Hat Goethe Faust erfunden?

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Nein. Johann Wolfgang von Goethe hat den Faust-Stoff nicht erfunden. Die Figur und ihre Geschichte gehen auf ältere Überlieferungen sowie den historischen Johann Georg Faust aus dem 16. Jahrhundert zurück. Goethe schuf jedoch mit seinem zweiteiligen Drama die bekannteste und literarisch bedeutendste Bearbeitung des Stoffes.
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Hat Goethe Faust erfunden?

Nein. Goethe hat den hat goethe faust erfunden nicht, sondern eine bereits bestehende Legende literarisch neu gestaltet. Seine Fassung gilt als die berühmteste Bearbeitung und machte die Figur zu einem zentralen Werk der deutschen und europäischen Literatur.

Hat Goethe Faust erfunden?

Die kurze Antwort lautet: Nein. Johann Wolfgang von Goethe hat die berühmte Geschichte nicht erfunden, sondern einen bereits seit Jahrhunderten überlieferten Stoff aufgegriffen und zu einem Meisterwerk der Weltliteratur weiterentwickelt.

Es gibt oft Verwirrung darüber, ob literarische Figuren völlig neu erfunden oder aus historischen und mündlichen Überlieferungen weiterentwickelt wurden. Die Geschichte des Gelehrten, der einen Pakt mit dem Teufel eingeht, wurzelt tief in der europäischen Kulturgeschichte und wanderte über Generationen hinweg durch verschiedene Medien, bevor Goethe sie in die Hände bekam.

Der historische Johann Georg Faust

Hinter der literarischen Figur verbirgt sich tatsächlich ein realer Mensch. Im 16. Jahrhundert lebte ein Mann namens Johann Georg Faust, der als Wanderarzt, Astrologe und Alchemist durch die Lande zog. Er war eine schillernde und zugleich umstrittene Persönlichkeit, der man nachredete, er besitze magische Kräfte.

Aus dieser historischen Gestalt, die zu Lebzeiten oft als Scharlatan oder Betrüger angesehen wurde, wuchs nach ihrem Tod rasch ein dichtes Netz aus Legenden und Gerüchten. Die Menschen erzählten sich Geschichten über angebliche Teufelspakte und übersinnliche Fähigkeiten, wodurch der ursprung der figur faust allmählich zu einer mythischen Sagengestalt mutierte.

Das Volksbuch von 1587 als Meilenstein

Der entscheidende Durchbruch für den Mythos gelang im Jahr 1587. Damals erschien bei dem Drucker Johann Spies in Frankfurt am Main das erste deutsche Volksbuch über Doktor Faustus. Dieses Werk fasste die mündlich überlieferten Sagen zusammen und verlieh ihnen eine feste schriftliche Form.

Das Volksbuch schlug ein wie eine Bombe und verbreitete sich rasant in ganz Europa. Es etablierte die Grundstruktur der Erzählung: Ein gelehrter Mann, der aus Wissensdurst und Geltungssucht seine Seele an den Teufel verkauft, erlebt zeitweiligen Höhenflug, bevor er am Ende ein schreckliches Ende findet.

Frühere Bearbeitungen vor Goethes Version

Bevor Goethe auch nur den ersten Vers seines Dramas schrieb, hatten sich bereits andere bedeutende Autoren des Stoffs angenommen. Das prominenteste frühe Beispiel stammt aus England: Der Dramatiker Christopher Marlowe verfasste nur wenige Jahre nach dem Erscheinen des Volksbuchs sein berühmtes Stück The Tragical History of the Life and Death of Doctor Faustus.

Marlowes Werk brachte die Thematik auf die Theaterbühnen und zeigte, dass der faust stoff vor goethe ein enormes dramatisches Potenzial besaß. Auch Puppenspiele griffen die Geschichte im Laufe der Jahrhunderte immer wieder auf, sodass sie im deutschsprachigen Raum fest im volkstümlichen Bewusstsein verankert war, als Goethe sich in seiner Jugend in den 1770er-Jahren dem Thema zuwandte.

Goethes lebenslange Arbeit am Meisterwerk

Goethes Leistung besteht also nicht in der Erfindung des Plots, sondern in der genialen Neugestaltung und Vertiefung des Materials. Er arbeitete fast sein gesamtes Leben an dem Stoff - von der frühen Sturm-und-Drang-Zeit über den Urfaust bis hin zur Vollendung des zweiten Teils kurz vor seinem Tod im hohen Alter.

In Goethes Bearbeitung wandelt sich die Figur des Faust von einer reinen Warnfigur vor Teufelspakten hin zu einem Sinnbild des strebenden Menschen, der trotz all seiner Irrtümer und Verfehlungen nach Erkenntnis und Sinn sucht. Diese philosophische Tiefe machte Goethes Version zur mit Abstand berühmtesten Fassung der Legende.

Vergleich der Faust-Bearbeitungen durch die Jahrhunderte

Die Faust-Erzählung hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Hier im direkten Vergleich stehen das historische Vorbild, das frühe Volksbuch und Goethes literarische Bearbeitung.

Historischer Johann Georg Faust

  • Warnung vor Hexerei, Alchemie und Aufgeklärtheit gegen Gottes Willen.
  • Ein echter Mensch und Wanderarzt im 16. Jahrhundert mit zweifelhaftem Ruf.
  • Mündliche Gerüchte, Berichte von Zeitgenossen und lokale Sagen.

Das Volksbuch von 1587

  • Moralische Abschreckung und Unterhaltung mit klarem religiösen Zeigefinger.
  • Erste gedruckte Zusammenfassung der Sagen bei Johann Spies.
  • Gedrucktes Buch, das sich rasant im Lesepublikum verbreitete.

Goethes Faust (Fassung)

  • Erforschung der menschlichen Existenz, des Strebens und der Erlösung.
  • Kunstvolles Drama, erarbeitet über Jahrzehnte von der Jugend bis ins Alter.
  • Hohe Dichtkunst, Theaterstück und philosophisches Weltwerk.
Während die frühen historischen und volkstraditionellen Quellen primär der moralischen Abschreckung dienten, wandelte Goethe die Geschichte in ein komplexes Drama um, das den modernen Menschen in seiner Zerrissenheit und seinem unstillbaren Wissensdurst porträtiert.

Wie ein Klassiker Missverständnisse erzeugt

Thomas, ein deutscher Literaturstudent im zweiten Semester, dachte lange Zeit, dass berühmte Autoren wie Goethe ihre ikonischen Geschichten immer komplett frei aus der Fantasie erschaffen.

Als er im Seminar erfuhr, dass der Faust-Stoff auf einem realen Alchemisten aus dem 16. Jahrhundert basierte und bereits von Christopher Marlowe bearbeitet wurde, war er zunächst überrascht.

Er vertiefte sich in die historischen Hintergründe und las vergleichend das Volksbuch von 1587, um die Unterschiede zu Goethes Werk nachzuvollziehen.

Das Ergebnis: Thomas verstand, dass Literatur meist ein fortlaufender Strom von Bearbeitungen ist, bei dem geniale Köpfe alte Sagen aufgreifen und völlig neuen Sinn einhauchen.

Das wichtigste Ergebnis

Keine originale Erfindung von Goethe

Goethe hat den Faust nicht erfunden, sondern eine bereits jahrhundertealte Volkssage meisterhaft adaptiert und vertieft.

Wenn Sie sich für den ursprung der figur faust interessieren, erfahren Sie hier mehr darüber.
Historischer Hintergrund existiert

Die literarische Figur geht auf den historischen Wanderarzt und Alchemisten Johann Georg Faust aus dem 16. Jahrhundert zurück.

Frühe literarische Vorläufer

Bereits vor Goethe schrieben Autoren wie Christopher Marlowe in England über den Doktor Faustus.

Ausnahmen

Wer hat die Faust-Figur erfunden?

Die Figur wurde nicht von einer einzelnen Person erfunden. Sie basiert auf dem historischen Magier Johann Georg Faust und wuchs durch mündliche Sagen sowie das Volksbuch von 1587 zu einem kollektiven Mythos heran, bevor Autoren wie Marlowe und Goethe sie bearbeiteten.

War der historische Faust ein echter Magier?

Der echte Johann Georg Faust war ein Wanderarzt und Alchemist im 16. Jahrhundert. Seine Zeitgenossen schrieben ihm magische Fähigkeiten zu, wobei moderne Historiker davon ausgehen, dass vieles davon auf Selbstinszenierung und Gerüchten beruhte.

Hat Goethe den Faust alleine geschrieben?

Goethe hat fast sein gesamtes Leben an dem Werk gearbeitet - von seinen Anfängen in den 1770er-Jahren bis kurz vor seinem Tod im Jahr 1832. Es ist das Lebenswerk des Dichters, das in zwei Teile gegliedert ist.