Warum färbt sich Alkohol blau?

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Die Frage, warum färbt sich alkohol blau, lässt sich durch die gezielte Beigabe von blauen Farbstoffen erklären. Hersteller nutzen Lebensmittelfarben zur optischen Aufwertung für Cocktails oder Spirituosen. Ein weiterer Grund ist die Vergällung von Industriealkohol durch Farbstoffe zur Kennzeichnung als ungenießbar. Chemische Reaktionen wie die Freisetzung von Kupfersalzen beim privaten Destillieren in Kupferanlagen rufen ebenfalls bläuliche Verfärbungen hervor.
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Warum färbt sich Alkohol blau? Die Ursachen

Das Phänomen, warum färbt sich alkohol blau, beschäftigt viele Verbraucher beim Blick auf bestimmte Spirituosen oder Reinigungsmittel. Diese optische Veränderung resultiert aus verschiedenen Herstellungsprozessen, chemischen Interaktionen oder regulatorischen Vorschriften. Das Verständnis dieser Prozesse schützt vor Fehlkäufen, verhindert gesundheitliche Risiken durch ungenießbare Substanzen und erleichtert die richtige Zuordnung im Haushalt.

Warum färbt sich Alkohol blau?

Reiner Alkohol (Ethanol) ist von Natur aus eine völlig klare und farblose Flüssigkeit. Wenn sich Alkohol blau färbt oder blau im Handel angeboten wird, hat das meist drei unterschiedliche Ursachen aus den Bereichen Marketing, Chemie und Brennereitechnik.

Künstliche Färbung für Marketing und Cocktails

Die bekannteste Variante von blauem Alkohol ist der Likör Blue Curaçao. Traditioneller Curaçao-Likör aus den Schalen der Laraha-Bitterorange ist eigentlich völlig klar. Um ihn in den 1970er und 1980er Jahren für die Barszene optisch aufzuwerten, fügten Hersteller künstliche Lebensmittelfarbstoffe wie Brillantblau FCF (E 133) oder Patentblau V (E 131) hinzu. Diese Farbe dient rein der Optik, um auffällige, exotische Cocktails wie den Swimming Pool oder die Blue Lagoon zu mixen, und hat keinerlei Einfluss auf den Geschmack.

Chemische Reaktionen als ungewollter Blaustich

Manchmal färbt sich frisch destillierter Alkohol bei Hobby-Brennern ungewollt bläulich. Wenn die Maische zu viel Schwefel oder Schwefeldioxid enthält und die Destillationsanlage aus Kupfer besteht, reagiert die entstehende Säure mit dem Kupfer der Rohre. Dabei bilden sich Kupfersalze, die den hochprozentigen alkohol bläulich schimmert lassen. Ein solcher Blaustich ist ein klarer Qualitätsmangel, da Kupfersalze in hoher Konzentration gesundheitsschädlich sind.

Vergällung und Sicherheits-Färbung

Bei reinem Alkohol für die Industrie oder als Putzmittel wird häufig eine künstliche Färbung eingesetzt. Damit dieser billige Industriealkohol nicht getrunken wird, versetzt man ihn mit Bitterstoffen und färbt ihn blau oder violett ein. So sieht jeder sofort, dass es sich um ein giftiges Reinigungsmittel und nicht um Trinkalkohol handelt.

Vergleich der Ursachen für blauen Alkohol

Die blaue Farbe im Alkohol entsteht durch völlig unterschiedliche Prozesse, die von Genussmitteln bis hin zu technischen Anwendungen reichen.

Marketing & Cocktails

Zugabe von Lebensmittelfarbstoffen wie Brillantblau FCF

Unbedenklich und für den Verzehr zugelassen

Optische Aufwertung für Longdrinks und Cocktails

Chemische Reaktion

Kupfersalze durch Reaktion von Säure mit der Brennanlage

Qualitätsmangel und in hoher Konzentration schädlich

Ungewollter technischer beziehungsweise handwerklicher Fehler

Vergällung

Zusatz von Farbstoffen und Bitterstoffen bei Industriealkohol

Giftig und keinesfalls zum Trinken geeignet

Abschreckung vor dem Konsum und Kennzeichnung als Gift

Während die Färbung bei Cocktails reinen Design-Zwecken dient, warnt ein blauer Farbstoff bei Spirituosen oder Industriealkohol vor chemischen Verunreinigungen oder absichtlicher Giftmachung.

Der unerwartete Blaustich beim Brennen

Thomas, ein Hobby-Brenner aus Oberösterreich, bereitete im Herbst seine traditionelle Obstmaische vor und verwendete dafür reichlich Schwefel zur Konservierung.

Bei der anschließenden Destillation in seiner kupfernen Brennblase traute er seinen Augen kaum, denn der frische Schnaps lief mit einem deutlichen bläulichen Schimmer in den Auffangbehälter.

Nach kurzer Recherche und Rücksprache mit erfahrenen Kollegen wurde ihm klar, dass die überschüssige Säure in Kombination mit dem Kupfer der Rohre Kupfersalze gelöst hatte.

Er musste die gesamte Charge als ungenießbar verwerfen und lernte für die Zukunft, den Schwefelgehalt der Maische drastisch zu reduzieren.

Wissenszusammenfassung

Ist jeder blaue Alkohol giftig?

Nein, Liköre wie Blue Curaçao sind für den Verzehr bestimmt und unbedenklich. Giftig ist hingegen vergällter Industriealkohol oder Schnaps mit einem ungewollten Blaustich durch Kupfersalze.

Woher kommt der Begriff blau sein für Betrunkensein?

Historischen Theorien nach stammt die Redewendung von den mittelalterlichen Blaufärbern, die beim Trocknen ihrer Stoffe viel Zeit hatten und in dieser Wartezeit oft viel Alkohol tranken.

Kann man blauen Schnaps noch trinken?

Einen ungewollt bläulich schimmernden Schnaps aus der Brennerei sollte man keinesfalls trinken, da er gesundheitsschädliche Kupfersalze enthält.

Zusammenfassung in Stichpunkten

Künstliche Farbgebung

Cocktail-Liköre erhalten ihre blaue Farbe durch zugelassene Lebensmittelfarbstoffe wie Brillantblau FCF.

Chemisches Risiko

Ein blauer Schimmer bei selbstgebranntem Schnaps weist auf giftige Kupfersalze und einen schweren Qualitätsmangel hin.

Industrielle Sicherheit

Putzspiritus und technischer Alkohol werden blau eingefärbt, um Verwechslungen und den Konsum zu verhindern.