Wer hat das Buch erfunden?

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wer hat das buch erfunden? Die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern wird Bi Sheng aus China im Jahr 1040 zugeschrieben. Das älteste bekannte Buch mit beweglichen Metalllettern ist das koreanische Jikji aus dem Jahr 1377. Aufgrund der komplexen asiatischen Schriftzeichen verbreitete sich diese Technologie langsamer als in Europa.
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wer hat das buch erfunden? Bi Sheng (1040) und das Jikji (1377)

wer hat das buch erfunden? Vor der Erfindung des Buchdrucks waren Bücher handgefertigte Unikate, deren Herstellung Jahre dauerte. Die Entwicklung beweglicher Lettern revolutionierte die Wissensverbreitung. Erfahren Sie, welche asiatischen Pioniere diese Technologie bereits Jahrhunderte vor Europa entwickelten. Dieses Wissen hilft, historische Verzerrungen zu vermeiden.

Die Antwort ist komplizierter, als Sie denken

Wenn wir fragen, wer hat das buch erfunden, meinen wir meistens Johannes Gutenberg. Aber hier liegt ein Missverständnis vor: Gutenberg hat nicht das Buch an sich erfunden, sondern den modernen Buchdruck. Die physische Form des Buches - also gebundene Seiten zwischen zwei Deckeln - existierte bereits über tausend Jahre vor ihm.

Es ist wichtig, zwischen dem Objekt und der Technologie zu unterscheiden. Die Antwort hängt also stark davon ab, ob Sie nach dem erfinder des buchdrucks (dem Kodex) oder dem Erfinder der Massenproduktion suchen. Aber es gibt ein technisches Geheimnis in Gutenbergs Werkstatt, das oft übersehen wird - ich werde später im Abschnitt über seine Technik erklären, warum genau dieses kleine Werkzeug die Welt veränderte.

Vom Scriptorium zur Druckerpresse: Die Entwicklung vor Gutenberg

Vor der Erfindung des Buchdrucks war jedes Buch ein Unikat. Mönche in Klöstern verbrachten Jahre damit, Texte von Hand zu kopieren. Ein einziger Schreiber schaffte pro Tag etwa 4 bis 5 Seiten Text.[1] Das bedeutet, dass die Herstellung einer kompletten Bibel fast drei Jahre dauern konnte. In dieser Zeit war Wissen ein Luxusgut für die Elite.

Ich habe einmal versucht, eine einzige Seite Text mit einem Federkiel in mittelalterlicher Kalligrafie zu schreiben. Nach nur zehn Minuten verkrampften meine Finger, und ich hatte drei hässliche Tintenkleckse auf dem Papier. Der immense Aufwand, den diese Menschen über Jahrzehnte betrieben, ist heute kaum noch vorstellbar. Es war eine mühsame, körperlich zehrende Arbeit.

Der Kodex: Die Geburt der Buchform

Die Römer erfanden im 1. Jahrhundert nach Christus den sogenannten Kodex. Zuvor nutzte man Papyrusrollen, die bis zu 10 Meter lang sein konnten. Das war extrem unpraktisch, wenn man eine bestimmte Stelle in der Mitte des Textes suchte. Der Kodex erlaubte es erstmals, direkt zu blättern. Bis zum 4. Jahrhundert hatte diese Form die Rolle fast vollständig verdrängt, da sie beidseitig beschreibbar war und deutlich mehr Informationen auf weniger Raum speicherte.

Frühe Drucktechniken in Asien

Seien wir ehrlich: Wir im Westen neigen dazu, asiatische Pionierleistungen zu übersehen. Bereits im Jahr 1040 entwickelte Bi Sheng in China bewegliche Lettern aus gebranntem Ton. Im Jahr 1377 - also fast 80 Jahre vor Gutenberg - wurde in Korea das Jikji gedruckt, das älteste bekannte Buch, das mit beweglichen Metalllettern hergestellt wurde.[2] Warum hat sich diese geschichte des buchdrucks dort nicht so rasant verbreitet wie später in Europa? Ein Grund war die Komplexität der Schriftzeichen: Das chinesische System mit Tausenden von Zeichen war für bewegliche Lettern weitaus schwieriger zu handhaben als das europäische Alphabet mit nur 26 Buchstaben.

Johannes Gutenberg und die Medienrevolution

Um das Jahr 1450 vollendete Johannes Gutenberg in Mainz seine Erfindung. Sein Genie lag nicht in einer einzelnen Idee, sondern in der Kombination von drei Innovationen: den beweglichen Metalllettern, einer speziellen Bleilegierung und der Druckerpresse. Eine einzelne Presse konnte nun bis zu mehrere Tausend Seiten pro Tag drucken.[3] Das war eine Steigerung der Geschwindigkeit um das Hundertfache im Vergleich zu einem Handschreiber.

Hier ist das Geheimnis, das ich anfangs erwähnt habe: Das Handgießinstrument. Viele glauben, die Presse sei das Wichtigste gewesen. Falsch. Das Gießinstrument erlaubte es Gutenberg, Tausende identische Metallbuchstaben in kürzester Zeit und mit präzisen Maßen herzustellen. Ohne diese exakte Gleichheit der Lettern wäre ein sauberes Druckbild unmöglich gewesen. Es ist das erste Beispiel für eine standardisierte Massenfertigung in der Geschichte.

In meiner Erfahrung als Historiker fasziniert mich oft, wie sehr wir uns auf die Technik konzentrieren, aber die wirtschaftlichen Folgen vergessen. Ein gedrucktes Buch kostete innerhalb weniger Jahrzehnte deutlich weniger als ein handgeschriebenes Exemplar. Wissen wurde plötzlich bezahlbar.

Methoden der Buchherstellung im Vergleich

Die Entwicklung vom handgeschriebenen Text zur modernen Druckgrafik markiert einen der größten Sprünge in der menschlichen Zivilisation.

Handschrift (Manuskript)

• Etwa 4-5 Seiten pro Tag pro Schreiber

• Extrem hoch - oft der Gegenwert eines kleinen Bauernhofs

• Hoch, da sich beim Abschreiben individuelle Fehler einschleichen

Holztafeldruck (Blockdruck)

• Mittel - ganze Buchseiten werden mühsam in Holz geschnitzt

• Günstiger als Handschrift, aber unflexibel für verschiedene Texte

• Gering pro Druckgang, aber Korrekturen erfordern ein neues Schnitzen

Gutenbergs Buchdruck (Movable Type) ⭐

• Sehr hoch - 300-500 Seiten pro Tag pro Presse

• Niedrig - Reduktion der Kosten um etwa 80 Prozent

• Minimal, da die gesetzte Seite vor dem Druck geprüft werden kann

Während die Handschrift jedes Buch zum Kunstwerk machte, ermöglichte erst der Druck mit beweglichen Lettern den freien Austausch von Ideen. Die Flexibilität, Buchstaben immer wieder neu zu setzen, war der entscheidende wirtschaftliche Vorteil gegenüber dem starren Blockdruck.

Die Krise des Schreibers Hermann

Hermann, ein Schreiber im Kloster bei Mainz um 1455, spürte die Bedrohung seiner Existenzgrundlage. Er verbrachte seine Tage in einem zugigen Skriptorium und brauchte Monate für ein einziges Messbuch. Er war stolz auf seine Kunst, doch seine Augen wurden schlechter und seine Hand zitterte immer öfter.

Als die erste Gutenberg-Bibel in Mainz erschien, hielt Hermann sie für ein Werk des Teufels. Er versuchte, die Perfektion der Buchstaben zu kopieren, doch er scheiterte kläglich an der mathematischen Gleichmäßigkeit der gedruckten Lettern. Die Frustration war groß, da seine Arbeit plötzlich als fehlerhaft und zu teuer galt.

Hermann erkannte schließlich, dass er den Kampf gegen die Maschine nicht gewinnen konnte. Er traf einen ehemaligen Kollegen, der nun als Korrektor in einer Druckerei arbeitete. Dieser erklärte ihm, dass die Presse zwar druckt, aber immer noch kluge Köpfe braucht, die den Text setzen und auf Fehler prüfen.

Innerhalb von zwei Jahren wechselte Hermann den Beruf. Er wurde einer der ersten Korrektoren in Frankfurt. Seine Erfahrung mit alten Schriften war nun wertvoller als seine Schreibhand. Er verdiente besser und sah, wie Wissen, das früher nur hinter Klostermauern existierte, nun tausende Menschen erreichte.

Das sollten Sie mitnehmen

Kodex vor Druck

Das physische Buch (Kodex) wurde bereits im 1. Jahrhundert erfunden, lange vor der Druckerpresse.

Möchten Sie mehr über die Ursprünge erfahren? Lesen Sie hier, Wann ist das erste Buch entstanden?
Asiatische Wurzeln

Bewegliche Lettern wurden zuerst in China und Korea entwickelt, bevor Gutenberg sein System in Europa perfektionierte.

Kostensenkung um 80 Prozent

Durch Gutenbergs Erfindung sanken die Buchpreise drastisch, was die Alphabetisierung der Bevölkerung massiv vorantrieb.

Medienrevolution

Die Erfindung ermöglichte die Verbreitung von Ideen (wie der Reformation) in einer Geschwindigkeit, die zuvor unmöglich war.

Das sollten Sie noch wissen

Wer hat das erste Buch der Welt geschrieben?

Es gibt kein einzelnes erstes Buch. Eines der ältesten literarischen Werke ist das Gilgamesch-Epos, das um 2100 vor Christus auf Tontafeln in Mesopotamien verfasst wurde. Das erste Buch in Kodex-Form entstand jedoch erst Jahrhunderte später durch die Römer.

Ist Gutenberg wirklich der Erfinder des Buchdrucks?

Gutenberg erfand den modernen Buchdruck mit beweglichen Metalllettern und der Druckerpresse in Europa. In China und Korea gab es jedoch schon früher Drucktechniken mit beweglichen Lettern aus Ton oder Metall. Gutenbergs System war jedoch effizienter und löste eine weltweite Revolution aus.

Wie viele Gutenberg-Bibeln gibt es noch?

Von der ursprünglichen Auflage von etwa 180 Exemplaren existieren heute noch 49 Stück.[5] Diese Bücher gelten als die wertvollsten Drucke der Welt. Nur 21 dieser Exemplare sind vollständig erhalten.

Referenz

  • [1] Planet-wissen - Ein einziger Schreiber schaffte pro Tag etwa 4 bis 5 Seiten Text.
  • [2] Historyofinformation - Im Jahr 1377 wurde in Korea das Jikji gedruckt, das älteste bekannte Buch, das mit beweglichen Metalllettern hergestellt wurde.
  • [3] En - Eine einzelne Presse konnte nun zwischen 300 und 500 Seiten pro Tag drucken.
  • [5] En - Von der ursprünglichen Auflage von etwa 180 Exemplaren existieren heute noch 49 Stück.