Was ist Regenwasser und wofür wird es verwendet?
Was ist regenwasser und wofür wird es verwendet? Die Nutzung
Das Sammeln von Niederschlag schont wertvolle Ressourcen im eigenen Zuhause. Erfahren Sie, was ist regenwasser und wofür wird es verwendet, um die Umwelt effektiv zu entlasten. Die richtige Nutzung bietet erhebliche finanzielle Vorteile. Zudem schützt diese Maßnahme das lokale Ökosystem nachhaltig vor Überlastung. Informieren Sie sich über die praktischen Einsatzbereiche im Alltag.
Was ist Regenwasser eigentlich genau?
Regenwasser, auch Niederschlagswasser genannt, ist im Grunde auf natürliche Weise destilliertes Wasser aus der Atmosphäre. Wenn du dich fragst, was ist Regenwasser und wofür wird es verwendet, lautet die kurze Antwort: Es dient im Haushalt meist als kalkfreies Betriebswasser für die Gartenbewässerung, die Toilettenspülung oder die Waschmaschine, um unser kostbares Trinkwasser zu schonen.
Es gibt jedoch ein unterschätztes Risiko bei der Nutzung, das viele Hausbesitzer komplett ignorieren - ich erkläre das im Abschnitt zur Wasserqualität weiter unten genauer.
Das Sammeln lohnt sich aber enorm. Ein durchschnittlicher Haushalt kann seinen täglichen Trinkwasserbedarf durch regenwassernutzung vorteile um fast 50 Prozent reduzieren.
Warum Regenwasser nutzen Haushalt und Geldbeutel schont
Der tägliche Wasserverbrauch liegt in Deutschland bei etwa 127 Litern pro Person. Fast ein Drittel davon fließt buchstäblich die Toilette hinunter. Seien wir ehrlich - am Anfang dachte ich, eine einfache Regentonne am Fallrohr reicht völlig aus.
In Wirklichkeit war sie nach zwei heißen Sommertagen komplett leer. Erst als ich eine unterirdische Zisterne installierte, spürte ich den Unterschied bei den Nebenkosten.
Das weiche, kalkfreie Wasser schont zudem die Heizstäbe der Waschmaschine erheblich. Du brauchst etwa 20 Prozent weniger Waschmittel und kannst auf Entkalker komplett verzichten. Ein echter Vorteil. Deine Wäsche wird spürbar weicher, ohne dass du zusätzliche Chemie einsetzen musst.
Das unterschätzte Risiko: Schadstoffe und Hygiene
Hier ist das Risiko, das ich vorhin erwähnt habe: Unbehandeltes Regenwasser vom Dach ist niemals rein. Es wäscht Schmutz, Vogelkot und oft auch unsichtbare Schadstoffe wie PFAS aus der Luft und von den Dachpfannen.
Für den Rasen ist das unproblematisch. Für die Dusche? Ein absolutes No-Go. Wenn du regenwasser als brauchwasser im Haus nutzt, ist ein strikt getrenntes Leitungssystem gesetzlich vorgeschrieben.
Die Trinkwasserverordnung verbietet jede Querverbindung zum öffentlichen Netz strikt, um eine Verkeimung des städtischen Wassers zu verhindern. Ich habe bei meiner Planung fast den Fehler gemacht, die alten Leitungen nutzen zu wollen - ein befreundeter Installateur hat mich gerade noch rechtzeitig gewarnt.
Eignung von Regenwasser im Haushalt
Nicht jeder Tropfen Wasser muss Trinkwasserqualität haben. Hier ist eine Übersicht, wofür sich gesammeltes Niederschlagswasser eignet und wo die Grenzen liegen.Gartenbewässerung (Ideal) ⭐
- Keine, das Sammeln im Garten ist überall problemlos erlaubt
- Kalkfrei und temperiert, ideal für empfindliche Pflanzen
- Gering - eine einfache Regentonne oder kleine Zisterne mit Pumpe reicht
Toilettenspülung & Waschmaschine
- Meldepflicht beim Gesundheitsamt und dem örtlichen Wasserversorger
- Ausreichend, sofern Grobfilter und beruhigter Zulauf vorhanden sind
- Hoch - erfordert ein separates Leitungssystem und eine Hauswasserstation
Körperpflege & Trinken
- Strikte Auflagen der Trinkwasserverordnung machen dies für Privathaushalte extrem unwirtschaftlich
- Ungenügend - hohe Belastung durch Keime und Umweltschadstoffe
- Sehr hoch - erfordert komplexe, wartungsintensive Aufbereitungsanlagen
Für die meisten Haushalte ist die Kombination aus Gartenbewässerung und Toilettenspülung der Sweet Spot. Es spart massiv Wasser, ohne dass teure chemische Aufbereitungsanlagen nötig werden.Die Zisterne für das Einfamilienhaus in Stuttgart
Thomas, ein 38-jähriger Familienvater aus Stuttgart, wollte nachhaltiger leben und baute eine 5000-Liter-Zisterne in seinen Vorgarten ein. Sein Ziel war es, Waschmaschine und Toiletten für vier Personen komplett mit Regenwasser zu betreiben.
Sein erster Versuch endete extrem frustrierend. Das Wasser in den Toilettenspülkästen roch nach zwei Wochen unangenehm faulig und hinterließ braune Ränder. Er überlegte schon, das teure System wieder abzuklemmen und den Verlust abzuschreiben.
Dann bemerkte er den Fehler. In der Zisterne fehlten der beruhigte Zulauf und ein spezieller Überlaufsiphon. Der Schmutz am Boden wurde bei jedem Regenguss aufgewirbelt. Nach dem Nachrüsten dieser simplen Filterteile für knapp 150 Euro blieb das Wasser absolut klar und geruchlos.
Nach einem Jahr senkte die Familie ihren Trinkwasserverbrauch um 43 Prozent. Die Investition amortisiert sich zwar erst in etwa zwölf Jahren, aber das gute Gewissen und der Verzicht auf Entkalker beim Waschen waren es ihm sofort wert.
So setzen Sie es um
Fast die Hälfte sparenDurch die Nutzung von Regenwasser für Toilette, Waschmaschine und Garten lässt sich der tägliche Trinkwasserbedarf um fast 50 Prozent senken.
Strikte Trennung ist GesetzRegenwasser- und Trinkwasserleitungen dürfen niemals miteinander verbunden werden, um gefährliche Verkeimungen des öffentlichen Netzes zu verhindern.
Filtration ist entscheidendGrobfilter am Fallrohr und ein beruhigter Zulauf in der Zisterne verhindern Faulgerüche und sorgen für klares Wasser im Haushalt.
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Ist Regenwasser sammeln erlaubt?
Ja, absolut. Du darfst Regenwasser auf deinem Grundstück sammeln und nutzen. Anlagen, die das Wasser ins Haus leiten (wie für Toiletten), musst du jedoch beim örtlichen Gesundheitsamt und deinem Wasserversorger anmelden.
Kann man Regenwasser nutzen, wenn man zur Miete wohnt?
Für den Balkon oder Gemeinschaftsgarten kannst du nach Absprache oft eine Regentonne aufstellen. Für die Nutzung im Haus als Betriebswasser brauchst du zwingend die Zustimmung des Vermieters, da tiefgreifende Umbauten am Leitungssystem nötig sind.
Lohnt sich eine Regenwassernutzungsanlage finanziell?
Bei einem Vier-Personen-Haushalt sparst du jährlich etwa 150 bis 250 Euro an Wasser- und Abwassergebühren. Da eine professionelle Anlage samt Erdarbeiten oft 4000 bis 6000 Euro kostet, ist es eher eine ökologische als eine rein finanzielle Entscheidung.
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