Wann sollte man kalkhaltiges Wasser filtern?

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wann sollte man kalkhaltiges wasser filtern hängt vom Geschmack und dem Schutz von Haushaltsgeräten ab. Bei einer Wasserhärte zwischen 8 und 14 dH beeinflusst Kalk den Geschmack von Kaffee, da Karbonate die Kaffeesäuren neutralisieren. Eine Kalkschicht auf Heizstäben erhöht zudem den Energieverbrauch um zehn Prozent.
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Wann sollte man kalkhaltiges Wasser filtern?

Die Filterung von hartem Leitungswasser schützt Haushaltsgeräte vor erhöhtem Energieverbrauch und verbessert den Kaffeegeschmack. Erfahren Sie hier, ab welchen Härkegraden sich der Einsatz eines Filters lohnt und wie Sie Ihre Geräte effektiv vor Verkalkung bewahren.

Wann sollte man kalkhaltiges Wasser filtern?

Kalkhaltiges Wasser sollte ab einem Härtegrad von etwa 14 dH gefiltert werden, um empfindliche Haushaltsgeräte wie Kaffeemaschinen zu schützen und den Geschmack von Heißgetränken zu verbessern. Aus gesundheitlicher Sicht ist das Filtern von Leitungswasser hingegen nicht notwendig. Aber es gibt einen teuren Fehler, den fast 90 Prozent der Menschen beim Kauf eines Filters machen - ich werde diesen Irrtum im Abschnitt über Filtertechniken unten genau aufklären.

Gesundheit vs. Technik: Warum Kalk unsichtbare Schäden anrichtet

Seien wir ehrlich - wenn man die hartnäckigen weißen Ränder am Wasserhahn oder im Waschbecken sieht, denkt man fast automatisch an verkalkte Adern. Es sieht einfach ungesund aus.

Das ist ein Mythos. Kalk im Trinkwasser besteht im Grunde nur aus gelöstem Calcium und Magnesium. Diese Mineralien sind für unseren Körper völlig unbedenklich und sogar lebenswichtig für Knochenaufbau und Muskelfunktion. Unser Verdauungssystem verarbeitet diese Stoffe problemlos. Sie müssen kalkhaltiges wasser filtern also definitiv nicht, um Ihre Gesundheit zu schützen.

Für Ihre Haushaltsgeräte sieht die Realität jedoch komplett anders aus. Schon eine Kalkschicht von nur einem Millimeter auf einem Heizstab erhöht den Energieverbrauch des Geräts um etwa 10 Prozent.[1] Die isolierende Kalkschicht zwingt die Maschine, deutlich länger zu heizen. Auf Dauer führt das nicht nur zu höheren Stromkosten, sondern auch zum vorzeitigen Hitzetod der Heizelemente.

Ab welcher Wasserhärte ein Filter wirklich Sinn macht

Die Notwendigkeit eines Filters hängt stark von Ihrem lokalen Leitungswasser ab. In Deutschland wird die Wasserhärte in Grad deutscher Härte (dH) gemessen. Unter 8 dH gilt Wasser als weich. Hier ist ein Filter meist reine Geldverschwendung.

Zwischen 8 und 14 dH spricht man von mittlerer Härte. Hier entscheidet oft der persönliche Geschmack. Wenn Sie ein passionierter Kaffeetrinker sind, werden Sie den Unterschied schmecken. Kaffee entfaltet sein optimales Aroma bei einer Wasserhärte von etwa 8 dH.[2] Ist das Wasser härter, neutralisieren die Karbonate die feinen Kaffeesäuren - der teure Spezialitätenkaffee schmeckt dann plötzlich flach und bitter.

Ab 14 dH beginnt der kritische Bereich. So hartes Wasser zerstört Kaffeemaschinen und Wasserkocher erstaunlich schnell, wenn Sie nicht wöchentlich entkalken. Spätestens hier ist ein Filtersystem eine sehr wirtschaftliche Entscheidung.

Aktivkohle vs. Ionenaustauscher: Der große Filter-Irrtum

Hier ist der gravierende Fehler, den ich zu Beginn erwähnt habe: Die meisten Menschen kaufen einen einfachen Tischfilter mit reiner Aktivkohle und wundern sich, dass der Wasserkocher trotzdem nach zwei Wochen wieder weiß ist.

Aktivkohle filtert keinen Kalk. Niemals. Sie filtert Chlor, Schwermetalle und geschmacksstörende Stoffe. Um echten Kalk aus dem Leitungswasser zu entfernen, benötigen Sie zwingend einen Filter mit Ionenaustauscherharz. Dieser tauscht die Calcium- und Magnesiumionen gegen Natrium- oder Wasserstoffionen aus. Nur so wird das Wasser physikalisch weicher.

Welches Filtersystem passt zu Ihrem Bedarf?

Nicht jeder Filter ist für den Kampf gegen Kalk geeignet. Hier ist die klare Unterscheidung der gängigsten Systeme für den Hausgebrauch.

Tischwasserfilter (mit Ionenaustauscher)

• Gut - senkt die Wasserhärte effektiv für kleine Mengen

• Hoch - Kartuschen müssen alle 4 Wochen getauscht werden

• Geringe Anschaffung, aber stetige laufende Kosten für Kartuschen

• Ideal für Kaffee, Tee und den Schutz des Wasserkochers

Reiner Aktivkohlefilter

• Keine - Calcium und Magnesium bleiben vollständig im Wasser

• Mittel - Austausch meist alle 3 bis 6 Monate

• Sehr günstige Filtermedien

• Verbesserung des reinen Wassergeschmacks, Entfernung von Chlor

Zentrale Enthärtungsanlage (am Hausanschluss)

• Sehr hoch - schützt das gesamte Leitungssystem des Hauses

• Gering - muss nur regelmäßig mit Spezialsalz nachgefüllt werden

• Sehr hohe Anschaffungskosten, niedrige laufende Kosten

• Schutz von Waschmaschinen, Boilern und Rohrleitungen

Für Mieter und Kaffeeliebhaber ist ein klassischer Tischfilter mit Ionenaustauscher meist die beste Wahl. Hausbesitzer in Regionen mit extrem hartem Wasser (über 20 dH) sollten langfristig über eine zentrale Anlage nachdenken, um teure Rohr- und Geräteschäden zu vermeiden.

Markus und die zerstörte Espressomaschine

Markus, ein 35-jähriger Grafikdesigner aus München, kaufte sich eine hochwertige Siebträgermaschine für 800 Euro. München ist bekannt für sein extrem hartes Wasser (oft über 16 dH). Aus Bequemlichkeit nutzte er das Wasser direkt aus dem Hahn. Nach nur drei Monaten schmeckte der Espresso zunehmend sauer und flach.

Sein erster Lösungsansatz war ein simpler Aktivkohlefilter aus dem Baumarkt. Er dachte, Filter sei gleich Filter. Zwei Monate später blockierte die Pumpe der Maschine komplett. Das Wasser tröpfelte nur noch heraus. Die Reparatur beim Fachhändler kostete ihn 120 Euro.

Der Techniker erklärte ihm den Unterschied zwischen Aktivkohle und Ionenaustauschern. Markus besorgte sich ein Filtersystem, das speziell für die Gastronomie entwickelt wurde und sich direkt an den Wassertank anschließen lässt.

Seit dem Wechsel auf das richtige System läuft die Maschine seit über einem Jahr fehlerfrei. Er muss nur noch alle sechs Monate entkalken statt wöchentlich, und der Espresso hat endlich wieder die gewünschte Crema und Süße.

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Muss man kalkhaltiges Wasser filtern, um Nierensteine zu vermeiden?

Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Der Kalk im Trinkwasser hat keinen direkten Einfluss auf die Bildung von Nierensteinen. Die Ursachen für Nierensteine liegen meist in der Genetik, zu geringer Flüssigkeitsaufnahme insgesamt oder einer unausgewogenen Ernährung.

Ab wann sollte man Wasser filtern wegen Kalk?

Für den Geräteschutz und optimalen Kaffeegeschmack wird eine Filterung ab einer Wasserhärte von etwa 14 dH (Grad deutscher Härte) empfohlen. Bei weicherem Wasser unter 8 dH ist eine Filterung bezüglich Kalk in der Regel nicht notwendig.

Ist gefiltertes Wasser schädlich, weil Mineralien fehlen?

Nein, es ist nicht schädlich. Tischfilter entfernen zwar Calcium und Magnesium, aber unseren täglichen Bedarf an diesen Mineralien decken wir zu über 90 Prozent über feste Nahrung wie Käse, Gemüse oder Nüsse, nicht über das Trinkwasser.

Wenn Sie wissen möchten, Wie kann ich die Wasserhärte messen?

Wichtige Begriffe

Gesundheitlich unbedenklich

Kalk im Leitungswasser schadet dem Körper nicht. Filter sind reine Komfort- und Technikschutz-Entscheidungen.

Der 14-dH-Grenzwert

Ab 14 Grad deutscher Härte ist das Filtern dringend anzuraten, um die Lebensdauer von Kaffeemaschinen und Wasserkochern deutlich zu verlängern.

Ionenaustauscher ist Pflicht

Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Filter einen Ionenaustauscher enthält - reine Aktivkohle ist gegen Kalk absolut wirkungslos.

Referenzdokumente

  • [1] Umweltbundesamt - Schon eine Kalkschicht von nur einem Millimeter auf einem Heizstab erhöht den Energieverbrauch des Geräts um etwa 10 Prozent.
  • [2] Coffeeneur - Kaffee entfaltet sein optimales Aroma bei einer Wasserhärte von etwa 8 dH.