Wie berechnet man Liter Regenwasser?

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Um Liter Regenwasser berechnen zu können, multiplizieren Sie die Grundfläche des Daches mit dem Niederschlag und dem Abflussbeiwert. Nutzen Sie zur Berechnung folgende Schritte: Verwenden Sie für steile Dächer einen Faktor von 0,9. Rechnen Sie bei komplexen Dächern mit einem Faktor von 0,8. Multiplizieren Sie die Dachgrundfläche mit dem Niederschlagswert. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit dem gewählten Abflussbeiwert.
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Liter Regenwasser berechnen: Formel mit Abflussbeiwert

Die effiziente Nutzung von Niederschlägen beginnt bei einer präzisen Ermittlung des Ertrags. Wer Liter Regenwasser berechnen möchte, muss die Beschaffenheit der Dachfläche als entscheidenden Faktor berücksichtigen. Eine korrekte Einschätzung hilft dabei, die Kapazität von Zisternen optimal zu planen und die wertvolle Ressource Wasser nachhaltig in Ihren Garten oder Haushalt zu integrieren.

Wie Sie Liter Regenwasser berechnen: Die einfache Formel

Die Berechnung von Regenwasser ist oft einfacher, als viele Gartenbesitzer annehmen. Es gibt keine komplizierte Mathematik, sondern lediglich eine logische Grundformel, die Ihnen hilft, den Ertrag Ihres Daches genau zu bestimmen.

Die Kernformel lautet: Fläche in Quadratmetern multipliziert mit der Niederschlagsmenge in Millimetern. Dabei entspricht ein Millimeter Niederschlag genau einem Liter Wasser pro Quadratmeter.

Schritt 1: Die richtige Dachfläche bestimmen

Viele machen hier den Fehler, die schräge Dachfläche zu messen. Doch Regen fällt senkrecht, daher ist allein die bebaute Grundfläche Ihres Hauses entscheidend. Messen Sie einfach die Länge mal Breite Ihres Gebäudes, um auf die nutzbare Quadratmeterzahl zu kommen. Ein kleines Missverständnis hier führt oft zu falschen Ergebnissen.

Schritt 2: Die Niederschlagsmenge für Ihren Standort

Um den Ertrag realistisch einzuschätzen, benötigen Sie verlässliche Wetterdaten. Deutschlandweit liegt der Durchschnitt bei etwa 800 Litern pro Quadratmeter im Jahr. Natürlich schwankt dieser Wert je nach Region deutlich. In manchen Gebieten fallen eher 600 Liter, während es in Staulagen deutlich mehr sein kann.

Ich habe früher immer mit pauschalen Werten für ganz Deutschland gerechnet, was im Sommer zu bösen Überraschungen führte. Besser ist es, in lokalen Wetterarchiven nach den durchschnittlichen Werten Ihres Landkreises zu suchen.

Verlustfaktoren: Warum nicht alles Wasser im Tank landet

Theorie ist gut, Praxis ist besser. Ein gewisser Teil des Regens geht durch Verdunstung, Spritzwasser am Dachrand oder Verschmutzungen im Dachrinnensystem verloren. Deshalb sollten Sie den berechneten Wert mit einem Wirkungsgrad multiplizieren.

In der Praxis hat sich ein Faktor zwischen 0,8 und 0,9 bewährt. Bei einem sehr sauberen, steilen Dach erreichen Sie eher die 0,9, bei einer komplexen Dachstruktur mit vielen Ecken und Kanten sinkt der Ertrag meist auf etwa 80 Prozent.

In der Praxis ist eine solche Abweichung völlig normal. Kein Entwässerungssystem kann 100 % des auftreffenden Niederschlags verlustfrei auffangen.

Planung der Wasserspeicherung

Je nachdem, ob Sie einen kleinen Garten oder eine autarke Bewässerung planen, sind unterschiedliche Systeme sinnvoll.

Regentonne

- Meist 200 bis 500 Liter

- Kleine Blumenbeete, Balkonpflanzen

Zisterne

- 3.000 bis 10.000+ Liter

- Ganzjährige Gartenbewässerung, Toilettenspülung

Für die einfache Gartenbewässerung reicht eine Regentonne meist völlig aus. Wer jedoch das Hausdach großflächig nutzen will, kommt um eine unterirdische Zisterne nicht herum.

Beispielrechnung für die Zisternenplanung

Ein Hobbygärtner in der Nähe von München wollte seine Zisterne planen. Er ging von 120 Quadratmetern Dachfläche und 800 mm Niederschlag pro Jahr aus.

Sein erster Versuch war, einfach die vollen 96.000 Liter einzuplanen, was jedoch zu einer völlig überdimensionierten Tankgröße führte.

Nach einem Beratungsgespräch berücksichtigte er den Wirkungsgrad von 0,85 und plante zudem eine Dürreperiode von vier Wochen im Hochsommer ein.

Mit diesen Werten kam er auf eine Zisterne von 5.000 Litern, die perfekt für seine Gartenbedürfnisse passt und das ganze Jahr über stabil läuft.

Häufige Missverständnisse

Wie viel Liter Regenwasser fallen bei 100 Quadratmetern Dachfläche und 20 mm Regen?

Bei 100 m² Fläche und 20 mm Regen kommen Sie auf 2.000 Liter rein theoretisches Wasser. Unter Berücksichtigung eines Wirkungsgrads von 0,85 landen etwa 1.700 Liter tatsächlich in Ihrem Tank.

Muss ich die Dachschräge beim Berechnen beachten?

Nein, die Dachschräge ist für die Berechnung irrelevant, da der Regen senkrecht fällt. Entscheidend ist immer die Grundfläche des Hauses, die das Wasser auffängt.

Allgemeiner Überblick

Grundfläche ist entscheidend

Nutzen Sie für die Berechnung immer die bebaute Grundfläche des Hauses, nicht die tatsächliche Dachneigung.

Sind 3 Liter Regen pro Quadratmeter viel? Weitere Infos finden Sie in unserem Regenwasserertrag Dachfläche berechnen.
Wirkungsgrad einkalkulieren

Planen Sie mit einem Verlust von 10 bis 20 Prozent durch Verdunstung und Spritzwasser, um realistische Werte zu erhalten.

Lokale Wetterdaten nutzen

Durchschnittswerte sind hilfreich, aber regionale Unterschiede bei den Niederschlagsmengen sollten für eine präzise Zisternenplanung beachtet werden.