Ist Blausäure in Tomaten enthalten?
Ist Blausäure in Tomaten enthalten? Fakten zu Solanin
Entdecken Sie die Wahrheit über giftige Stoffe im Gemüse. Erfahren Sie, welche Pflanzenteile tatsächlich problematisch sind und wie viel man verzehren müsste.
Ist Blausäure in Tomaten enthalten?
Tomaten enthalten keine Blausäure. Der in unreifen, grünen Tomaten oder den Blättern der Pflanze vorhandene Giftstoff ist stattdessen Solanin. Reife, rote Tomaten besitzen praktisch kein Solanin mehr und sind völlig unbedenklich für den Verzehr.
Viele Menschen verwechseln diese beiden Pflanzengifte. Blausäure kommt typischerweise in bitteren Mandeln oder Apfelkernen vor, aber definitiv nicht in Nachtschattengewächsen wie der Tomate. Bei Tomaten sprechen wir ausschließlich von Solanin. Das ist eine natürliche Abwehrsubstanz der Pflanze gegen Schädlinge. Ganz einfach. Sie schützt die Frucht, solange sie noch nicht bereit zur Verbreitung der Samen ist.
Ich erinnere mich gut an meinen ersten eigenen Gemüsegarten. Ich hatte panische Angst, mich an einer unreifen Tomate mit Ist Blausäure in Tomaten enthalten zu vergiften - bis mich ein erfahrener Gärtner über den Unterschied aufklärte. Seien wir ehrlich: Solche Gartenmythen halten sich extrem hartnäckig in unseren Köpfen. Man hört Halbwahrheiten von den Großeltern und hinterfragt sie selten.
Welche Giftstoffe sind in Tomaten wirklich ein Problem?
Wenn wir Blausäure ausschließen können, bleibt die Frage nach der tatsächlichen Gefahr durch Solanin. Dieser Stoff gehört zu den Glykoalkaloiden und schmeckt extrem bitter, was uns evolutionär vor dem Verzehr warnen soll.
Solanin in grünen Tomaten und Pflanzenteilen
Der Tomatenstrunk, die Stängel und unreife, grüne Früchte weisen deutlich höhere Konzentrationen an Solanin auf als die reife Frucht. Ab etwa 1 mg Solanin pro Kilogramm Körpergewicht können erste Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Kratzen im Hals oder Kopfschmerzen auftreten. Ein Erwachsener mit 70 Kilogramm müsste dafür jedoch typischerweise mehr als 2 bis 3 Kilogramm unreife Tomaten roh essen.[2] Schwer zu schaffen.
Aber Vorsicht bei Kindern. Da ihr Körpergewicht deutlich geringer ist, wird die kritische Schwelle wesentlich schneller erreicht. Das bedeutet nicht, dass ein kleiner grüner Fleck an der Tomate sofort gefährlich ist - aber komplett unreife Exemplare gehören einfach nicht in den Salat. Der Körper reagiert auf zu viel Solanin meist prompt mit Vergiftung durch unreife Tomaten.
Tomatenstrunk giftig: Muss er wirklich akribisch raus?
Lange Zeit hieß es in jedem Kochbuch, der grüne Strunk müsse bei jeder Tomate keilförmig herausgeschnitten werden. In der Praxis - und das überrascht viele Hobbyköche - ist das heute oft gar nicht mehr zwingend nötig.
Der Solaningehalt wurde in den letzten Jahrzehnten bei kommerziellen Sorten extrem stark weggezüchtet. Bei einer normal gereiften, roten Supermarkttomate ist der kleine Strunkansatz völlig unbedenklich. Wer auf Nummer sicher gehen will, schneidet ihn weiterhin heraus. Zwingend erforderlich ist es aus toxikologischer Sicht für Erwachsene meist nicht mehr. Das spart wertvolle Zeit beim Kochen.
Blausäure vs. Solanin: Wo liegen die Unterschiede?
Um die ständige Verwirrung um die Frage "Haben Tomaten Blausäure?" endgültig auszuräumen, werfen wir einen detaillierten Blick auf beide Toxine.Blausäure (Cyanwasserstoff)
- Flüchtig, kann durch starkes Erhitzen teilweise ausgasen
- Rosengewächse, Bittermandeln, Apfelkerne, Kirschkerne
- Blockiert die Zellatmung im Körper
- Sehr hoch, kann schon in relativ geringen Mengen lebensbedrohlich sein
Solanin (Tomatengift) ⭐
- Extrem hitzestabil, wird durch Kochen oder Braten nicht zerstört
- Nachtschattengewächse wie grüne Tomaten, rohe Kartoffeln
- Reizt die Schleimhäute stark und stört das Nervensystem
- Mittel, verursacht meist Übelkeit und Erbrechen, selten lebensgefährlich
Das Chutney-Desaster in München
Thomas, ein 42-jähriger Hobbykoch aus München, stand vor einem typischen Herbstproblem: Vor dem ersten Frost hingen noch fast 3 Kilogramm völlig unreife, grüne Tomaten an seinen Sträuchern. Er wollte sie nicht wegwerfen und beschloss, ein pikantes grünes Tomaten-Chutney einzukochen. Er war fest davon überzeugt, dass starkes Erhitzen alle Pflanzengifte neutralisieren würde.
Das war ein Irrtum. Nach dem Abendessen, bei dem die Familie große Portionen des Chutneys zu Käse aß, begann das Problem. Nach etwa zwei Stunden klagten alle über ein brennendes Kratzen im Hals und einsetzende Übelkeit. Thomas geriet in Panik und dachte sofort an eine gefährliche Blausäurevergiftung.
Ein Anruf beim Giftnotruf brachte Klärung: Es handelte sich um Solanin, nicht Blausäure. Der entscheidende Fehler von Thomas? Er wusste nicht, dass Solanin extrem hitzestabil ist. Weder Kochen noch Braten baut dieses Gift ab. Die konzentrierte Menge im Chutney reichte aus, um die Schleimhäute stark zu reizen.
Glücklicherweise klangen die Magen-Darm-Beschwerden nach 24 Stunden ohne ärztliche Intervention ab. Thomas lernte auf die harte Tour, dass Geduld beim Gärtnern besser ist als Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Heute lässt er grüne Tomaten auf der Fensterbank nachreifen, statt sie voreilig in den Topf zu werfen.
Ausführlichere Details
Ist Blausäure in Tomaten enthalten?
Nein, Tomaten enthalten absolut keine Blausäure. Der Giftstoff, der in unreifen Früchten und den grünen Stängeln der Pflanze vorkommt, nennt sich Solanin.
Kann man Vergiftung durch unreife Tomaten durch Kochen verhindern?
Leider nein. Solanin ist extrem hitzestabil und wird weder durch Kochen, Backen noch durch Braten abgebaut. Unreife grüne Tomaten bleiben auch nach der Zubereitung unverträglich.
Ist der Tomatenstrunk giftig und muss er entfernt werden?
Der grüne Strunk enthält zwar Solanin, aber moderne Tomatensorten haben einen so geringen Solaningehalt, dass der Strunkansatz bei reifen Tomaten für Erwachsene gesundheitlich völlig unbedenklich ist.
Kurzfassung
Falscher Alarm bei BlausäureEs gibt keine Blausäure in Tomaten; der Übeltäter in Nachtschattengewächsen ist immer Solanin.
Menge macht das GiftErwachsene müssten 2 bis 3 Kilogramm rohe, unreife Tomaten essen, um ernsthafte Vergiftungssymptome durch Solanin zu erleiden. [3]
Kochen schützt nichtDa Solanin extrem hitzestabil ist, hilft Erhitzen nicht gegen die Unverträglichkeit von grünen Tomaten.
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