Wie presst man Blumen richtig?

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Die Buch-Methode zeigt, wie man Blumen richtig presst. Legen Sie die Blüten zwischen zwei Löschpapiere in ein schweres Buch. Belasten Sie das geschlossene Buch mit zusätzlichen Gewichten für gleichmäßigen Druck. Der gesamte Trocknungsprozess dauert zwei bis drei Wochen. Wechseln Sie das Papier alle paar Tage aus, um Feuchtigkeit zu entfernen.
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Wie man Blumen richtig presst: Buch-Methode im Fokus

Frische Pflanzen lassen sich durch gezieltes Trocknen wunderbar haltbar machen und für kreative Dekorationen dauerhaft konservieren. Wer lernen möchte, wie man Blumen richtig presst, schützt die empfindlichen Blütenformen vor dem Verfall. Entdecken Sie die bewährte Technik für perfekte Ergebnisse ohne Farbverlust.

Wie presst man Blumen richtig?

Um Blumen richtig zu pressen, legt man die frischen, vollständig trockenen Blüten flach ausgelegt für zwei bis vier Wochen in ein schweres Buch oder eine klassische Blumenpresse. Diese schonende Entfeuchtung sorgt dafür, dass die Pflanzen ihre wunderschöne Form und Farbintensität über Jahre hinweg behalten. Es gibt jedoch verschiedene Kniffe, die über Erfolg und Schimmel entscheiden.

Als ich vor Jahren mein erstes Herbarium anlegte, passierte mir der klassische Fehler: Ich presste wunderschöne Kornblumen direkt nach einem sommerlichen Regenschauer. Nach drei Wochen des Wartens schlug ich das Buch voller Vorfreude auf - und blickte auf eine graubraune, modrige Enttäuschung. Meine Hände zitterten vor Frust, als ich die ruinierten Seiten säuberte. Aus diesem Desaster lernte ich, dass Feuchtigkeit der absolute Erzfeind beim Blumenpressen ist. Pflücken Sie Blüten daher ausschließlich an sonnigen Tagen, sobald der Morgentau komplett verdunstet ist.

Die klassische Methode: Blumen pressen im Buch

Die traditionelle Buchmethode ist der einfachste Einstieg, da man außer einem dicken Wälzer und saugfähigem Papier keinerlei Spezialwerkzeug benötigt. Sie eignet sich hervorragend für zarte, flache Blütenköpfe und einzelne Blätter.

Hier ist die genaue Anleitung für perfekte Ergebnisse: 1. Öffnen Sie ein schweres Buch etwa in der Mitte und legen Sie ein unbedrucktes Löschpapier oder sauberes Küchenpapier auf die Buchseite. 2. Platzieren Sie die Blumen mit ausreichend Abstand zueinander auf dem Papier, sodass sich keine Pflanzenteile überlappen.

3. Decken Sie die Blüten vorsichtig mit einer zweiten Lage Löschpapier ab und schließen Sie das Buch behutsam, ohne die Anordnung zu verschieben. 4. Beschweren Sie das geschlossene Buch zusätzlich mit schweren Kisten oder weiteren Büchern, um einen gleichmäßigen Druck aufzubauen. 5. Lassen Sie das Paket an einem trockenen Ort ruhen. Nach etwa zwei bis vier Wochen ist der Trocknungsprozess abgeschlossen.

Ein kleiner, aber entscheidender Praxis-Tipp: Verwenden Sie niemals Zeitungspapier direkt an der Blüte. Die Druckerschwärze färbt unschön auf die empfindlichen Blütenblätter ab. Bei besonders saftigen Pflanzen lohnt es sich zudem, das saugfähige Papier nach den ersten drei Tagen einmal vorsichtig gegen frisches auszutauschen. Das senkt das Schimmelrisiko drastisch.

Welche Blumen eignen sich zum Pressen?

Nicht jede Pflanze verhält sich unter Druck gleich, da der Feuchtigkeitsgehalt und die Dicke der Blüten stark variieren. Zu verstehen, welche Arten harmonieren, schützt vor enttäuschenden Fehlschlägen im Trocknungsprozess.

Flache und zarte Blüten wie Stiefmütterchen, Gänseblümchen, Kamille oder Kornblumen sind die idealen Kandidaten. Sie enthalten von Natur aus wenig Pflanzensaft, trocknen extrem schnell und behalten ihre Pigmente fabelhaft. Dickfleischige oder kugelförmige Blüten wie Rosen, Tulpen oder Pfingstrosen hingegen stellen eine echte Hürde dar. Versucht man sie im Ganzen zu pressen, quetscht sich das feuchte Innere unschön breit und fängt an zu faulen, bevor es durchtrocknen kann.

Aber es gibt einen Ausweg - und hier weiche ich gerne von den starren Regeln der Standard-Handbücher ab. Anstatt die dicken Blüten im Ganzen zu opfern, halbiere ich sie mit einer scharfen Schere oder einem Skalpell sauber der Länge nach. Alternativ zupfe ich nur die einzelnen Blütenblätter ab und presse diese separat. Später setze ich sie auf einer Grußkarte oder im Bilderrahmen mosaikartig wieder zu einer wunderschönen, flachen Blüte zusammen. Das erfordert etwas Geduld. Aber das Ergebnis belohnt die Mühe.

Schnelle Alternativen: Mikrowelle und Bügeleisen

Wer nicht wochenlang warten möchte oder die gepressten Blüten sofort für ein kreatives DIY-Projekt benötigt, kann den Prozess mit Wärme massiv beschleunigen. Hierbei wird die Feuchtigkeit innerhalb von Minuten statt Wochen verdampft.

Die Mikrowellen-Methode hat sich als genialer SOS-Trick erwiesen. Sie bauen sich dafür einfach eine provisorische Presse aus zwei flachen Keramikfliesen, Pappe und Küchenpapier. Schichten Sie das Ganze wie ein Sandwich auf: Fliese, Küchenpapier, unbedrucktes Papier, die Blüten, Papier, Küchenpapier und schließlich die zweite Fliese. Fixieren Sie das Paket stramm mit hitzebeständigen Gummibändern und geben Sie es für etwa 30 bis 90 Sekunden bei mittlerer Stufe in die Mikrowelle. Tasten Sie sich unbedingt in kurzen 10-Sekunden-Intervallen heran, um ein Verbrennen der Blüten zu verhindern.

Die Methode mit dem Bügeleisen funktioniert ähnlich rasant. Legen Sie die Blume zwischen zwei Lagen Löschpapier auf eine feste, hitzebeständige Unterlage. Drücken Sie das Bügeleisen auf niedriger bis mittlerer Stufe - und ganz wichtig: ohne Dampffunktion - für etwa 10 bis 15 Sekunden flach auf das Papier. Bewegen Sie das Eisen dabei nicht hin und her, da die empfindlichen Blütenblätter sonst zerreißen oder knittern.

Die Pressmethoden im direkten Vergleich

Je nach Zeitbudget und Blumenart eignen sich unterschiedliche Herangehensweisen. Hier sehen Sie die Vor- und Nachteile der drei populärsten Techniken auf einen Blick.

Buchmethode (Klassisch)

- Exzellenter Farb- und Formerhalt durch extrem schonende Trocknung

- Zwei bis vier Wochen Geduld erforderlich

- Kostenlos - nur ein schweres Buch und Löschpapier nötig

- Gering bis moderat, sofern die Blumen vorab trocken waren

Mikrowelle (Schnellmethode) ⭐

- Sehr gut, Farben bleiben durch den rasanten Entzug oft sehr knallig

- Nur etwa 30 bis 90 Sekunden in der Mikrowelle

- Mikrowelle, zwei Keramikfliesen, Pappe und Küchenpapier

- Gleich null, da die Feuchtigkeit sofort vollständig verdampft

Bügeleisen (Expressvariante)

- Moderat - bei zu viel Hitze drohen braune Flecken oder brüchige Blätter

- Wenige Minuten pro Blüte durch direkten Hitzekontakt

- Bügeleisen (ohne Dampf) und saugfähiges Löschpapier

- Gleich null, erfordert aber das meiste Fingerspitzengefühl

Für Einsteiger und wertvolle Sammlungen bleibt die Buchmethode der unangefochtene Standard der Entschleunigung. Wer hingegen wenig Zeit hat oder dicke Blüten ohne Schimmelgefahr trocknen möchte, findet in der Mikrowellen-Technik mit Fliesen den perfekten und sichersten Kompromiss.

Lenas Hochzeitsstrauß: Der Kampf gegen die dicken Rosenknospen

Lena, eine leidenschaftliche Hobby-Bastlerin aus München, wollte unbedingt die tiefroten Rosen ihres Brautstraußes für ein Erinnerungsbild konservieren. Sie legte die dicken Blütenköpfe voller Hoffnung in ein schweres Lexikon und wartete ab.

Nach einer Woche die Ernüchterung: Als sie das Buch öffnete, strömte ihr ein muffiger Geruch entgegen. Die Rosen waren im Kern matschig, braun angelaufen und von grauem Schimmel überzogen - das Erbstück-Lexikon hatte hässliche Wasserflecken abbekommen.

Enttäuscht, aber wild entschlossen, rettete Lena die verbliebenen, noch unversehrten Rosen. Sie begriff, dass dicke Blütenköpfe in einem geschlossenen Buch schlichtweg ersticken. Sie zupfte die Blütenblätter vorsichtig einzeln ab und wechselte zu Fliesen in der Mikrowelle.

Mit der Express-Methode trocknete sie die Blätter in kurzen 30-Sekunden-Schritten komplett schimmelfrei. Am Ende arrangierte sie die flachen, farbintensiven Blätter in Herzform in einem Glasrahmen und schuf so ein bleibendes Kunstwerk.

Wichtige Erkenntnisse

Ernte nur an absolut trockenen Tagen

Pflücken Sie Blumen niemals am Morgen bei Tau oder direkt nach dem Regen. Restfeuchtigkeit auf den Blütenblättern ist die Ursache Nummer eins für frustrierenden Schimmelbefall.

Saugfähiges und unbedrucktes Papier nutzen

Löschpapier oder einfaches Küchenpapier saugen den Pflanzensaft optimal auf. Vermeiden Sie Zeitungspapier, da die Druckerschwärze unschöne Flecken auf den Blüten hinterlässt.

Dicke Blüten vorab teilen oder zerlegen

Schneiden Sie voluminöse Blütenköpfe wie Rosen vor dem Pressen der Länge nach in zwei Hälften oder pressen Sie die Blütenblätter einzeln, um Fäulnis im Kern zu verhindern.

Kurze Intervalle bei Hitze-Methoden einhalten

Nutzen Sie die Mikrowelle oder das Bügeleisen immer nur stufenweise für wenige Sekunden. Zu viel Hitze auf einmal verbrennt die zarten Strukturen und färbt sie unrettbar braun.

Weitere Aspekte

Wie lange muss man Blumen pressen, bis sie fertig sind?

Bei der klassischen Methode im Buch oder der Blumenpresse dauert es in der Regel zwei bis vier Wochen, bis die Feuchtigkeit vollständig entwichen ist. Zarte Blüten sind manchmal schon nach zehn Tagen trocken, während dickere Pflanzenteile die volle Zeit beanspruchen. Nutzen Sie die Mikrowelle, ist das Ergebnis schon nach wenigen Minuten einsatzbereit.

Warum verlieren gepresste Blumen ihre Farbe oder werden braun?

Das Verbräunen liegt meist an einer zu langsamen Trocknung, bei der Zersetzungsprozesse einsetzen, oder an zu hoher Restfeuchtigkeit in der Pflanze. Auch direktes Sonnenlicht zerstört die empfindlichen Farbpigmente im Laufe der Zeit. Lagern oder rahmen Sie Ihre fertigen Schätze daher am besten geschützt vor UV-Licht.

Möchten Sie mehr erfahren? Finden Sie heraus: Wie behalten Blumen beim Pressen ihre Farbe?

Kann man jede Blume einfach so pressen?

Nein, sehr fleischige Pflanzen wie Sukkulenten, dicke Orchideen oder schwere Rosenknospen eignen sich aufgrund ihres enormen Wassergehalts nicht für die klassische Presse. Sie beginnen zu faulen, bevor sie trocknen können. Konzentrieren Sie sich als Anfänger lieber auf flache Blütenformen wie Vergissmeinnicht, Veilchen oder Farne.