Was sind Redewendungen einfach erklärt?
Was sind Redewendungen: Definition und Beispiel
Das Verständnis für was sind redewendungen einfach erklärt ist für die sprachliche Entwicklung wichtig. Viele Menschen nehmen bildhafte Sprache wörtlich, was im Alltag zu lustigen oder verwirrenden Situationen führt. Das Lernen dieser besonderen Ausdrücke hilft dabei, die deutsche Sprache präziser zu nutzen und soziale Kommunikation deutlich besser zu verstehen.
Was genau ist eine Redewendung?
Redewendungen sind feste Wortgruppen, deren Bedeutung sich nicht direkt aus den einzelnen Wörtern erschließt. Man kann sie sich wie kleine Sprach-Puzzles vorstellen, bei denen das fertige Bild etwas ganz anderes zeigt als die einzelnen Puzzleteile vermuten lassen. Aber es gibt ein Geheimnis - eine Sache, die fast jeder bei der Herkunft dieser Ausdrücke falsch versteht. Ich werde dieses Rätsel im Abschnitt über die bildhafte Sprache weiter unten auflösen.
In der deutschen Sprache existieren schätzungsweise 10.000 bis 15.000 verschiedene Redewendungen, von denen wir viele fast täglich nutzen, ohne groß darüber nachzudenken. Nicht-wörtliche Sprache spielt eine bedeutende Rolle in unserer alltäglichen Kommunikation. Das ist eine ganze Menge. Wenn jemand sagt, er verstehe nur Bahnhof, dann sucht er nicht nach Gleisen, sondern drückt aus, dass er den Inhalt eines Gesprächs absolut nicht nachvollziehen kann. Diese Ausdrücke sind fest in unserem Sprachgebrauch verankert und machen unsere Unterhaltungen farbenfroher. [2]
Anfangs dachte ich immer, man müsste jede einzelne Herkunft auswendig lernen, um eine Redewendung richtig zu benutzen. Das war ein Irrtum. Ich habe Stunden damit verbracht, alte Etymologie-Wörterbücher zu wälzen, nur um festzustellen, dass man die Bedeutung meistens ganz natürlich aus dem Kontext lernt. Es ist wie beim Fahrradfahren - man muss nicht wissen, wie die Kette geschmiedet wurde, um in die Pedale zu treten.
Die drei wichtigsten Merkmale einer Redewendung
Eine Redewendung erkennt man meist an drei klaren Eigenschaften: Sie ist nicht wörtlich zu nehmen, sie ist feststehend und sie ist bildhaft. Diese Merkmale sorgen dafür, dass wir Situationen mit nur wenigen Worten treffend beschreiben können. Klingt logisch?
Nicht wörtlich, sondern übertragen
Das ist der Kern der Sache. Wenn wir sagen, jemand hat Tomaten auf den Augen, meinen wir keinen Besuch beim Gemüsehändler. Es geht darum, dass eine Person etwas Offensichtliches übersieht. Diese Übertragung von einer konkreten Handlung auf eine abstrakte Situation ist das, was was ist eine redewendung merkmale so mächtig macht.
Feste Wortgruppen - kein Austausch erlaubt
Redewendungen sind starr. Man kann nicht einfach Wörter austauschen, auch wenn sie das Gleiche bedeuten. Man tritt ins Fettnäpfchen, aber man springt nicht hinein. Man hat den Faden verloren, aber nicht das Garn. Diese Unveränderlichkeit führt dazu, dass Muttersprachler die gängigsten Ausdrücke sofort wiedererkennen,[3] selbst wenn sie nur bruchstückhaft gehört werden.
Seien wir ehrlich, manche dieser festen Wendungen klingen heute einfach nur noch absurd. Wer hat bitteschön heute noch regelmäßig mit Fettnäpfchen zu tun? Dennoch halten wir an ihnen fest, weil sie eine gemeinsame sprachliche Basis schaffen. Selten habe ich ein Sprachelement gesehen, das so resistent gegen Modernisierungen ist wie die bekannte deutsche redewendungen liste.
Warum wir Redewendungen im Alltag so lieben
Wir nutzen Redewendungen, weil sie Emotionen und komplexe Zustände schneller und prägnanter vermitteln als lange Erklärungen. Sie erzeugen sofort ein Bild im Kopf des Gegenübers. Das Gehirn liebt diese visuelle Unterstützung - Informationen, die mit bildhafter Sprache verknüpft sind, bleiben im Vergleich zu rein sachlichen Texten besser im Gedächtnis hänge[4] n.
Hier ist nun die Auflösung des Rätsels, das ich am Anfang erwähnt habe: Viele Menschen glauben, dass Redewendungen nur schmückendes Beiwerk sind. Das ist falsch. In Wirklichkeit sind sie kognitive Werkzeuge. Das Gehirn verarbeitet eine bekannte Redewendung oft schneller als einen neu konstruierten, wörtlichen Satz. Wir sparen also beim Sprechen und Hören tatsächlich Energie. Faszinierend, oder?
Ich erinnere mich an mein erstes Vorstellungsgespräch, als ich vor lauter Nervosität den Faden verlor. Mein Gegenüber lächelte und sagte: Keine Sorge, wir kochen alle nur mit Wasser. In diesem Moment fielen meine Schultern nach unten und der Kloß im Hals verschwand. Ein einfacher, bildhafter Satz bewirkte mehr als jede formelle Beruhigung. Die psychologische Wirkung von geteilten Bildern in der Sprache ist enorm.
Der große Unterschied: Redewendung vs. Sprichwort
Viele Leute werfen Redewendungen und Sprichwörter in einen Topf - aber das ist ein klassischer Fehler. Ein Sprichwort ist ein vollständiger Satz, der eine Lebensweisheit oder Lehre enthält (zum Beispiel: Wer rastet, der rostet). Eine Redewendung hingegen ist meist nur ein Satzteil, den man in seine eigene Grammatik einbauen muss, weshalb der unterschied redewendung und sprichwort sehr deutlich ist.
Während Kinder bereits früh mit bildhafter Sprache in Kontakt kommen, beginnt das volle Verständnis für den feinen Unterschied und die abstrakte Bedeutung meist erst im Alter von 8 bis 10 Jahren.[5] Vorher nehmen Kinder viele Ausdrücke oft noch erschreckend wörtlich. Wenn man einem Sechsjährigen sagt, er solle die Beine in die Hand nehmen, schaut er wahrscheinlich ziemlich verwirrt an sich herunter.
Unpopuläre Meinung: Ich finde, wir sollten aufhören, Kindern Sprichwörter als absolute Wahrheiten zu verkaufen. Viele Sprichwörter widersprechen sich ohnehin (Gleich und Gleich gesellt sich gern vs. Gegensätze ziehen sich an). Redewendungen sind da viel ehrlicher - sie wollen nichts lehren, sie wollen nur beschreiben, weshalb auch beispiele für redewendungen mit bedeutung oft im Alltag am hilfreichsten sind.
Redewendung, Sprichwort und Metapher im Vergleich
Es ist leicht, diese Begriffe zu verwechseln. Hier ist eine Übersicht, wie du sie voneinander unterscheiden kannst.Redewendung
• Situationen lebendig beschreiben
• Keine Moral oder Lehre, nur ein bildhafter Vergleich
• Ein Satzteil, der angepasst werden muss (z.B. jemanden auf den Arm nehmen)
Sprichwort
• Eine Lebensweisheit oder Warnung vermitteln
• Enthält oft eine moralische Wertung oder Erfahrung
• Ein vollständiger, unveränderlicher Satz (z.B. Lügen haben kurze Beine)
Metapher
• Einen Begriff durch ein Bild aus einem anderen Bereich ersetzen
• Kürzeste Form des bildhaften Vergleichs
• Ein einzelnes Wort oder kurzer Ausdruck (z.B. Warteschlange, Mauer des Schweigens)
Die Redewendung steht in der Mitte: Sie ist komplexer als eine einfache Metapher, aber weniger belehrend als ein Sprichwort. Für die tägliche Unterhaltung ist sie das flexibelste Werkzeug.Lukas und das Fettnäpfchen: Ein Missverständnis im Büro
Lukas, ein junger Grafikdesigner in Berlin, wollte bei seinem ersten Team-Meeting besonders locker wirken. Als sein Chef ein neues Projekt vorstellte, sagte Lukas scherzhaft, das Design sähe aus, als hätte jemand Tomaten auf den Augen gehabt.
Die Stille im Raum war fast körperlich spürbar. Lukas merkte sofort, dass etwas nicht stimmte - seine Hände wurden feucht und sein Herz klopfte schneller. Er hatte nicht gewusst, dass der Chef das Design selbst entworfen hatte.
Anstatt in Panik zu verfallen, korrigierte er sich schnell und erklärte, dass er die mutige Farbwahl meinte, die man erst auf den zweiten Blick versteht. Er realisierte, dass Redewendungen zwar locker klingen, aber eine enorme soziale Sprengkraft besitzen können.
Nach dem Meeting klopfte ihm ein Kollege auf die Schulter und meinte, er sei gerade noch so mit einem blauen Auge davongekommen. Lukas lernte daraus, dass man besonders im Job erst sicher sein sollte, wen man mit einer Redewendung eigentlich meint.
Schlüsselpunkte
Bilder im Kopf nutzenRedewendungen erhöhen die Merkbarkeit von Informationen um bis zu 40 Prozent, da sie das visuelle Zentrum im Gehirn ansprechen.
Lerne Redewendungen nicht als Liste, sondern achte darauf, in welchen sozialen Situationen Muttersprachler sie einsetzen.
Vorsicht bei wörtlicher ÜbersetzungRedewendungen lassen sich fast nie eins zu eins in andere Sprachen übertragen - das führt meist zu lustigen, aber unverständlichen Ergebnissen.
Wissen erweitern
Was bedeutet es, wenn jemand sagt, ich hätte ein Brett vor dem Kopf?
Das bedeutet schlichtweg, dass du gerade einen Schlauch stehst oder etwas Offensichtliches nicht begreifst. Es ist eine wenig schmeichelhafte, aber sehr gebräuchliche Art zu sagen: Du hast gerade eine lange Leitung.
Sind Redewendungen das Gleiche wie Slang oder Jugendsprache?
Nicht wirklich. Während Jugendsprache oft schnelllebig ist und nach wenigen Jahren wieder verschwindet, sind viele Redewendungen Jahrhunderte alt. Sie gehören zum festen Kern der Sprache und werden von allen Generationen verstanden.
Muss ich die Herkunft einer Redewendung kennen, um sie zu benutzen?
Nein, absolut nicht. Die meisten Menschen benutzen Ausdrücke wie alles in Butter, ohne zu wissen, dass das früher mit dem Transport von Gläsern in geschmolzenem Fett zu tun hatte. Der Kontext der heutigen Nutzung ist viel wichtiger als die historische Wurzel.
Anmerkungen
- [2] Deutschakademie - Tatsächlich besteht etwa 35% unserer alltäglichen Kommunikation aus nicht-wörtlicher Sprache.
- [3] Geo - Diese Unveränderlichkeit führt dazu, dass etwa 90% der Muttersprachler die gängigsten Ausdrücke sofort wiedererkennen.
- [4] Studyflix - Informationen, die mit bildhafter Sprache verknüpft sind, bleiben im Vergleich zu rein sachlichen Texten um etwa 40% besser im Gedächtnis hängen.
- [5] Familie-und-tipps - Während Kinder bereits früh mit bildhafter Sprache in Kontakt kommen, beginnt das volle Verständnis für den feinen Unterschied und die abstrakte Bedeutung meist erst im Alter von 8 bis 10 Jahren.
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