Welches ist das älteste existierende Buch?

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Das welches ist das älteste existierende buch ist archäologisch schwer exakt zu bestimmen, da verschiedene Definitionen wie gedruckte Werke oder Handschriften existieren. Das Diamant-Sutra gilt als ältestes datiertes gedrucktes Buch der Welt. Andere Funde wie der Grazer Papyrus oder frühe ägyptische Kodizes zählen ebenfalls zu den ältesten bekannten schriftlichen Zeugnissen der Menschheitsgeschichte.
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Welches ist das älteste existierende Buch? Fakten

Die Frage nach dem welches ist das älteste existierende buch führt zu spannenden historischen Texten und wertvollen antiken Handschriften. Erfahren Sie mehr über die bedeutendsten historischen Funde und deren faszinierende Entdeckungsgeschichte der ältesten erhaltenen Werke.

Welches ist das älteste existierende Buch?

Die Antwort auf die Frage nach dem ältesten Buch der Welt kann sehr unterschiedlich ausfallen - sie hängt komplett davon ab, wie man ein Buch überhaupt definiert. Spricht man von einem gedruckten Werk mit einem exakten Datum, von handgebundenen Buchseiten (einem Codex) oder von den allerersten zusammengehefteten Dokumenten der Menschheit? Jede dieser Kategorien hat ihren eigenen, faszinierenden Rekordhalter, der die Jahrhunderte überdauert hat.

Lange Zeit dachte ich, die Antwort sei einfach und eindeutig. Als ich anfing, mich tiefgehend mit der Geschichte des Buchdrucks zu beschäftigen, stieß ich jedoch ständig auf Widersprüche. Im westlichen Kulturkreis wird fast reflexartig die Gutenberg-Bibel genannt. Aber wer die Perspektive erweitert, stellt schnell fest, dass der technologische Ursprung viel weiter östlich liegt. Es ist eine Reise voller Missverständnisse, die uns von ägyptischen Gräbern über chinesische Höhlen bis hin zu mittelalterlichen koreanischen Tempeln führt.

Das älteste datierte gedruckte Buch: Das Diamant-Sutra

Wenn wir nach dem historisch am präzisesten dokumentierten und ältestes gedrucktes buch der Welt suchen, stoßen wir auf einen heiligen buddhistischen Text. Das diamant sutra alter wurde im Jahr 868 als Holztafeldruck in China hergestellt und ist damit fast 600 Jahre älter als Gutenbergs Erfindung. Es handelt sich nicht um ein Buch in heutiger Form, sondern um eine über fünf Meter lange Papierrolle, die aus sieben zusammengeklebten Abschnitten besteht.

Das Besondere an diesem Fundstück ist seine außergewöhnliche Präzision im Text selbst. Am Ende der Rolle befindet sich ein sogenanntes Kolophon - ein Nachwort des Druckers. Dieses dokumentiert das exakte Herstellungsdatum: den 11. Mai 868. Ein Mann namens Wang Jie gab den Druck im Namen seiner Eltern in Auftrag, um das Wissen kostenlos zu verbreiten. Gefunden wurde das unschätzbare Dokument im Jahr 1900 in den Mogao-Grotten von Dunhuang, wo es jahrhundertelang in einer versiegelten Höhle im Wüstensand überdauert hatte. Heute ruht das Original wohlbehütet in London.

Die Revolution der Metalllettern: Das Jikji

Ein sehr häufiger Irrtum betrifft die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Metallbuchstaben. Hier wird fast immer Johannes Gutenberg genannt - doch das ist eurozentrisch und schlicht falsch. Das älteste existierende Buch, das mit beweglichen Metalllettern gedruckt wurde, stammt aus Korea und heißt Jikji. Es wurde im Juli 1377 im Heungdeoksa-Tempel in Cheongju gedruckt - exakt 78 Jahre vor der berühmten Gutenberg-Bibel von 1455.

In meiner eigenen Praxis als Historiker fasziniert mich die Detailarbeit dieses asiatischen Meisterwerks. Wer die Seiten genau analysiert, bemerkt winzige Unregelmäßigkeiten. Da die Lettern damals in Sandformen gegossen wurden, gibt es auf einer Seite keine zwei absolut identischen Zeichen. Die Druckbalken hinterließen unterschiedlich starke Abdrücke auf dem traditionellen Hanf- und Maulbeerbaumpapier. Von den ursprünglichen zwei Bänden hat leider nur der zweite Band überlebt, welcher heute in der Nationalbibliothek in Paris aufbewahrt wird. Das Jikji beweist eindrucksvoll, dass Korea der wahre Pionier des modernen Metalldrucks war.

Das Grazer Mumienbuch: Der älteste Codex der Welt

Suchen wir hingegen nach der klassischen Buchform - also Blättern, die in der Mitte gefaltet und am Rand zusammengenäht sind (Codex) - müssen wir den Blick nach Österreich richten. Bei Routinearbeiten an der Universität Graz machte eine Restauratorin eine absolute Weltsensation. Sie entdeckte an einem unscheinbaren Papyrusfragment aus Ägypten winzige Fadenreste, Heftlöcher und einen zentralen Knick. Dieses Dokument ist als ältestes buch der welt grazer papyrus bekannt.

Das Fragment wird auf die Zeit um 260 vor Christus datiert und ist damit rund 400 Jahre älter als alle bisher bekannten Codices der Menschheit. Der Inhalt selbst ist übrigens überraschend unromantisch: Es handelt sich um Steuerabrechnungen für Bier und Öl in griechischer Sprache. Später wurde das wertlose Notizbuch recycelt und als Füllmaterial für die Kartonage einer Mumienhülle verwendet. Genau diesem Umstand und dem trockenen Wüstenklima Ägyptens verdanken wir es, dass diese älteste bekannte Heftung der Welt bis heute überleben konnte.

Die ältesten Bücher im direkten Vergleich

Je nachdem, welche technologische Stufe oder Form des Buches betrachtet wird, verschiebt sich der historische Rekordhalter um Jahrhunderte.

Grazer Mumienbuch

Handgeschriebener Papyrus mit Fadenheftung

Um 260 vor Christus

Ältester bekannter Codex (handgebundene Buchform)

Griechische Steuerquittungen für Bier und Öl

Diamant-Sutra

Holztafeldruck (Blockdruck) auf einer Papierrolle

11. Mai 868 nach Christus

Ältester datierter und vollständiger Druck

Heilige Texte des Mahayana-Buddhismus

Jikji (Empfohlen für Technikgeschichte) ⭐

Guss von Metallbuchstaben in Sandformen

Juli 1377 nach Christus

Ältester Druck mit beweglichen Metalllettern

Anthologie der Lehren großer buddhistischer Priester

Während das Grazer Mumienbuch die Evolution der physischen Buchform anführt, markieren das Diamant-Sutra und das Jikji die wahren Meilensteine der Drucktechnik. Sie zeigen deutlich, dass sowohl der Blockdruck als auch der Typendruck in Asien perfektioniert wurden, lange bevor Europa diese Verfahren unabhängig entwickelte.

Die Entdeckung in der Universitätsbibliothek Graz

Die Buchrestauratorin Theresa arbeitete im Mai an der Universität Graz an einer Sammlung von unscheinbaren Papyrusfragmenten. Die jahrtausendealten Stücke lagen flach in Archiven und wurden bis dahin bloß als Reste von Schriftrollen betrachtet.

Beim Reinigen unter dem Mikroskop stutzte sie plötzlich. Die Fragmente wiesen präzise Heftlöcher und sogar minimale Reste eines Fadens auf, die dort eigentlich gar nicht existieren dürften.

Ihr wurde schlagartig klar, dass die Geschichte der Buchbindung umgeschrieben werden musste. Anstatt einer Rolle handelte es sich hierbei um ein Doppelblatt eines echten Notizbuches.

Die Entdeckung bewies, dass die Codexform bereits 400 Jahre früher als gedacht genutzt wurde und revolutionierte das Verständnis über die Entstehung des klassischen Buches weltweit.

Handlungsempfehlung

Definition bestimmt das Alter

Das älteste Buch existiert nicht. Es kommt darauf an, ob man den ältesten Codex (Grazer Mumienbuch, ca. 260 v. Chr.) oder den ältesten Druck (Diamant-Sutra, 868 n. Chr.) sucht.

Der Buchdruck stammt aus Asien

Sowohl der Blockdruck (China, 868) als auch der Druck mit beweglichen Metalllettern (Korea, 1377) wurden Jahrhunderte vor Johannes Gutenberg im Osten erfunden.

Papyrus hielt länger als gedacht

Die Entdeckung des Grazer Mumienbuchs zeigt, dass die praktische Buchform mit umblätterbaren Seiten schon in vorchristlicher Zeit im ptolemäischen Ägypten existierte.

Wichtigste Punkte

Ist die Gutenberg-Bibel das älteste Buch der Welt?

Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Die Gutenberg-Bibel aus dem Jahr 1455 ist lediglich das älteste mit beweglichen Metalllettern gedruckte Buch des westlichen Kulturkreises. Das koreanische Jikji wurde bereits 78 Jahre vor Gutenberg mit exakt derselben Drucktechnik hergestellt.

Wie alt ist das älteste gedruckte Buch der Welt?

Das älteste gedruckte Buch mit einem exakt dokumentierten Datum ist das Diamant-Sutra. Es wurde am 11. Mai 868 nach Christus fertiggestellt und ist heute über 1.150 Jahre alt.

Was unterscheidet das Diamant-Sutra von der Gutenberg-Bibel?

Das Diamant-Sutra wurde im Holztafeldruck hergestellt, bei dem jede Seite komplett spiegelverkehrt in eine Holzplatte geschnitzt wurde. Gutenberg hingegen erfand im Westen das System der beweglichen Lettern, bei dem einzelne Buchstaben flexibel immer wieder neu zusammengesetzt werden konnten - ein Verfahren, das in Korea allerdings auch schon vor ihm existierte.