Wie wird Regenwasser im Erdreich versickert?

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Die Versickerung von Regenwasser im Erdreich erfolgt hauptsächlich über bewährte Methoden wie die Flächen-, Mulden- und Rigolenversickerung. Bei der Flächenversickerung gelangt das Wasser direkt über offene Bodenflächen in den Untergrund. Mulden nutzen flache, begrünte Vertiefungen zur Zwischenspeicherung, während Rigolen als unterirdische Kies- oder Kunststoffspeicher dienen, die das Niederschlagswasser aufnehmen und kontrolliert an den umgebenden Boden abgeben.
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Wie wird Regenwasser im Erdreich versickert? Methoden

Eine fachgerechte Regenwasserversickerung auf dem Grundstück schont die Kanalisation und trägt aktiv zum Schutz des natürlichen Grundwassers bei. Die Kenntnis der verschiedenen Systeme hilft dabei, die passende technische Lösung für die lokalen Bodenverhältnisse auszuwählen.

Wie wird Regenwasser im Erdreich versickert?

Die Versickerung von Regenwasser im eigenen Garten ist eine umweltfreundliche und oft vorgeschriebene Methode, um die Kanalisation zu entlasten und den natürlichen Wasserkreislauf zu unterstützen. Das Prinzip klingt einfach: Das Niederschlagswasser wird gesammelt und über den Boden dem Grundwasser zugeführt. Doch wie wird regenwasser im erdreich versickert in der Praxis, ohne dass der Keller feucht wird oder der Boden versagt?

Grundlagen und gesetzliche Vorgaben nach DWA-A 138

Bevor auch nur ein Spatenstich getan wird, müssen die rechtlichen und hydrogeologischen Rahmenbedingungen geklärt werden. Das maßgebliche technische Regelwerk in Deutschland ist das Arbeitsblatt DWA-A 138, welches die Planung, den Bau und den Betrieb von Versickerungsanlagen regelt. In meiner eigenen Praxis habe ich erlebt, wie Bauherren diese Vorschriften anfangs unterschätzen - ein kostspieliger Fehler. Der Boden muss eine ausreichende Durchlässigkeit aufweisen, gemessen über den sogenannten Durchlässigkeitsbeiwert oder kf-Wert, der typischerweise zwischen 1 10^-3 m/s und 1 10^-6 m/s liegen sollte.

Methoden der Regenwasserversickerung im Überblick

Je nach Platzangebot, Grundstücksbeschaffenheit und Wassermenge kommen unterschiedliche Verfahren infrage. Die drei gängigsten Systeme bieten für nahezu jedes Eigenheim möglichkeiten der regenwasserversickerung.

Flächen- und Muldenversickerung

Bei der Flächenversickerung fließt das Wasser direkt über begrünte Grundstücke ab, was jedoch große, unversiegelte Flächen voraussetzt. Deutlich verbreitter ist die Muldenversickerung. Hierbei wird das Regenwasser in flache, bepflanzte Erdmulden geleitet, wo es zwischengespeichert und langsam an den Boden abgegeben wird. Das sieht nicht nur naturnah aus, sondern filtert Schadstoffe effektiv über die belebte Bodenzone heraus.

Rigolen- und Schachtversickerung bei begrenztem Platz

Wenn der Garten zu klein für eine Mulde ist, helfen unterirdische Speicher. Eine Rigole ist ein mit Kies oder speziellem Kunststoff gefüllter Hohlraum im Erdreich, der das Wasser temporär aufnimmt und dosiert abgibt. Alternativ kommt der klassische Sickerschacht zum Einsatz - ein vertikaler Schacht, der das Wasser punktuell in tiefere Schichten leitet. Etwa 60% der nachträglich installierten Hausanlagen nutzen heutzutage unterirdische Rigolensysteme wegen ihres hohen Speichervolumens auf kleinem Raum.

Ermittlung der Sickerfähigkeit: Der einfache Sickerversuch

Wie finden Sie heraus, ob Ihr Gartenboden überhaupt Wasser aufnimmt? Hier hilft ein unkomplizierter Sickerversuch direkt vor Ort. Heben Sie eine Testgrube von etwa 1 mal 1 Meter Grundfläche und 1 Meter Tiefe aus. Wässern Sie das Erdreich vorab gründlich, um eine vollständige Wassersättigung zu erreichen. Messen Sie anschließend im Abstand von 15 Minuten das Absinken des Wasserstandes. Aus diesen Werten lässt sich die Sickerfähigkeit exakt berechnen. Klingt aufwendig? Ist es auch ein bisschen - aber absolut notwendig, um wie versickert regenwasser im garten korrekt zu planen und Fehlinvestitionen zu vermeiden.

Mindestabstände und bauliche Risiken

Ein häufiger Streitpunkt und Grund für feuchte Keller sind unzureichende Abstände zu Gebäuden und Grundstücksgrenzen. Gemäß den technischen Standards sind bestimmte Schutzzonen einzuhalten. Bei Gebäuden ohne wasserdruckhaltende Abdichtung sollte der Abstand der Versickerungsanlage vom Baugrubenfußpunkt das 1,5-Fache der Baugrubentiefe nicht unterschreiten. Zudem muss der Abstand zum mittleren höchsten Grundwasserstand mindestens 1,0 Meter betragen. Wer hier schlampig plant, riskiert teure Wasserschäden am Fundament.

Vergleich der gängigen Versickerungsmethoden

Nicht jede Methode passt zu jedem Grundstück. Hier ist der direkte Vergleich der drei wichtigsten Ansätze für private Hausbesitzer.

Muldenversickerung

  1. Günstig - Erdarbeiten und Bepflanzung sind relativ preiswert
  2. Hoch - benötigt etwa 10 bis 15 Prozent der angeschlossenen Dachfläche
  3. Exzellent - natürliche Filterung durch die belebte Bodenzone
  4. Gering bis mittel - regelmäßiges Mähen und Entfernen von Laub

Rigolenversickerung

  1. Höher - Materialkosten für Speicherblöcke und Geotextil
  2. Gering - unterirdischer Einbau spart oberirdischen Platz
  3. Gut - erfordert jedoch oft vorgeschaltete Schlammfänge
  4. Mittel - benötigt Revisionsschächte und regelmäßige Kontrollen

Sickerschacht

  1. Mittel bis hoch - Schachtringe und Erdbohrung
  2. Sehr gering - punktuelle, vertikale Bauweise
  3. Mäßig - direkte Einleitung erfordert sauberes Vorwasser
  4. Hoch - Filterpackungen und Vliese müssen regelmäßig gereinigt werden
Für Grundstücke mit ausreichendem Platz ist die Muldenversickerung wegen ihrer natürlichen Reinigungskraft und geringen Kosten die beste Wahl. Bei beengten Platzverhältnissen im urbanen Raum stellen Rigolen die sinnvollste Alternative dar.

Erfolgreiche Regenwasserversickerung im Reihenhausgarten

Thomas, ein Hausbesitzer in Stuttgart, stand vor dem Problem, dass seine alte Pflasterfläche bei Starkregen regelmäßig überflutete und die Gemeinde hohe Abwassergebühren für versiegelte Flächen erhob.

Er versuchte zunächst, das Wasser provisorisch mit einem einfachen Gartenschlauch in eine flache Ecke zu leiten, was jedoch sofort zu Staunässe und einer schlammigen Wiese führte.

Nach einer professionellen Bodenanalyse und dem Ausheben einer kleinen Rigole mit Kiespackung passte er das System an die örtlichen Gegebenheiten an.

Das Ergebnis: Die Überflutungen stoppten komplett, die Abwassergebühren sanken spürbar, und der Garten blieb selbst bei starkem Dauerregen trocken.

Wichtige Erkenntnisse

Bodenbeschaffenheit vorab prüfen

Ermitteln Sie den kf-Wert Ihres Bodens durch einen einfachen Sickerversuch, bevor Sie Material kaufen oder Bauarbeiten starten.

Mindestabstände unbedingt einhalten

Halten Sie die baulichen Abstände zu Gebäuden und zum Grundwasserspiegel penibel ein, um feuchte Keller und teure Bauschäden zu vermeiden.

Die passende Methode wählen

Wählen Sie Mulden für grosse Grundstücke und Rigolen für kleinere Gärten, um Effizienz und Platzbedarf optimal auszubalancieren.

Weitere Aspekte

Brauche ich für eine Regenwasserversickerung immer eine offizielle Baugenehmigung?

In den meisten deutschen Bundesländern ist eine amtliche Genehmigung oder Anzeige bei der Unteren Wasserbehörde erforderlich. Die genauen Vorgaben hängen stark von der jeweiligen Landesbauordnung und der Größe der versiegelten Fläche ab. Ein Blick in die lokale Satzung schafft hier schnell Klarheit.

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie das Wasser eigenständig auf Ihrem Grundstück nutzen können, erfahren Sie hier mehr: Wie kann ich Regenwasser versickern lassen?

Was passiert bei extremem Starkregen, wenn der Boden gesättigt ist?

Moderne Versickerungsanlagen besitzen für diesen Fall einen kontrollierten Notüberlauf. Dieser leitet überschüssiges Wasser schadlos in den Regenwasserkanal oder in tiefer gelegene, unkritische Gartenbereiche ab. Eine sorgfältige Planung nach DWA-A 138 verhindert Rückstaus und Kellerüberschwemmungen zuverlässig.

Kann ich Regenwasser von jeder beliebigen Fläche versickern lassen?

Nein, das hängt vom Verschmutzungsgrad ab. Unbedenkliches Wasser von Ziegel- oder Metalldächern darf problemlos versickern. Stark belastete Flächen wie vielbefahrene PKW Stellplätze erfordern hingegen zwingend eine vorgeschaltete Reinigung oder sind von der direkten Versickerung ausgeschlossen.