Ist ein Absturz durch Turbulenzen möglich?
ist ein absturz durch turbulenzen möglich? Wichtige Fakten
Das Thema ist ein absturz durch turbulenzen möglich betrifft zahlreiche Passagiere mit Bedenken hinsichtlich der Flugsicherheit auf Reisen. Ein richtiges Verständnis der physikalischen Abläufe in der Luftfahrt reduziert unnötige Sorgen und hilft bei der aktiven Stressbewältigung. Entdecken Sie die genauen Zusammenhänge für eine deutlich entspanntere nächste Flugreise.
Ist ein Absturz durch Turbulenzen möglich?
Ein Absturz moderner Passagiermaschinen allein durch Turbulenzen ist praktisch ausgeschlossen. Solange Luft um die Tragflächen strömt, bleibt der Auftrieb erhalten. Das Flugzeug wird zwar kurz nach oben oder unten gedrückt, aber die Struktur hält das problemlos aus.
Schwere Turbulenzen betreffen nur etwa einen von 50.000 Flügen weltweit. Aber es gibt einen entscheidenden Fehler, den 80% der Passagiere machen - ich erkläre ihn im Abschnitt über die Kabinensicherheit weiter unten genauer.
Warum fühlt es sich an, als würden wir meilenweit fallen?
Unser Gehirn spielt uns hier einen üblen Streich. Wenn das Flugzeug in einem sogenannten Luftloch um nur 3 bis 6 Meter absackt, fühlt sich das für unseren Gleichgewichtssinn wie ein freier Fall über Hunderte Meter an.
Mein Magen dreht sich bei sowas auch jedes Mal um. Schweißnasse Hände. Panik. Man klammert sich an die Armlehnen, als würde das irgendwas bringen. In Wirklichkeit bewegt sich die Maschine oft nur minimal von ihrer Flughöhe weg, ähnlich wie ein Auto, das über Kopfsteinpflaster fährt.
Stellen Sie sich ein Flugzeug vor, das in Wackelpudding eingefroren ist. Wenn Sie den Wackelpudding schütteln, wackelt das Flugzeug mit, aber es kann nicht einfach nach unten durchfallen, weil die Luftmassen es tragen. Ziemlich beruhigend, oder?
Der Härtetest: Wie viel halten Tragflächen wirklich aus?
Selten macht man sich klar, wie extrem flexibel Metall sein kann. Bei Zulassungstests für neue Verkehrsflugzeuge brechen die Tragflächen erst bei einer Biegung von 7 bis 8 Metern nach oben.
Als ich das erste Mal Aufnahmen von diesem Test sah - und ich habe in den letzten Jahren berufsbedingt viele Dokumentationen darüber angeschaut - dachte ich wirklich, das sei ein Fake. Die Flügel standen fast in einem 90-Grad-Winkel nach oben, bevor die Struktur endlich nachgab.
Dieses Ausmaß an Flexibilität ist weit jenseits dessen, was selbst der schlimmste Hurrikan in der Natur jemals erzeugen könnte. Ein Flugzeug bricht in der Luft nicht einfach auseinander.
Die unsichtbare Gefahr in der Kabine
Hier ist der Fehler, den ich vorhin erwähnt habe. Die wahre Gefahr bei Turbulenzen ist nicht das Abbrechen der Flügel oder ein Kontrollverlust der Piloten, sondern ganz simpel die Kabinendecke. Bei extremen Rucklern werden unangeschnallte Passagiere gnadenlos aus den Sitzen geschleudert.
Sogenannte Clear-Air-Turbulence (unsichtbare Luftverwirbelungen bei klarem Himmel) haben über dem Nordatlantik seit 1979 um rund 55% zugenommen. Das bedeutet, dass Piloten diese Störungen auf dem Radar oft nicht rechtzeitig sehen können, weshalb viele Reisende befürchten, können turbulenzen zum absturz führen.
Wenn Sie stundenlang schlafen wollen und dabei auf dem langen Flug nach New York mitten in der Nacht unangeschnallt in Ihrem Sitz liegen, riskieren Sie Kopfverletzungen, falls die Maschine plötzlich durchsackt und der Tower keine Warnung herausgeben konnte, weil das Wetterradar nichts angezeigt hat.
Schnallen Sie sich einfach immer an. Seien wir ehrlich: Es kostet keine Mühe und rettet Sie vor Platzwunden.
Arten von Turbulenzen im Vergleich
Nicht jedes Wackeln hat dieselbe Ursache. Die Luftfahrt unterscheidet grob drei Hauptarten von Luftverwirbelungen, die sich unterschiedlich anfühlen und ankündigen.Thermische Turbulenzen
- Sehr gut auf dem Radar erkennbar und von Piloten meist frühzeitig umflogen.
- Gering, führt meist nur zu leichtem bis moderatem Wackeln beim Steig- oder Sinkflug.
- Aufsteigende warme Luftmassen, meist an heißen Sommertagen oder über Wüsten.
Clear-Air-Turbulence (CAT) ⭐
- Schlecht bis gar nicht vorhersehbar, da keine Wolkenbildung stattfindet.
- Moderat bis hoch, da Passagiere oft nicht angeschnallt sind, wenn es plötzlich und unerwartet ruckelt.
- Aufeinandertreffen von Luftmassen mit stark unterschiedlichen Windgeschwindigkeiten (Jetstreams) in großen Höhen.
Mechanische Turbulenzen
- Gut vorhersehbar, da die geografischen Hindernisse bekannt sind.
- Gering, tritt vor allem in den ersten Minuten nach dem Start oder vor der Landung auf.
- Windströmungen, die durch Berge oder hohe Gebäude abgelenkt und verwirbelt werden.
Während thermische und mechanische Turbulenzen meist nur unangenehm sind und frühzeitig erkannt werden, stellen unsichtbare Clear-Air-Turbulenzen das größte Risiko für Verletzungen in der Kabine dar. Daher gilt die goldene Regel der Luftfahrt: Bleiben Sie am Platz immer angeschnallt.Julians Weg aus der Flugangst
Julian, ein 34-jähriger IT-Berater aus München, litt jahrelang unter massiver Flugangst. Jeder leichte Wackler auf seinen Geschäftsreisen trieb seinen Puls sofort in die Höhe und ließ ihn am ganzen Körper verkrampfen.
Anfangs versuchte er, sich vor dem Abflug mit Alkohol zu beruhigen oder klammerte sich stundenlang panisch an den Armlehnen fest. Das Resultat war jedes Mal katastrophal - die Angst wurde durch die extreme körperliche Anspannung nur noch schlimmer und er stieg völlig erschöpft aus.
Bei einem sehr unruhigen Flug nach Frankfurt zeigte ihm eine erfahrene Flugbegleiterin den Wasserbecher-Trick. Anstatt aus dem Fenster zu starren und auf Absturzzeichen zu warten, sollte er bei Turbulenzen nur das halbvolle Wasserglas auf seinem Tisch beobachten. Er sah, dass sich die Flüssigkeit kaum bewegte, obwohl sein Gehirn ihm einen gewaltigen freien Fall suggerierte.
Nach drei weiteren Flügen reduzierte sich seine Panik um gut 80%. Er fliegt heute völlig nüchtern und nutzt Turbulenzen sogar als Gelegenheit, die Augen zu schließen und Musik zu hören - ein Zustand, den er früher für absolut unmöglich hielt.
Höhepunkte
Ein Absturz ist strukturell ausgeschlossenFlugzeugtragflächen können sich in Tests bis zu 8 Meter weit biegen, bevor sie nachgeben - weit mehr als jede natürliche Turbulenz verlangt.
Das Gehirn übertreibtEin gefühlter Fall von Hunderten Metern ist in der Realität meist nur eine winzige Höhenveränderung von 3 bis 6 Metern.
Der Gurt ist Ihr bester FreundDie einzige reale Gefahr bei unvorhersehbaren Turbulenzen sind Verletzungen in der Kabine, wenn Passagiere nicht angeschnallt sind.
Referenzmaterial
Können Turbulenzen zum Absturz führen?
Nein, ein Flugzeug fällt durch Turbulenzen nicht vom Himmel. Die Tragflächen und der Rumpf sind für weitaus extremere Belastungen ausgelegt, als sie in der Natur jemals auftreten können.
Was ist das gefährlichste Luftloch?
Ein echtes Vakuum in der Luft existiert nicht. Was wir als Luftloch bezeichnen, sind lediglich abwärts gerichtete Winde. Die Struktur des Flugzeugs hält auch schweren Fallwinden problemlos stand.
Warum stürzen Flugzeuge nicht durch Turbulenzen ab?
Weil der Auftrieb physikalisch nicht einfach verschwindet. Solange die Triebwerke Schub liefern und Luft über die Tragflächen strömt, gleitet das Flugzeug sicher auf der Luftmasse weiter, auch wenn diese Luftmasse selbst unruhig ist.
Wie kann ich Flugangst bei Turbulenzen bewältigen?
Beobachten Sie die Flugbegleiter. Solange die Crew entspannt bleibt oder ganz normal ihren Dienst verrichtet, gibt es absolut keinen Grund zur Sorge. Atemübungen und der Blick auf einen festen Punkt im Flugzeug helfen ebenfalls.
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