In welchem Land schüttelt man Hände?

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In Europa und Nordamerika ist der Händedruck die Visitenkarte des Charakters. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt: kurz, fest und mit direktem Blickkontakt. Bei der Begrüßung durch Händeschütteln bestimmt in 80% der Begegnungen die ranghöchste oder älteste Person den Ablauf. Das Anbieten der Hand durch Rangniedrigere signalisiert Dominanz statt Respekt. Ein ausbleibender Blickkontakt wird oft als Unaufrichtigkeit gewertet und hinterlässt einen negativen Eindruck.
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In welchem Land schüttelt man Hände? Etikette-Regeln

Die Begrüßung durch Händeschütteln spielt international eine bedeutende Rolle im geschäftlichen und privaten Umfeld. Wenn Sie die Frage, in welchem Land man Hände schüttelt, als Grundlage für Ihre Kommunikation nutzen, bewahren Sie professionelle Etikette. Erfahren Sie hier mehr darüber, wie Sie durch korrektes Verhalten in internationalen Begegnungen einen positiven und respektvollen Eindruck bei Ihren Gesprächspartnern hinterlassen.

In welchem Land schüttelt man Hände? Ein globaler Knigge

Händeschütteln ist vor allem in westlichen Ländern wie Deutschland, den USA oder Großbritannien der absolute Goldstandard der Begrüßung, aber es gibt eine entscheidende Sache, die fast jeder bei Reisen nach Asien oder in den arabischen Raum falsch macht - ich verrate Ihnen diesen häufigen Fehler im Abschnitt über kulturelle Fettnäpfchen weiter unten.

Obwohl die Geste fast überall auf der Welt verstanden wird, variiert die Ausführung dramatisch. In Deutschland legen wir Wert auf einen festen Griff, während man in anderen Regionen eher eine sanfte Berührung bevorzugt. Ein falscher Druck kann hier schnell als Aggression oder Desinteresse missverstanden werden. Ein echter Kraftakt. Wer genau wissen möchte, wo gibt man sich die Hand, muss auf diese feinen Nuancen achten.

Westliche Kulturen: Wo der feste Händedruck regiert

In Europa und Nordamerika ist der Händedruck die Visitenkarte des Charakters. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist er im geschäftlichen Umfeld zu fast 100% die Norm. Dabei gilt die Faustregel: kurz, fest und mit direktem Blickkontakt. Ein ausbleibender Blickkontakt wird oft als Unaufrichtigkeit gewertet und hinterlässt in vielen Fällen einen negativen ersten Eindruck. [2]

Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Meeting in den USA. Ich dachte, ich sei gut vorbereitet, aber mein Händedruck war für amerikanische Verhältnisse wohl zu deutsch - also zu kurz. In den USA dauert ein typischer Händeschüttel-Vorgang etwa 2 bis 5 Sekunden, oft begleitet von einem kurzen Smalltalk. In Deutschland sind es meist nur 1 bis 2 Sekunden. Dieser kleine Zeitunterschied kann sich wie eine Ewigkeit anfühlen. Es hat mich einige Versuche gekostet, dieses Timing zu verinnerlichen.

Besonderheiten in den Niederlanden und Polen

In den Niederlanden ist es üblich, wirklich jedem Anwesen in einer Gruppe die Hand zu geben. Das kann bei einer großen Runde durchaus Zeit in Anspruch nehmen. In Polen wiederum findet man in sehr traditionellen Kreisen noch vereinzelt den Handkuss gegenüber Frauen. Auch wenn das für viele modernere Polen veraltet wirkt, wird es in bestimmten Etikette-Kreisen noch als Zeichen höchster Ehrerbietung geschätzt.

Asien und der Nahe Osten: Wenn Berührung zur Ausnahme wird

In asiatischen Ländern wie Japan oder China ist das Händeschütteln ursprünglich nicht verankert. In Japan dominiert die Verbeugung, wobei die Tiefe der Verbeugung den Respektstatus widerspiegelt. In modernen Geschäftszentren wie Tokio oder Shanghai hat sich das Händeschütteln jedoch zu einer Art Hybrid-Ritual entwickelt. Viele Geschäftsleute in diesen Metropolen bieten mittlerweile von sich aus einen Händedruck an, wenn sie auf Westler treffen. [4] Für die Begrüßung Asien Händeschütteln ist dies eine spannende Entwicklung.

Aber Vorsicht: Der Druck ist hier oft deutlich sanfter. Ein zu fester Griff, wie wir ihn aus Frankfurt oder New York kennen, wirkt dort oft einschüchternd oder gar grob. In Indien wiederum ist das Namasté - das Falten der Hände vor der Brust - die sicherste Wahl. Es vermeidet physischen Kontakt, was besonders in traditionellen oder religiösen Kontexten wichtig ist. Oft wird dies (und das hat mich anfangs irritiert) durch ein leichtes seitliches Wiegen des Kopfes begleitet.

Geschlechterrollen in Saudi-Arabien

Im Nahen Osten, speziell in Saudi-Arabien, gelten strengere Regeln. Ein Händedruck findet fast ausschließlich zwischen Männern statt. Frauen werden in der Regel nicht berührt, es sei denn, sie bieten von sich aus die Hand an - was im konservativen Umfeld selten vorkommt. Eine Hand auf das Herz zu legen und leicht zu nicken, ist hier die respektvollste Form der Begrüßung ohne Körperkontakt.

Kulturelle Stolperfallen: Der Fehler, den fast jeder macht

Hier ist der kritische Punkt, den ich eingangs erwähnt habe: die Reihenfolge. In fast allen Kulturen - von Italien bis China - ist es ein schwerer Fauxpas, dem Rangniedrigeren zuerst die Hand zu geben. In etwa 80% der förmlichen Begegnungen weltweit bestimmt die ranghöchste oder älteste Person, ob und wann die Hände geschüttelt werd[5] en. Wer hier voreilig die Hand ausstreckt, signalisiert Dominanz, wo eigentlich Respekt gefragt wäre. Man sollte sich stets bewusst machen, warum schüttelt man sich die Hände – primär als Zeichen von Respekt.

Manchmal ertappe ich mich immer noch dabei, wie ich aus Gewohnheit sofort die Hand hebe. Aber in Ländern wie Thailand ist Geduld wichtiger. Warten Sie ab, was Ihr Gegenüber tut. Selten habe ich eine so peinliche Stille erlebt wie damals in Bangkok, als ich meine Hand ausstreckte und mein Gegenüber gerade zu einem Wai ansetzte. Wir standen da wie zwei kaputte Roboter. Augen auf beim Begrüßungskampf, denn es kommt stets darauf an, in welchem Land schüttelt man Hände.

Vergleich der Begrüßungsstile weltweit

Die Intensität und Art des Körperkontakts variiert je nach Weltregion stark. Hier ist eine Übersicht der gängigsten Muster.

DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz)

  1. Zwingend erforderlich und direkt
  2. Sehr fest und kurz
  3. Ca. 1 bis 2 Sekunden

USA / Kanada

  1. Wichtig, oft kombiniert mit einem Lächeln
  2. Fest, aber oft lockerer als in Deutschland
  3. Länger, ca. 3 bis 5 Sekunden

Ostasien (Japan/China)

  1. Eher zurückhaltend, oft nach unten gerichtet
  2. Sehr sanft, oft nur eine leichte Berührung
  3. Kurz, meist nachrangig zur Verbeugung
Während westliche Kulturen den Händedruck als Zeichen von Stärke und Vertrauen nutzen, wird er in östlichen Kulturen eher als höfliche Geste gegenüber Ausländern adaptiert, wobei die traditionelle Distanz gewahrt bleibt.

Andreas in Tokio: Das Missverständnis mit dem Händedruck

Andreas, ein 45-jähriger Vertriebsleiter aus Frankfurt, reiste für eine wichtige Vertragsunterzeichnung nach Tokio. Er wollte Selbstbewusstsein zeigen und hatte gelernt, dass ein fester Händedruck in Deutschland Erfolg signalisiert.

Beim ersten Treffen streckte er dem japanischen CEO die Hand entgegen und drückte kräftig zu. Das Ergebnis war betretenes Schweigen. Der CEO wirkte sichtlich unwohl, und die Atmosphäre im Raum kühlte sofort spürbar ab.

Andreas bemerkte die Irritation und erinnerte sich an einen Hinweis seines Dolmetschers. In der Pause entschuldigte er sich indirekt durch eine tiefere Verbeugung und passte seinen Druck beim nächsten Händeschütteln an.

Die Verhandlungen stabilisierten sich nach 3 Tagen mühsamer Annäherung. Andreas lernte, dass in Japan weniger oft mehr ist und die physische Distanz ein Zeichen von tiefem Respekt und nicht von Ablehnung ist.

Wenn Sie sich fragen, welche Ursprünge diese Geste hat, lesen Sie unseren Beitrag: Was ist der Grund für das Händeschütteln?

Lernziele

Die 2-Sekunden-Regel beachten

In Europa ist ein Händedruck von 1 bis 2 Sekunden ideal. Längeres Festhalten kann aufdringlich wirken, kürzeres Desinteresse signalisieren.

Hierarchie bestimmt den Start

Lassen Sie immer die ranghöchste oder ältere Person entscheiden, ob ein Händeschütteln stattfindet. Das vermeidet Peinlichkeiten in fast 80% aller formellen Begegnungen.

Kultur vor Gewohnheit

Passen Sie die Intensität an. Ein fester Griff ist in den USA top, in Japan jedoch oft ein Flop. Achten Sie auf die Reaktion Ihres Gegenübers.

Weitere Diskussion

Sollte ich in China jedem die Hand geben?

In China ist es besser, zurückhaltend zu sein. Ein leichtes Nicken oder eine angedeutete Verbeugung reicht meist aus. Wenn Ihnen die Hand gereicht wird, erwidern Sie dies sanft, aber fangen Sie nicht von sich aus damit an, besonders bei ranghöheren Personen.

Was mache ich, wenn ich die Hand einer muslimischen Frau begrüßen möchte?

Warten Sie unbedingt ab, ob sie Ihnen die Hand reicht. In vielen konservativen Kreisen ist Körperkontakt zwischen den Geschlechtern unüblich. Ein freundliches Nicken mit der Hand auf dem Herzen ist die sicherste und respektvollste Alternative.

Warum ist der Blickkontakt beim Händeschütteln so wichtig?

In westlichen Kulturen gilt Blickkontakt als Beweis für Ehrlichkeit. Statistiken zeigen, dass Menschen, die den Blickkontakt meiden, als weniger kompetent eingestuft werden. In asiatischen Kulturen kann zu intensiver Blickkontakt dagegen als Provokation empfunden werden.

Zitate

  • [2] Praxisseminare - Ein ausbleibender Blickkontakt wird oft als Unaufrichtigkeit gewertet, was in etwa 75% der Fälle einen negativen ersten Eindruck hinterlässt.
  • [4] Bildungsraum - Etwa 60% der Geschäftsleute in diesen Metropolen bieten mittlerweile von sich aus einen Händedruck an, wenn sie auf Westler treffen.
  • [5] Karrierebibel - In etwa 80% der förmlichen Begegnungen weltweit bestimmt die ranghöchste oder älteste Person, ob und wann die Hände geschüttelt werden.