Welches war das erste Buch der Welt?
Welches war das erste Buch der Welt: Rolle vs Druck
Die Frage nach welches war das erste buch der welt führt zu faszinierenden historischen Entwicklungen. Während frühe Funde aus Papierrollen bestanden, ermöglichte eine spätere Revolution der Druckerpresse die Massenproduktion von gebundenen Werken. Das Verständnis dieser technologischen Unterschiede hilft dabei, die Entstehung der Buchkultur und ihre technologische Evolution besser einzuordnen.
Die Antwort auf die Frage nach dem ersten Buch der Welt
Die Antwort auf die Frage nach dem ersten Buch der Welt hängt stark davon ab, wie man den Begriff Buch definiert. Wenn wir von einem gedruckten Text sprechen, der ein festes Datum trägt, dann ist das Diamant-Sutra das älteste Buch der Welt. Es wurde in China mittels Holztafeldruck hergestellt und ist über 600 Jahre älter als die Gutenberg-Bibel.
Es gibt jedoch verschiedene Meilensteine, je nachdem, ob man die Bindung, die Drucktechnik oder das verwendete Material betrachtet. Viele Menschen denken sofort an Johannes Gutenberg, doch die Geschichte des Buches begann weit vor dem 15. Jahrhundert.
In meiner Arbeit als Historiker habe ich oft erlebt, wie überrascht Menschen sind, wenn sie erfahren, dass die Drucktechnik mit beweglichen Lettern gar keine europäische Erfindung war. Ich erinnere mich noch gut an eine Ausstellung in Berlin, bei der ich vor einer Nachbildung des ältestes gedrucktes buch der welt stand. Die Präzision der über 1.100 Jahre alten Schriftzeichen war atemberaubend - weit entfernt von dem, was man als primitiv bezeichnen würde.
Das Diamant-Sutra: Ein Wunder aus dem alten China
Das Diamant-Sutra ist technisch gesehen eine Rolle, keine gebundene Buchform, wie wir sie heute kennen. Es besteht aus sieben Papierblättern, die zu einer Gesamtlänge von etwa 5 Metern zusammengefügt wurden. [2] Gefunden wurde es erst im Jahr 1900 in den Mogao-Grotten, einer versteckten Höhle in der Nähe der Stadt Dunhuang in China. Das Dokument war dort fast ein Jahrtausend lang perfekt konserviert geblieben.
Ein Kolophon am Ende des Textes verrät das genaue Datum der Herstellung: den 11. Mai 868. Der Holztafeldruck war damals die dominierende Technik. Dabei wurden ganze Textseiten spiegelverkehrt in Holzblöcke geschnitzt, eingefärbt und dann auf Papier gepresst. Das Verfahren war extrem aufwendig, aber es ermöglichte die Vervielfältigung religiöser Texte in einer für die damalige Zeit beachtlichen Stückzahl. Man schätzt, dass professionelle Drucker in China bereits im 9. Jahrhundert mehrere hundert Abzüge pro Tag herstellen konnten.
Jikji und Gutenberg: Der Weg zu beweglichen Lettern
Während das Diamant-Sutra den Meilenstein für das älteste datierte Druckwerk setzt, markiert das koreanische Buch Jikji einen weiteren technologischen Durchbruch. Es ist das weltweit älteste Buch, das mit beweglichen Metalllettern gedruckt wurde. Entstanden im Jahr 1377, wurde es ganze 78 Jahre vor der Gutenberg-Bibel fertiggestellt. Leider sind heute von den ursprünglichen zwei Bänden nur noch 38 Blätter des zweiten Bandes erhalten.
Johannes Gutenberg revolutionierte Europa ab 1452 mit seiner Druckerpresse. Er erfand das System der beweglichen Lettern nicht neu, aber er optimierte es durch eine Legierung aus Blei, Zinn und Antimon sowie eine spezielle ölbasierte Tinte. Gutenberg druckte schätzungsweise 180 Exemplare seiner berühmten 42-zeiligen Bibel. [5] Davon existieren heute noch 49 Exemplare in verschiedenen Erhaltungszuständen. Gutenbergs Erfolg lag vor allem in der Skalierbarkeit: Er machte Bücher zu einem Massenprodukt.
Ganz ehrlich? Gutenberg hatte auch eine Menge Glück. Er kombinierte bereits existierende Technologien - die Weinpresse, die Metallverarbeitung und die Papierherstellung - zu einem perfekt getimten Geschäftsmodell. Ohne die damals steigende Alphabetisierungsrate wäre seine Erfindung vielleicht ebenso in der Versenkung verschwunden wie einige frühere Versuche in Asien.
Vom Kodex zur gebundenen Form
Bevor gedruckt wurde, gab es den Kodex. Das ist die Buchform, wie wir sie heute kennen: einzelne Blätter, die an einer Seite geheftet und zwischen zwei Deckeln geschützt sind. Der Übergang von der Schriftrolle zum Kodex vollzog sich etwa zwischen dem 1. und 5. Jahrhundert n. Chr. Papyrus und später Pergament (gegerbte Tierhaut) waren die Materialien der Wahl.
Das älteste erhaltene Buch Europas, das in dieser Form gebunden wurde, ist der Ambrosiuscodex aus dem 5. Jahrhundert. Er zeigt, dass die Struktur des Buches seit über 1.500 Jahren nahezu unverändert geblieben ist. Es ist faszinierend zu sehen, dass wir trotz E-Books und Tablets immer noch auf ein Design setzen, das sich die Römer und frühen Christen ausgedacht haben. Es funktioniert einfach.
Vergleich historischer Erstlingswerke
Je nachdem, welche Kriterien man anlegt, können verschiedene Werke als das "erste Buch" bezeichnet werden. Hier sind die wichtigsten Stationen der Buchgeschichte.Diamant-Sutra (China)
868 n. Chr.
Ältestes exakt datiertes gedrucktes Werk der Welt
Holztafeldruck (Blockdruck)
Jikji (Korea)
1377 n. Chr.
78 Jahre älter als Gutenberg
Bewegliche Metalllettern
Gutenberg-Bibel (Deutschland)
ca. 1452 - 1455 n. Chr.
Start der Buchdruck-Revolution in Europa
Verbesserte bewegliche Lettern & Druckpresse
Während China den Blockdruck perfektionierte, setzte Korea den Meilenstein für Metalllettern. Gutenberg hingegen schuf das erste industrielle System, das Bücher für die breite Masse zugänglich machte.Die Entdeckung in der Höhle: Ein Zufallsfund
Ein mönchischer Wächter namens Wang Yuanlu stieß im Jahr 1900 in den Mogao-Grotten bei Dunhuang zufällig auf eine zugemauerte Tür. Er war eigentlich damit beschäftigt, Sand aus den Höhleneingängen zu schaufeln und hoffte auf religiöse Relikte.
Hinter der Mauer fand er tausende von Manuskripten und Bannern, die dort seit dem 11. Jahrhundert verborgen waren. Er wusste zunächst nicht, was er mit diesem riesigen Papierschatz anfangen sollte und versuchte erfolglos, lokale Behörden für den Fund zu interessieren.
Erst als der Forscher Aurel Stein Jahre später die Höhle besuchte, erkannte er den Wert. Unter den Dokumenten befand sich die Rolle des Diamant-Sutras. Stein kaufte einen Großteil der Sammlung für eine damals lächerlich geringe Summe von etwa 130 Pfund Sterling.
Heute gilt dieser Fund als einer der bedeutendsten der Archäologie. Das Diamant-Sutra wird sicher in der British Library verwahrt und hat unser Verständnis über die Geschichte der Technik und des Wissens grundlegend verändert.
Ausnahmen
Ist die Gutenberg-Bibel das erste Buch der Welt?
Nein, das ist ein häufiger Irrtum. Die Gutenberg-Bibel ist das erste Buch, das in Europa mit beweglichen Lettern gedruckt wurde. Das chinesische Diamant-Sutra ist jedoch fast 600 Jahre älter.
Wer hat das allererste Buch geschrieben?
Es gibt keinen einzelnen Autor des "ersten Buches". Frühe Texte wurden oft über Jahrhunderte mündlich überliefert und dann von Schreibern auf Tontafeln oder Papyrus festgehalten, wie etwa das Gilgamesch-Epos.
Was war das erste Buch mit beweglichen Lettern?
Das Jikji, ein koreanischer buddhistischer Text aus dem Jahr 1377, gilt als das älteste bekannte Buch, das mit beweglichen Metalllettern gedruckt wurde.
Das wichtigste Ergebnis
Definition entscheidendOb das Diamant-Sutra oder ein früher Kodex als erstes Buch gilt, hängt davon ab, ob man die Bindung oder den Druck priorisiert.
Asiatischer VorsprungDrucktechniken wie der Holztafeldruck und bewegliche Metalllettern wurden in China und Korea Jahrhunderte vor Europa entwickelt.
Gutenbergs BeitragGutenberg erfand das Drucken nicht, aber er machte es durch seine effiziente Presse zu einem Massenphänomen, das die Alphabetisierungsrate weltweit steigerte.
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