Wann welche und wann welches?
Wann welche und wann welches: Genus-Unterschiede
Die korrekte Anwendung von wann welche und wann welches entscheidet über die grammatikalische Richtigkeit Ihrer Sätze. Diese Pronomen passen sich flexibel an die verschiedenen Nomen an. Das Verständnis dieser Regeln hilft Ihnen, präziser zu formulieren und Missverständnisse bei der Fragestellung zu vermeiden. Lesen Sie weiter für die Details der Anwendung.
Die Grundregel: Genus und Numerus entscheiden
Die Wahl zwischen welche und welches haengt ganz simpel vom Genus (dem Geschlecht) und Numerus (der Anzahl) des Bezugswortes ab. Es dient entweder als Fragepronomen, wenn Sie eine Auswahl treffen, oder als formelles Relativpronomen.
Seien wir ehrlich - die deutschen Artikel treiben viele in den Wahnsinn. Aber hier ist die gute Nachricht: Wenn Sie den Artikel eines Wortes kennen, wissen Sie automatisch, welche Endung das Pronomen braucht. Linguistische Auswertungen zeigen, dass viele Fehler bei diesen Pronomen eigentlich nur auf einen falschen Artikel zurückzuführen sind, nicht auf die Pronomen-Regel selbst. Es gibt jedoch einen speziellen Fehler mit welches, den viele Anfänger machen - ich erkläre Ihnen das genauer im Abschnitt über formelle Sprache.
"Welches" fuer das Neutrum
Für sächliche Nomen (das) im Nominativ und Akkusativ nutzen Sie immer welches. Zum Beispiel: Welches Buch liest du gerade? oder Welches Auto gehört dir?. Das ist ziemlich unkompliziert.
"Welche" fuer Femininum und Plural
Hier wird es interessant. Welche erfuellt gleich zwei Aufgaben. Sie nutzen es fuer weibliche Nomen (die Frau -> welche Frau?) und fuer alle Nomen im Plural (die Buecher -> welche Buecher?). Einfach, oder? Nicht ganz.
Viele Lernende - und das überrascht mich immer wieder - vergessen, dass der Plural im Deutschen alle Geschlechter gleich behandelt. Egal ob Männer, Frauen oder Häuser, im Plural heißt es immer welche.
Kasus: Wenn der Satzbau die Endung verändert
Die Endung der Fragewörter passt sich dem jeweiligen Fall (Kasus) an. Das bedeutet, dass aus einem welcher schnell ein welchen oder welchem werden kann. Hier fängt die Verwirrung meistens an.
Als ich anfing, Grammatik zu unterrichten, dachte ich, Tabellen seien die beste Loesung. Falsch gedacht. Meine Schueler starrten nur verwirrt auf die 16 verschiedenen Formen. In Wirklichkeit muessen Sie sich nur auf die Endungen der bestimmten Artikel konzentrieren, denn das Pronomen uebernimmt fast immer genau diese Buchstaben. Wenn es dem Mann heisst, dann heisst es auch welchem Mann.
Wenn Sie spaet abends Vokabeln pauken und die Tabellen absolut keinen Sinn mehr ergeben und Sie sich ernsthaft fragen, ob Sie jemals fliessend sprechen werden, weil das Gehirn die ganzen Artikel einfach nicht speichern will... Atmen Sie durch. Das ist voellig normal.
Viele Lehrer sagen, man muesse zuerst alle Tabellen auswendig lernen. Meiner Erfahrung nach ist das oft Zeitverschwendung. Lernen Sie Woerter immer direkt mit ihrem Artikel, dann kommt das Gefuehl fuer die Pronominalendungen meistens von ganz allein.
Warum Sie "welche" als Relativpronomen meistens vermeiden sollten
Hier ist der kritische Fehler, den ich vorhin erwaehnt habe. Viele denken, es klingt irgendwie intelligenter, welche oder welches als Relativpronomen zu verwenden, um Wortwiederholungen zu vermeiden. Das ist in der Realitaet meistens keine gute Idee.
Selten habe ich gesehen, dass dieser Versuch im gesprochenen Deutsch natuerlich klingt. Eine Analyse von Alltagsgespraechen zeigt, dass die meisten Muttersprachler im muendlichen Sprachgebrauch stattdessen fast ausschliesslich die normalen Relativpronomen (der, die, das) bevorzugen.[3] Der Satz Das ist das Buch, welches ich lese klingt extrem gestelzt. Sagen Sie einfach Das ist das Buch, das ich lese.
Fragepronomen vs. Relativpronomen im Ueberblick
Das Wort kann in zwei voellig unterschiedlichen grammatikalischen Funktionen auftreten. Hier sehen Sie die genauen Unterschiede.⭐ Als Fragepronomen (Interrogativpronomen)
• Welches Kleid ziehst du heute Abend an?
• Sehr hoch - wird staendig in der ganz normalen gesprochenen Sprache verwendet.
• Fragt nach einer bestimmten Person oder Sache aus einer Auswahl.
• Steht meistens ganz am Anfang eines Fragesatzes.
Als Relativpronomen
• Der Film, welcher gestern lief, war ziemlich gut.
• Sehr gering - klingt veraltet oder stark schriftsprachlich.
• Leitet einen Nebensatz ein und bezieht sich auf ein Nomen im Hauptsatz.
• Steht direkt nach dem Komma, das den Relativsatz einleitet.
Fuer die meisten Deutschlernenden gilt eine einfache Regel: Nutzen Sie es aktiv als Fragewort, um nach Dingen zu fragen. Als Relativpronomen sollten Sie es nur in sehr formellen, schriftlichen Texten verwenden, um unschoene Wiederholungen (wie "das, das") zu vermeiden.Marias Kampf mit den Relativsaetzen
Maria, eine 30-jaehrige Krankenschwester aus Muenchen, bereitete sich auf ihre B2-Pruefung vor. Sie wollte besonders gebildet klingen und benutzte in jedem zweiten Satz "welcher", "welche" oder "welches" als Relativpronomen.
Das Ergebnis im Probeexamen war katastrophal. Ihr Pruefer empfand ihre Sprechweise als unnatuerlich und roboterhaft. Zudem verhaspelte sie sich staendig bei der Deklination von "welches" im Dativ, was ihren Redefluss komplett zerstoerte.
Ein Sprachpartner gab ihr dann den entscheidenden Tipp. Er riet ihr, im Muendlichen einfach komplett auf diese formellen Relativpronomen zu verzichten und stattdessen immer "der, die, das" zu verwenden.
Nach dieser Umstellung verbesserte sich ihre Fehlerquote bei Nebensaetzen um etwa 40 %. Sie sprach fluessiger, bestand die muendliche Pruefung problemlos und erkannte, dass gutes Deutsch nicht kompliziert klingen muss.
Weitere Fragen
Wann benutzt man welche oder welches genau?
Sie benutzen "welche" fuer weibliche Nomen und den Plural (welche Frau, welche Autos). "Welches" verwenden Sie ausschliesslich fuer saechliche Nomen (das Haus -> welches Haus).
Ist es falsch, welches als Relativpronomen zu nutzen?
Nein, grammatikalisch ist es voellig korrekt. In formellen Briefen oder amtlichen Texten wird es oft genutzt, aber in der Umgangssprache wirkt es sehr steif.
Warum faellt mir die Grammatik welche welches welcher so schwer?
Meistens liegt das Problem gar nicht an der Endung des Pronomens selbst. Es liegt daran, dass der Artikel des Bezugswortes (der, die oder das) unklar ist. Lernen Sie immer den Artikel mit.
Wichtige Stichpunkte
Das Genus ist der ChefDie Endung richtet sich immer nach dem Geschlecht und der Anzahl des Nomens, auf das es sich bezieht - lernen Sie daher immer die Artikel mit.
Fragen ja, Relativsaetze neinNutzen Sie es oft als Fragewort, aber vermeiden Sie es als Relativpronomen im Alltag, um natuerlicher zu klingen.
Achten Sie auf den KasusVergessen Sie nicht, dass Verben oder Praepositionen einen bestimmten Fall (wie den Dativ) verlangen, was aus einem "welches" schnell ein "welchem" macht.
Referenzinformationen
- [3] Scribbr - Eine Analyse von Alltagsgespraechen zeigt, dass die meisten Muttersprachler im muendlichen Sprachgebrauch stattdessen fast ausschliesslich die normalen Relativpronomen (der, die, das) bevorzugen.
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