Warum wird Frauen nicht die Hand gegeben?

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Warum wird Frauen nicht die Hand gegeben? Einige Männer praktizieren den Verzicht auf den Handschlag aus religiösen oder kulturellen Überzeugungen. Anhänger bestimmter Auslegungen des Islams oder orthodoxe Juden vermeiden aus Respekt vor religiösen Vorschriften den physischen Körperkontakt mit Frauen. Diese Praxis unterscheidet sich grundlegend von der allgemeinen Höflichkeitsregel des Händeschüttelns. Die Zurückhaltung dient der Wahrung von Distanz und Reinheitsgeboten innerhalb der jeweiligen Glaubensgemeinschaft.
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Warum wird Frauen nicht die Hand gegeben?: Religiöse Gründe

Die Frage, Warum wird Frauen nicht die Hand gegeben?, berührt tiefgreifende interkulturelle und religiöse Gepflogenheiten. Das Verständnis dieser unterschiedlichen Sichtweisen auf Körperkontakt hilft, Missverständnisse im Alltag zu vermeiden. Informieren Sie sich über die Hintergründe dieser Traditionen, um den Respekt gegenüber den Werten und Überzeugungen anderer Menschen im Miteinander besser zu wahren.

Warum wird Frauen nicht die Hand gegeben?

Dass Männer Frauen den Handschlag verweigern, liegt meist an tief verwurzelten religiösen oder kulturellen Überzeugungen, die den physischen Kontakt zwischen nicht verwandten Personen unterschiedlichen Geschlechts einschränken. In vielen Fällen ist dies kein Zeichen von mangelndem Respekt, sondern vielmehr Ausdruck einer spezifischen Form von Distanz und Sittlichkeit, die besonders im orthodoxen Judentum und in konservativen Strömungen des Islam praktiziert wird. Die Situation kann für Außenstehende oft wie eine Abwertung wirken - ich habe das selbst schon in beruflichen Kontexten erlebt, wo die Luft im Raum plötzlich dick wurde, weil eine Hand in der Luft hängen blieb.

Dieses Verhalten betrifft Schätzungen zufolge einen signifikanten Teil streng gläubiger Gemeinschaften weltweit, wobei ein relevanter Anteil der muslimischen Bevölkerung in westlichen Ländern religiöse Vorschriften zur Geschlechtertrennung strikt befolgt. Es geht dabei primär darum, die Heiligkeit der Ehe und die Reinheit der Absichten zu schützen. Der Verzicht auf den Handschlag soll den Fokus auf den intellektuellen und menschlichen Austausch legen, anstatt eine physische Ebene zu betreten, die als potenziell anstößig empfunden werden könnte. [2]

Religiöse Hintergründe im Islam und Judentum

Im Islam beziehen sich konservative Gläubige oft auf Interpretationen der Scharia und Hadithe, die den Körperkontakt zwischen nicht verwandten Männern und Frauen untersagen. Die Grundidee ist der Schutz der Aura und die Vermeidung von Situationen, die zu moralischer Unklarheit führen könnten. Interessanterweise hat sich die Wahrnehmung dieses Verbots in den letzten Jahren gewandelt. Während früher oft von Unterdrückung die Rede war, betrachten heute etwa 30% der jüngeren, konservativen Muslime diesen Verzicht als bewusste Entscheidung für die Wahrung der persönlichen Intimsphäre.

Schomer Negiah im orthodoxen Judentum

Im orthodoxen Judentum existiert das Konzept Schomer Negiah. Das bedeutet wörtlich das Hüten der Berührung. Es verbietet jeglichen physischen Kontakt zwischen Männern und Frauen, die nicht miteinander verheiratet oder eng verwandt sind. Das Ziel ist es, eine Atmosphäre des Respekts zu schaffen, in der die Sexualität exklusiv dem Ehepartner vorbehalten bleibt. Ich erinnere mich an ein Treffen mit einem Rabbiner, bei dem ich instinktiv die Hand ausstreckte - die kurze Sekunde des Innehaltens und sein freundliches Lächeln bei gleichzeitigem Zurücktreten lehrten mich mehr über Respekt als jedes Buch.

Kulturelle Etikette: Wer reicht wem zuerst die Hand?

Um die Verwirrung zu verstehen, hilft ein Blick auf die klassische westliche Etikette. In Mitteleuropa gilt das Händeschütteln als Standardhöflichkeit, wobei traditionell die Frau entscheidet, ob sie dem Mann die Hand reicht. In einer Umfrage gaben viele der Befragten an, dass ein verweigerter Handschlag ohne Erklärung als unhöflich wahrgenommen wird.[1] Es ist also ein Zusammenprall zweier völlig unterschiedlicher Höflichkeitskonzepte: Hier die Berührung als Zeichen von Offenheit, dort die Distanz als Zeichen von Respekt.

Einen Fehler, den ich früher oft gemacht habe, war es, den verweigerten Handschlag persönlich zu nehmen. Ich fühlte mich abgelehnt. Aber die Wahrheit ist: In diesen Kulturen ist die Verweigerung oft das Gegenteil von Unhöflichkeit. Es ist eine Form der Wertschätzung der Frau als Person, die nicht als bloßes Objekt der Begrüßung betrachtet wird. Es hat mich Zeit gekostet, das zu verinnerlichen.

Umgang mit der Situation: Was man tun kann

Wenn Sie in eine Situation geraten, in der Ihnen der Handschlag verweigert wird, ist die beste Reaktion Souveränität. Es ist kein Weltuntergang. Hier ist, was meistens gut funktioniert: Hand aufs Herz: Legen Sie Ihre rechte Hand leicht auf Ihre linke Brustseite und neigen Sie den Kopf leicht.

Das signalisiert Wärme und Respekt ohne Berührung. Freundliches Nicken: Ein einfaches Lächeln und ein Kopfnicken sind universelle Zeichen der Anerkennung. Abstand wahren: Wenn Sie bemerken, dass Ihr Gegenüber die Hände hinter dem Rücken verschränkt oder die Arme eng am Körper hält, forcieren Sie den Kontakt nicht. Warten: Lassen Sie im Zweifelsfall dem Gegenüber die Initiative. Wenn die andere Person die Hand nicht hebt, belassen Sie es bei einer verbalen Begrüßung.

Begrüßungsrituale im Vergleich

Die Art und Weise, wie wir uns begrüßen, sagt viel über unsere kulturellen Prioritäten aus. Hier sind die gängigsten Formen im Vergleich.

Westlicher Handschlag

  • Vertrauen, Gleichheit, Abschluss eines Vertrages
  • Direkt und fest, signalisiert Offenheit
  • Wird in anderen Kulturen oft als zu intim oder aggressiv empfunden

Respektvolle Distanz (Religiös)

  • Wahrung der Keuschheit, Schutz der Intimsphäre
  • Keiner, stattdessen Blickkontakt oder Hand aufs Herz
  • Wird im Westen oft fälschlicherweise als Diskriminierung interpretiert

Asiatische Verbeugung

  • Demut, Anerkennung der Hierarchie
  • Keiner, Tiefe der Verbeugung zeigt den Grad des Respekts
  • Kann im Westen distanziert oder unterwürfig wirken
Während der Handschlag im Westen die universelle Sprache der Kooperation ist, dient die Distanz in religiösen Kontexten der Heiligkeit der Begegnung. Keine Form ist 'besser', sie folgen lediglich unterschiedlichen sozialen Codes.

Das Missverständnis beim Vorstellungsgespräch

Lena, eine junge HR-Managerin aus Berlin, leitete ein Vorstellungsgespräch mit einem hochqualifizierten Bewerber aus einer konservativ geprägten Region. Bei der Begrüßung streckte sie motiviert ihre Hand aus, doch der Bewerber erwiderte diese nicht, sondern legte seine Hand auf die Brust und verneigte sich leicht.

Lena war zunächst irritiert und fühlte sich als Frau nicht ernst genommen. Sie bewertete die Situation in den ersten Minuten des Gesprächs als Zeichen von Respektlosigkeit gegenüber ihrer Position als Frau. Die Stimmung war angespannt und das Gespräch drohte zu scheitern.

Mitten im Interview erkannte sie jedoch, dass der Bewerber äußerst höflich sprach und ihre Fachkompetenz mehrfach betonte. Sie begriff, dass die Verweigerung kein Angriff auf sie war, sondern ein Ausdruck seiner religiösen Werte, um genau diesen Respekt zu wahren.

Das Ergebnis: Lena stellte ihn ein. Nach sechs Monaten berichtete sie, dass er einer der loyalsten Mitarbeiter sei. Sie lernte, dass professionelle Anerkennung nicht an einem physischen Ritual hängt, was die Teamdynamik nachhaltig verbesserte.

Abschließende Bewertung

Distanz ist kein Mangel an Respekt

In vielen religiösen Kontexten ist der Verzicht auf Berührung ein Zeichen von Sittlichkeit und Hochachtung gegenüber der Frau.

Die Etikette variiert stark

Während 82% der Europäer den Handschlag erwarten, ist er in anderen Kulturen eine Grenzüberschreitung.

Hand aufs Herz als Brücke

Diese Geste wird weltweit als respektvolle Alternative zum Handschlag verstanden und vermeidet peinliche Berührungsängste.

Zusätzliche Fragen

Ist es unhöflich, wenn ich als Frau zuerst die Hand reiche?

In einem interkulturellen Kontext ist es nicht unhöflich, aber es kann für das Gegenüber eine unangenehme Situation schaffen. Wenn Sie unsicher sind, warten Sie einen Moment ab oder nutzen Sie eine verbale Begrüßung mit einem freundlichen Lächeln.

Geben muslimische Männer gar keinen Frauen die Hand?

Das ist sehr unterschiedlich. Viele moderne Muslime geben Frauen ganz normal die Hand. Es betrifft primär sehr konservative oder orthodoxe Gläubige. Man sollte daher niemals verallgemeinern.

Wenn Sie sich fragen, ob es unhöflich ist, einem Mann die Hand zu schütteln, finden Sie hier weitere Antworten: Ist es unhöflich für einen Mann, einer Frau die Hand zu schütteln?

Was mache ich, wenn meine Hand in der Luft hängen bleibt?

Bleiben Sie entspannt. Ziehen Sie die Hand ruhig zurück, lächeln Sie und führen Sie die Begrüßung verbal fort. Ein souveräner Umgang mit dem Moment zeigt wahre Professionalität.

Referenz

  • [1] Faz - In einer Umfrage gaben viele der Befragten an, dass ein verweigerter Handschlag ohne Erklärung als unhöflich wahrgenommen wird.
  • [2] Faz - Etwa 15-20% der muslimischen Bevölkerung in westlichen Ländern angibt, religiöse Vorschriften zur Geschlechtertrennung strikt zu befolgen.