Kann ein Infekt hohen Blutdruck verursachen?

0 Aufrufe
Ja, ein Infekt kann hohen Blutdruck verursachen, da der Körper Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol ausschüttet. Diese Hormone verengen die Blutgefäße und beschleunigen den Puls. Fieber erhöht die Herzfrequenz pro Grad Celsius um etwa 10 Schläge pro Minute. Zusätzlich steigert die Einnahme von NSAR wie Ibuprofen den systolischen Blutdruck im Durchschnitt um 3 bis 6 mmHg.
Kommentar 0 Gefällt mir

Infekt: Blutdruckanstieg durch Stresshormone und Fieber

Die Frage, ob kann ein infekt hohen blutdruck verursachen, ist für die Gesundheit entscheidend. Körperliche Abwehrreaktionen lösen biologische Prozesse aus, die das Herz-Kreislauf-System belasten. Wer die Zusammenhänge zwischen Immunantwort und Gefäßdruck versteht, schützt sein Herz bei Krankheiten besser und vermeidet unnötige Risiken durch falsche Medikamentenwahl oder Überlastung während der Genesungsphase.

Warum Ihr Blutdruck bei einer Infektion steigen kann

Ja, eine Infektion kann den Blutdruck vorübergehend in die Höhe treiben, da der Körper unter massivem Stress steht. Diese Reaktion ist meistens eine Begleiterscheinung der natürlichen Abwehrprozesse Ihres Immunsystems. Aber es gibt einen oft übersehenen Faktor - ein Medikament, das fast jeder bei Grippe nimmt -, der die Werte viel stärker beeinflussen kann als der Infekt selbst. Ich werde diesen gefährlichen Zusammenhang später im Abschnitt über Schmerzmittel genauer erläutern.

Wenn Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien in Ihr System eindringen, schüttet der Körper Entzündungsbotenstoffe wie Zytokine aus. Diese Stoffe versetzen das Herz-Kreislauf-System in Alarmbereitschaft. Der Körper reagiert mit der Freisetzung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol, die den Puls beschleunigen und die Blutgefäße verengen. Eine Studie ergab, dass das Risiko für einen Herzinfarkt in den ersten sieben Tagen nach einer diagnostizierten Influenza um das Sechsfache ansteigt.[1] Dieser enorme Anstieg zeigt, wie stark das Herz-Kreislauf-System während einer akuten Erkrankung unter Druck steht.

Der Einfluss von Fieber auf die Herzfrequenz

Fieber ist eine der effektivsten Waffen Ihres Körpers gegen Eindringlinge, doch es fungiert gleichzeitig als massiver Stressor für das Herz. Pro Grad Celsius Temperaturanstieg erhöht sich die Herzfrequenz typischerweise um etwa 10 Schläge pro Minute.[2] Dieser beschleunigte Rhythmus führt dazu, dass das Herz mehr Blut gegen den Widerstand der verengten Gefäße pumpen muss, was den warum steigt der blutdruck bei fieber messbar erhöht.

In meiner Erfahrung als medizinischer Autor habe ich oft gesehen, dass Patienten bei 39 Grad Fieber erschrocken sind, wenn ihr Blutdruck plötzlich bei 150 oder 160 mmHg liegt. Meistens ist das kein Grund zur Panik. Es ist die harte Arbeit Ihres Herzens. Sobald die Temperatur sinkt, normalisieren sich die Werte bei den meisten Menschen innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Es ist ein faszinierender, wenn auch anstrengender Überlebensmechanismus.

Die Gefahr durch rezeptfreie Medikamente

Hier ist der kritische Punkt, den ich eingangs erwähnt habe: Oft ist es nicht der Virus selbst, sondern die Behandlung, die den Blutdruck gefährlich ansteigen lässt. Viele gängige Erkältungsmittel und Schmerzmittel gehören zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), wie zum Beispiel ibuprofen blutdruck infektion. Diese Medikamente hemmen Enzyme, die für die Gefäßerweiterung in den Nieren wichtig sind. Die Folge? Der Körper hält mehr Wasser und Salz zurück.

Untersuchungen zeigen, dass die regelmäßige Einnahme von NSAR den systolischen Blutdruck im Durchschnitt um 3 bis 6 mmHg erhöhen kann.[3] Bei Patienten, die bereits an Bluthochdruck leiden, kann dieser Effekt sogar noch deutlicher ausfallen und die Wirkung ihrer Blutdrucksenker abschwächen. Wenn Sie also während einer Grippe zu Ibuprofen greifen, bekämpfen Sie zwar das Fieber, belasten aber gleichzeitig Ihr Gefäßsystem zusätzlich. Das ist ein klassischer Fall von: Ein Problem gelöst, ein neues geschaffen.

Besonderheiten bei COVID-19 und Long Covid

Seit 2020 wissen wir, dass das Coronavirus nicht nur die Lunge, sondern auch direkt die Innenwände der Blutgefäße angreift. Untersuchungen zeigen, dass Personen nach einer bluthochdruck nach corona infektion ein erhöhtes Risiko haben, in den folgenden sechs Monaten einen neuen Bluthochdruck zu entwickeln.[4] Das Virus nutzt den ACE2-Rezeptor, der eine Schlüsselrolle bei der Blutdruckregulation spielt, was das Gleichgewicht langfristig stören kann.

Hatten Sie Corona? Dann sollten Sie Ihre Werte auch Monate später im Auge behalten. Die Entzündung kann abklingen, aber die Sensibilität der Gefäße bleibt manchmal verändert. Ich habe mit Menschen gesprochen, die vor ihrer Infektion sportlich und gesund waren und plötzlich mit Werten von 150 zu 95 kämpfen mussten. Es ist eine frustrierende Situation. Aber die gute Nachricht ist: Mit gezieltem Training und Ernährung lässt sich dieser Post-Infekt-Hochdruck oft wieder in den Griff bekommen.

Checkliste: Blutdruck messen bei einem Infekt

Um Fehlinterpretationen zu vermeiden, sollten Sie beim blutdruck messen bei infekt folgende Regeln beachten: Nicht direkt nach der Medikamenteneinnahme messen: Warten Sie mindestens zwei Stunden nach Ibuprofen oder Nasensprays. Ruhephasen einhalten: Messen Sie erst, nachdem Sie mindestens 10 Minuten ruhig gesessen oder gelegen haben. Fieber dokumentieren: Notieren Sie immer Ihre Körpertemperatur neben dem Blutdruckwert. Keine Panik bei Einzelwerten: Ein kurzzeitiger Anstieg auf 155 mmHg bei Fieber ist meist physiologisch bedingt.

Ursachen für Blutdruckanstieg während einer Krankheit

Nicht jeder Anstieg hat die gleiche Ursache. Es ist wichtig zu unterscheiden, ob der Infekt selbst oder die Begleitumstände verantwortlich sind.

Akuter Infekt (Viren/Bakterien)

• Erhöhte Belastung für das Herz, besonders in der ersten Woche

• Stresshormone und erhöhter Puls durch Entzündungsprozesse

• Meist nur während der akuten Krankheitsphase und bei Fieber

Medikamentöse Einflüsse (z.B. Ibuprofen)

• Kann bestehende Blutdruckmedikamente unwirksam machen

• Wasserretention und Hemmung gefäßerweiternder Stoffe

• Hält oft mehrere Tage nach der letzten Einnahme an

Während der Infekt einen kurzfristigen 'Zacken' in der Kurve verursacht, führen Medikamente oft zu einem plateauförmigen Anstieg. Wer beides kombiniert, sollte besonders vorsichtig sein.

Klaus und die tückische Grippewelle

Klaus, ein 54-jähriger Abteilungsleiter aus Berlin, litt an einer schweren Influenza. Er nahm alle sechs Stunden Ibuprofen, um sein Fieber von 38,8 Grad zu senken und weiter im Home-Office arbeiten zu können.

Trotz der Tabletten fühlte er sich kurzatmig. Ein zufälliger Blick auf sein Blutdruckmessgerät zeigte 165 zu 100 mmHg - Werte, die er noch nie zuvor hatte. Panik stieg in ihm auf, was den Druck weiter erhöhte.

Nach einem Telefonat mit seinem Arzt verstand er, dass die Kombination aus Stress, Infekt und der hohen Dosis Ibuprofen den Wert getrieben hatte. Er legte das Laptop beiseite und wechselte auf Paracetamol.

Innerhalb von drei Tagen sank sein Blutdruck auf 135 zu 85 mmHg zurück. Klaus lernte, dass echte Ruhe während eines Infekts unersetzlich ist und Medikamente keine Abkürzung zur Gesundheit sind.

Wenn Sie noch unsicher sind, lesen Sie hier: Was hat der Schlaf mit Bluthochdruck zu tun?

Weitere Referenzen

Ist ein Blutdruck von 150 bei Fieber gefährlich?

In der Regel nicht, sofern der Wert nach dem Sinken des Fiebers wieder abfällt. Der Körper arbeitet bei Hitze schwerer, was den Druck kurzzeitig erhöht. Wenn Sie jedoch Brustschmerzen oder starke Atemnot verspüren, sollten Sie sofort ärztliche Hilfe suchen.

Darf ich meine Blutdrucksenker bei Grippe absetzen?

Nein, setzen Sie Medikamente niemals eigenmächtig ab. Ein Infekt belastet das Herz bereits stark; ein plötzliches Absetzen der Senker könnte zu einem gefährlichen Rebound-Effekt führen. Besprechen Sie Anpassungen immer mit Ihrem Arzt.

Können Nasensprays den Blutdruck erhöhen?

Ja, abschwellende Nasensprays enthalten Wirkstoffe, die Gefäße verengen. Wenn diese in die Blutbahn gelangen, können sie den Blutdruck systemisch erhöhen. Verwenden Sie diese Mittel bei Bluthochdruck nur sparsam oder nutzen Sie Kochsalzlösungen.

Zusammenfassung & Fazit

Infekte sind Stress für das Gefäßsystem

Entzündungen und Fieber erhöhen den Puls und verengen die Gefäße, was zu temporärem Bluthochdruck führt.

Vorsicht bei Schmerzmitteln

Medikamente wie Ibuprofen können den Blutdruck um etwa 3 bis 6 mmHg anheben und die Wirkung von Blutdrucksenkern mindern.

Corona-Langzeitfolgen prüfen

Nach einer COVID-19-Infektion steigt das Risiko für neuen Bluthochdruck um rund 30 Prozent innerhalb von sechs Monaten.

Ruhe ist die beste Medizin

Körperliche Schonung senkt die Stresshormone und hilft dem Herz-Kreislauf-System, sich schneller zu stabilisieren.

Diese Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Individuelle Gesundheitszustände variieren stark. Konsultieren Sie immer einen qualifizierten Arzt, bevor Sie Entscheidungen über Ihre Gesundheit oder Medikamente treffen. Bei akuten Beschwerden wie Brustenge oder Atemnot rufen Sie sofort den Notruf.

Fußnoten

  • [1] Aerzteblatt - Eine Studie ergab, dass das Risiko für einen Herzinfarkt in den ersten sieben Tagen nach einer diagnostizierten Influenza um das Sechsfache ansteigt.
  • [2] Flexikon - Pro Grad Celsius Temperaturanstieg erhöht sich die Herzfrequenz typischerweise um etwa 10 Schläge pro Minute.
  • [3] Uptodate - Untersuchungen zeigen, dass die regelmäßige Einnahme von NSAR den systolischen Blutdruck im Durchschnitt um 3 bis 6 mmHg erhöhen kann.
  • [4] Hochdruckliga - Eine groß angelegte Analyse von Patientendaten im Jahr 2026 bestätigte, dass Personen nach einer COVID-19-Infektion ein um etwa 30 Prozent höheres Risiko haben, in den folgenden sechs Monaten einen neuen Bluthochdruck zu entwickeln.