Wo muss das Regenwasser vom Dach hin?

0 Aufrufe
Regenwasser vom Dach ableiten erfolgt über eine Zisterne, eine Versickerungsanlage oder die Einleitung in die Kanalisation. Eine Zisterne speichert Wasser für Gartenbewässerung oder Toilettenspülung. Haushalte senken dadurch ihren Trinkwasserbedarf um etwa 30 % bis 50 %. Eine Versickerungsanlage reduziert Niederschlagswassergebühren häufig um 50 % oder mehr. Vor baulichen Änderungen gilt die Prüfung der lokalen Abwassersatzung.
Kommentar 0 Gefällt mir

Regenwasser vom Dach ableiten: Wohin fließt es?

Regenwasser vom Dach ableiten beeinflusst Wasserverbrauch, Gebühren und die Nutzung des eigenen Grundstücks. Die richtige Lösung vermeidet Fehlentscheidungen und schafft eine sinnvolle Verwendung des gesammelten Wassers. Wer die Möglichkeiten kennt, trifft fundierte Entscheidungen und berücksichtigt örtliche Vorgaben frühzeitig.

Wohin mit dem Regenwasser vom Dach?

Regenwasser vom Dach ableiten geschieht über die Dachrinne in Fallrohre und wird typischerweise auf drei Wegen abgeleitet: in eine Versickerungsanlage auf dem eigenen Grundstück, in einen Sammeltank zur späteren Nutzung oder direkt in die öffentliche Kanalisation. Diese Entscheidung hängt oft von lokalen gesetzlichen Vorschriften und der jeweiligen Grundstücksbeschaffenheit ab.

Versickerung auf dem Grundstück

Das Wasser wird bei dieser Methode über unterirdische Rigolen, Sickerschächte oder Sickergräben direkt in den Boden geleitet. Dies schont das Grundwasser und ist bei vielen Neubauten gesetzlich vorgeschrieben, um die Kanalisation bei Starkregen zu entlasten. In vielen Regionen müssen Hausbesitzer beim Regenwasser auf Grundstück versickern einen Nachweis erbringen, dass der Boden ausreichend durchlässig ist.

Regenwassernutzung via Zisterne

Eine Zisterne für Regenwasser vom Dach bietet die Möglichkeit, das Wasser für Gartenbewässerung oder Toilettenspülung zu speichern. Laut aktuellen Branchenschätzungen können Haushalte so ihren Trinkwasserbedarf um etwa 30% bis 50% senken. Das Fallrohr leitet das Wasser dabei in unterirdische Tanks, die das Wasser kühl und dunkel lagern, um Algenbildung zu verhindern.

Ich habe selbst erlebt, wie frustrierend es sein kann, wenn die Zisterne im Sommer zu klein dimensioniert ist. Nach zwei Wochen Trockenheit war der Tank leer und ich musste den Garten mit teurem Leitungswasser gießen. Mein Tipp: Lieber eine Nummer größer planen, als man anfangs denkt.

Einleitung in die Kanalisation

Bei der Einleitung in die öffentliche Kanalisation unterscheidet man zwischen Trenn- und Mischsystemen. Im Trennsystem fließt das Regenwasser separat ab und gelangt meist ungeklärt in den nächsten Fluss. Im Mischsystem fließt es zusammen mit dem Schmutzwasser aus dem Haushalt direkt in die Kläranlage, wenn man Regenwasser in Kanalisation einleiten möchte.

Rechtliche Aspekte und Gebühren

Städte und Gemeinden erheben oft sogenannte Niederschlagswassergebühren für versiegelte Flächen, die in den Kanal einleiten. Durch eine eigene Versickerungsanlage lässt sich diese Abwassergebühr häufig um 50% oder mehr reduzieren. Es ist jedoch essenziell, die lokale Dachwasser entsorgen Vorschriften zu prüfen, bevor man bauliche Änderungen vornimmt.

Methoden der Regenwasserableitung

Jede Methode hat spezifische Vor- und Nachteile hinsichtlich Kosten und ökologischem Nutzen.

Versickerung

  • Hoher Installationsaufwand, Bodenprüfung nötig
  • Minimiert Niederschlagswassergebühren deutlich

Zisterne

  • Anschaffung amortisiert sich oft nach 10-15 Jahren
  • Senkt Trinkwasserverbrauch um 30-50%

Kanalisation

  • Laufende Gebühren für versiegelte Flächen
  • Geringster Installationsaufwand
Die Versickerung ist ökologisch am sinnvollsten, erfordert aber Platz und geeigneten Boden. Die Zisterne bietet die beste Kostenersparnis bei der Wasserrechnung, während der Kanalanschluss die unkomplizierteste Lösung darstellt.

Familie Müller: Vom Kanal zur Versickerung

Familie Müller aus einem Vorort von Leipzig zahlte für ihr 150 Quadratmeter großes Dach jährlich hohe Abwassergebühren. Die ständig steigenden Kosten ärgerten sie bei jeder Abrechnung.

Sie versuchten es zunächst mit einfachen Rigolen, unterschätzten aber die Lehmhaltigkeit des Bodens. Das Wasser staute sich nach jedem Regen im Garten und bildete Schlammlöcher.

Nach einem Beratungsgespräch ließen sie ein Bodengutachten erstellen und installierten eine größere Sicker-Rigole mit Kiespackung. Dies löste das Problem dauerhaft.

Heute sparen sie jährlich rund 200 Euro an Gebühren. Die Investition hat sich nach etwa 8 Jahren vollständig bezahlt gemacht und der Garten ist endlich trocken.

Das sollten Sie noch wissen

Darf ich Regenwasser einfach so versickern lassen?

Grundsätzlich ja, aber es unterliegt oft der kommunalen Satzung. Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde, da oft ein formloser Antrag oder eine Anzeige bei der Unteren Wasserbehörde erforderlich ist.

Was passiert, wenn die Kanalisation überlastet ist?

Bei Starkregen kann es zum Rückstau kommen. Moderne Hausentwässerungen sollten daher über Rückstauklappen verfügen, um Schäden im Keller zu verhindern.

Das sollten Sie mitnehmen

Abwassergebühren sparen

Die eigene Versickerung reduziert oder eliminiert oft die Niederschlagswassergebühren.

Ressourcen schonen

Zisternen können den Trinkwasserbedarf im Haushalt um bis zu 50% senken.