Wasserverlust hängen eng mit der Frage wie gelangt regenwasser in den untergrund zusammen. Versiegelte Flächen unterbrechen diesen Kreislauf und führen zu wertvollem Wasserverlust. Eine fachgerechte Bodenuntersuchung schützt vor Fehlplanungen bei Bauvorhaben. Kenntnisse über die Versickerung fördern eine nachhaltige Grundwasserneubildung und stabilisieren die lokale Umgebung.

Wie gelangt Regenwasser in den Untergrund? Der natürliche Weg

Regenwasser gelangt hauptsächlich durch Versickerung in den Untergrund. Wenn Niederschlag auf eine unbefestigte, bewachsene Fläche wie eine Wiese oder ein Gartenbeet fällt, versickert ein Teil des Wassers direkt im Boden. Dieser Vorgang wird als Infiltration bezeichnet. Die Versickerungsgeschwindigkeit hängt stark von der Bodenbeschaffenheit ab: Sandige Böden nehmen Wasser schnell auf, während lehmige oder tonige Böden es nur langsam durchlassen (citation:2). Das Wasser, das nicht von Pflanzenwurzeln aufgenommen wird oder an der Oberfläche verdunstet, sickert immer tiefer, bis es irgendwann den Grundwasserspiegel erreicht und so zur wie funktioniert grundwasserneubildung beiträgt (citation:5).

Auf versiegelten Flächen wie Asphalt oder Beton ist dieser natürliche Prozess unterbrochen. Das Wasser fließt oberflächlich ab und wird oft in die Kanalisation geleitet. Das ist nicht nur ein verlorenes Gut für den Wasserhaushalt, sondern kann bei Starkregen auch zu Überflutungen führen. In einem intakten Naturhaushalt versickern etwa 16 Prozent des Niederschlags und bilden neues Grundwasser, während der größte Teil (bis zu 83 Prozent) verdunstet (citation:2). In der Stadt hingegen sieht es anders aus: Hier fließen durchschnittlich 45 Prozent oberflächlich ab (citation:2). Moderne Regenwasserbewirtschaftung [2] zielt daher darauf ab, diesen natürlichen Kreislauf wiederherzustellen.

Die wichtigsten Methoden der Regenwasserversickerung

1. Flächenversickerung: Die einfachste Form

Wie der Name schon sagt, versickert das Wasser hier über eine größere Fläche. Das kann eine Rasenfläche, ein Beet oder eine speziell angelegte Versickerungsmulde sein. Die Flächenversickerung ist die natürlichste und kostengünstigste Methode, benötigt aber ausreichend Platz. Das Wasser von angrenzenden, befestigten Flächen wie der Terrasse oder der Einfahrt kann einfach auf diese Grünflächen geleitet werden. Wichtig ist, dass die Fläche nicht befahren wird, damit der Boden nicht verdichtet und seine Versickerungsfähigkeit verliert (citation:9).

2. Muldenversickerung: Reinigung durch die belebte Bodenzone

Bei der Muldenversickerung wird das Regenwasser in eine flache, mit Mutterboden gefüllte und meist begrünte Mulde geleitet. Dort sammelt es sich zunächst und versickert dann langsam über die versickerung über die belebte bodenzone. Diese oberste Bodenschicht ist entscheidend, denn sie fungiert wie ein natürlicher Filter: Mikroorganismen bauen Schadstoffe ab, und der Boden hält Partikel zurück. So wird das Wasser auf natürliche Weise gereinigt, bevor es in tiefere Schichten gelangt. Die Mulde sollte so dimensioniert sein, dass das Wasser innerhalb von ein bis zwei Tagen vollständig versickert ist, um Staunässe und Geruchsbildung zu vermeiden (citation:2)(citation:7).

3. Rigolenversickerung: Platzsparend unter der Erde

Wenn wenig Platz vorhanden ist, bietet sich eine Rigolenversickerung an. Dabei wird unterirdisch ein Speicher aus Kies oder speziellen Kunststoffboxen angelegt, in den das Regenwasser eingeleitet wird. Die Rigole speichert das Wasser zwischen und gibt es dann zeitverzögert an das umliegende Erdreich ab. Oft wird die Rigole mit einer Mulde kombiniert – ein sogenanntes funktionsweise mulden-rigolen-system. Das Wasser versickert zunächst durch die belebte Bodenzone der Mulde (Reinigung) und wird dann in der Rigole zwischengespeichert, um von dort langsam in den Untergrund zu gelangen (citation:4)(citation:6). Bei lehmigem Untergrund muss so weniger als ein Drittel des jährlichen Niederschlags direkt abgeleitet werden (citation:4).

4. Schachtversickerung: Für punktuelle Einleitung

Bei der Schachtversickerung wird ein Sickerschacht (meist aus Beton- oder Kunststoffringen) tief in den Boden eingelassen. Das Wasser wird direkt in den Schacht geleitet und versickert dort über die offenen Fugen oder Wände im unteren Teil. Diese Methode eignet sich besonders, wenn die oberen Bodenschichten schlecht durchlässig sind, aber tiefer liegende Schichten gutes Versickerungsvermögen aufweisen. Allerdings findet hier keine Reinigung durch eine belebte Bodenschicht statt, daher wird diese Methode heute nur noch für wenig belastetes Wasser empfohlen und unterliegt strengen Auflagen (citation:2).

Wann kann Regenwasser nicht versickern? Die wichtigsten Voraussetzungen

Nicht jeder Boden ist für die Versickerung geeignet. Die entscheidende Größe ist der kf-Wert (Durchlässigkeitsbeiwert). Für eine technische Versickerung ist ein Wert zwischen 1·10-3 und 1·10-6 m/s erforderlich (citation:2)(citation:7).

Ist der Boden [4] zu lehmig und damit zu undurchlässig, staut sich das Wasser. Auch der Abstand zum Grundwasser ist wichtig: Zwischen der Sohle der Versickerungsanlage und dem höchsten zu erwartenden Grundwasserstand muss in der Regel mindestens ein Meter Abstand liegen, um das Grundwasser zu schützen (citation:2)(citation:6). Wenn Sie sich fragen, wie gelangt regenwasser in den untergrund, ist die Bodenqualität der wichtigste Faktor. Eine professionelle Baugrunduntersuchung ist daher vorab unerlässlich.

Neben der Bodenbeschaffenheit spielt auch die Qualität des Wassers eine Rolle. Wasser von unbeschichteten Metallflächen (Kupfer, Zink) oder stark befahrenen Parkplätzen kann Schadstoffe enthalten und muss unter Umständen vorbehandelt werden, bevor es versickert werden darf. Das Merkblatt DWA-M 153 hilft bei der Einschätzung, ob eine Behandlung nötig ist (citation:6)(citation:7).

Versickerungsmethoden im Vergleich

Die Wahl der richtigen Versickerungsmethode hängt von Platz, Boden und Budget ab. Hier ein Überblick, der bei der Entscheidung helfen kann:

Flächenversickerung: Ideal bei viel freiem Platz und gut durchlässigem Boden. Sie ist sehr kostengünstig und naturnah, da das Wasser optimal gereinigt wird. Nachteil: Der hohe Flächenbedarf.

Muldenversickerung: Bietet eine gute Reinigungsleistung und ist gestalterisch ansprechend in den Garten integrierbar. Benötigt jedoch mehr Platz als unterirdische Systeme. Rigolenversickerung: Perfekt für beengte Platzverhältnisse, da sie unter der Erde liegt. Sie kann auch bei mäßig durchlässigen Böden eingesetzt werden, ist aber in der Anschaffung teurer als eine Mulde. Schachtversickerung: Spart extrem viel Platz und eignet sich für tiefgründige Versickerung.

Die Anschaffungskosten für eine komplexere Anlage wie eine Rigole können schnell mehrere Tausend Euro betragen. [5]

Was bedeutet das für Hausbesitzer und Gartenbesitzer?

Konkret bedeutet das: Jeder kann etwas tun. Schon eine einfache Regentonne, die das Dachwasser auffängt, entlastet die Kanalisation und spart Trinkwasser. Noch besser ist es, regenwasser im garten versickern lassen zu können – zum Beispiel, indem man das Fallrohr des Daches auf eine Wiese leitet.

Man kann auch versickerungsfähige beläge einfahrt wählen, wie Rasengittersteine oder Pflaster mit breiten Splittfugen (citation:8). Das Ziel der Schwammstadt ist es, Wasser in der Fläche zu halten, anstatt es schnell abzuleiten. Davon profitieren nicht nur der Grundwasserspiegel und das Klima, sondern auch die Pflanzen im Garten.

Häufig gestellte Fragen zur Regenwasserversickerung

Muss ich die Versickerung von Regenwasser auf meinem Grundstück anmelden? Ja, in den meisten Fällen ist die Versickerung von Regenwasser eine erlaubnispflichtige Benutzung des Grundwassers. Man benötigt eine wasserrechtliche Erlaubnis von der unteren Wasserbehörde. Für kleine, dezentrale Anlagen wie Regentonnen oder die einfache Versickerung von Dachwasser über die belebte Bodenzone (Flächen- oder Muldenversickerung) gibt es jedoch oft vereinfachte Verfahren oder Genehmigungsfreistellungen. Fragen Sie am besten vor Baubeginn bei Ihrer Kommune nach (citation:9).

Kann ich Regenwasser auch auf Lehmboden versickern lassen? Reiner Lehmboden ist dafür ungeeignet, da er zu dicht ist. Mit Mulden-Rigolen-Systemen kann man aber auch auf schwierigen Böden Abhilfe schaffen. Hier wird das Wasser in der Mulde zwischengespeichert und über die Rigole so weit nach unten gebracht, bis es auf durchlässigere Schichten trifft oder mit starker Verzögerung versickert (citation:4). Die Investitionskosten sind hier allerdings höher.

Wie finde ich heraus, ob mein Boden versickerungsfähig ist? Eine erste Einschätzung gibt ein einfacher Feldtest: Graben Sie ein 50x50 cm großes und 30 cm tiefes Loch, füllen es mehrmals mit Wasser und messen, wie schnell der Wasserspiegel sinkt. Für eine genaue Planung ist jedoch ein Bodengutachten durch einen Fachmann Pflicht. Er ermittelt den genauen kf-Wert, der für die Dimensionierung der Anlage notwendig ist (citation:7).

Mulde, Rigole oder Schacht: Die Versickerungsmethoden im Vergleich

Die Wahl des richtigen Systems hängt von Grundstücksgröße, Bodenart und Budget ab. Hier die wichtigsten Unterschiede:

Flächen- / Muldenversickerung

Niedrig bis mittel

Gut durchlässige Böden (kf 10-3 bis 10-6 m/s)

Hoch (ca. 10-20% der angeschlossenen Fläche)

Sehr gut (Filterung durch belebte Bodenzone)

Mulden-Rigolen-System

Mittel bis hoch

Auch für weniger durchlässige Böden geeignet

Mittel (Mulde oberirdisch, Speicher unterirdisch)

Gut (durch Passage der Mulde)

Schachtversickerung

Hoch (Bohrarbeiten)

Für tiefgründig durchlässige Schichten

Sehr gering (punktuell)

Kaum vorhanden (keine belebte Bodenzone)

Für Einfamilienhausgrundstücke mit normalem Gartenboden ist die Muldenversickerung oft die beste Wahl: Sie ist effektiv, kostengünstig und wertet den Garten auf. Bei Platzmangel oder schwierigem Boden sind Rigolen-Systeme die Lösung der Wahl, auch wenn sie teurer sind. Die Schachtversickerung sollte nur in Ausnahmefällen und nach sorgfältiger Prüfung zum Einsatz kommen.

Familie Müller löst ihr Entwässerungsproblem mit einer Mulde

Die Müllers bauten ihr Haus in einer Kleinstadt in Bayern mit einem großen Garten, aber das Grundstück hatte einen hohen Lehmanteil. Ihr Architekt warnte sie: 'Bei Starkregen wird euch das Wasser im Keller stehen, wenn ihr nichts unternehmt.' Die günstigste Option war der Anschluss an die Kanalisation, doch das bedeutete hohe jährliche Gebühren.

Sie entschieden sich für eine Muldenversickerung. Zuerst waren sie skeptisch: 'Eine Pfütze im Garten soll das Problem lösen?' Der Garten- und Landschaftsbauer hob eine etwa 50 Meter lange, flache Senke aus, säte Grassamen und leitete die Fallrohre des Daches sowie die Drainage der Terrasse dorthin um.

Die ersten Wochen war die Mulde nur eine kahle Erdrinne. Aber nach dem ersten heftigen Gewitter zeigte sich der Erfolg: Das Wasser sammelte sich in der Mulde, versickerte aber innerhalb von 24 Stunden vollständig – der Keller blieb trocken. Im ersten Jahr wuchs das Gras üppig, und die Mulde fügte sich fast unsichtbar in den Garten ein.

Heute, drei Jahre später, ist Familie Müller begeistert. Nicht nur sparen sie die Niederschlagswassergebühren von etwa 120 Euro pro Jahr. Ihr Garten profitiert von dem zusätzlichen Wasser, und bei einem Wolkenbruch im letzten Sommer war ihre Straße überflutet, während ihr Grundstück das Wasser schadlos aufnahm.

Falls Sie sich für den weiteren Weg des Wassers interessieren, lesen Sie auch: Wie gelangt Regenwasser ins Grundwasser?.

Strategiezusammenfassung

Natürliche Reinigung durch die belebte Bodenzone

Die oberste Bodenschicht filtert Schadstoffe und ist daher für die Grundwasserqualität unerlässlich. Systeme, die diese Schicht passieren (wie Mulden), sind zu bevorzugen.

Der Boden entscheidet über die Methode

Sandige Böden versickern schnell, lehmige langsam. Lassen Sie vor der Planung immer den kF-Wert (Durchlässigkeitsbeiwert) Ihres Bodens bestimmen.

Genehmigung einholen, Ärger vermeiden

Jede technische Versickerung ist genehmigungspflichtig. Fragen Sie bei Ihrer Kommune nach den lokalen Vorschriften, das ersetzt späteren Ärger mit dem Bauamt.

Zum gleichen Thema

Ist eine Versickerung überhaupt erlaubt oder muss ich das Regenwasser in die Kanalisation einleiten?

Grundsätzlich ist die Versickerung von Niederschlagswasser erwünscht, um die Kanalisation zu entlasten. Meist ist sie sogar die gesetzlich bevorzugte Entsorgungsart. Allerdings ist sie in den meisten Fällen erlaubnispflichtig, da es sich um eine Benutzung des Grundwassers handelt. Man benötigt eine wasserrechtliche Erlaubnis von der unteren Wasserbehörde. Die Behörde prüft dann, ob Boden und Grundwasserabstand geeignet sind. Für kleine Mengen und naturnahe Versickerung über die belebte Bodenzone gibt es oft vereinfachte Verfahren.

Mein Gartenboden ist sehr lehmig. Kann ich trotzdem Regenwasser versickern lassen?

Ja, das ist auch auf lehmigen Böden möglich, aber nicht mit einer einfachen Mulde. Hier bieten sich Mulden-Rigolen-Systeme an. Das Wasser versickert zunächst in der Mulde, wird dort durch die belebte Zone gefiltert und dann in einer unterirdischen Rigole (einem Kies- oder Kunststoffkörper) zwischengespeichert. Aus dieser Rigole kann es dann zeitverzögert in den umliegenden, weniger durchlässigen Boden sickern oder gedrosselt in die Kanalisation abgegeben werden. So werden auch schwierige Böden beherrschbar.

Was kostet es, eine Versickerungsanlage für mein Haus zu bauen?

Die Kosten variieren stark je nach Methode und Größe. Eine einfache Mulde, die man vielleicht sogar selbst anlegen kann, kostet nur das Material für die Ansaat. Für ein professionell geplantes Mulden-Rigolen-System oder einen Sickerschacht muss man dagegen mit mehreren tausend Euro rechnen. Das Umweltbundesamt nennt für eine komplette Regenwassernutzungsanlage im Haus (inklusive Speicher, Filter und Pumpe) eine Spanne von 2.500 bis 5.000 Euro (citation:3). Eine reine Versickerungsanlage ohne Nutzung kann günstiger sein, dafür spart man aber auch keine Trinkwasserkosten, sondern nur die Abwassergebühr. Langfristig können sich die Investitionen jedoch rechnen.

Kreuzreferenzquellen

  • [2] Regenwasseragentur - In der Stadt hingegen sieht es anders aus: Hier fließen durchschnittlich 45 Prozent oberflächlich ab (citation:2).
  • [4] Gd - Für eine technische Versickerung ist ein Wert zwischen 1·10-3 und 1·10-6 m/s erforderlich (citation:2)(citation:7).
  • [5] Baunetzwissen - Die Anschaffungskosten für eine komplexere Anlage wie eine Rigole können schnell zwischen 2.500 und 5.000 Euro liegen (citation:3).