Welche Temperaturen sind schädlich für Akkus?

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Informationen über welche temperaturen sind schädlich für akkus zeigen dauerhaft Werte unter 0 Grad Celsius und über 30 Grad Celsius in der Umgebung. Hitze ab 45 Grad Celsius beschleunigt die chemische Alterung massiv und Werte über 60 Grad Celsius führen zu thermischem Runaway. Das Laden bei unter 0 Grad Celsius zerstört die interne Zellstruktur durch Lithium-Plattierung dauerhaft und irreversibel.
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welche temperaturen sind schädlich für akkus: < 0°C vs > 30°C

Die Kenntnis darüber welche temperaturen sind schädlich für akkus schützt Ihre teuren Endgeräte vor einem vorzeitigen Verschleiß. Extreme Witterungsbedingungen führen zu irreversiblen Zellschäden und vermindern die maximale Kapazität Ihrer Lithium-Ionen-Energiespeicher. Ein korrektes Temperaturmanagement erhält die Leistungsfähigkeit und vermeidet gefährliche Brände durch Überhitzung im Alltag.

Welche Temperaturen sind schädlich für Akkus?

Welche Temperaturen sind schädlich für Akkus? Die Antwort hängt stark davon ab, ob der Akku geladen, genutzt oder gelagert wird, aber generell gilt: Temperaturen unter 0 Grad Celsius und über 30 Grad Celsius schaden modernen Lithium-Ionen-Akkus dauerhaft. [1] Während extreme Kälte die Leistung temporär einbrechen lässt und das Laden bei Frost den Akku zerstört, beschleunigt Hitze ab 45 Grad Celsius die chemische Alterung massiv und erhöht die Brandgefahr.

In meiner jahrelangen Arbeit mit Hardware-Komponenten habe ich oft erlebt, wie Nutzer ihre E-Bike-Akkus im Sommer im schwarzen Auto lassen oder das Handy im Winter direkt am eiskalten Fenster laden. Das Ergebnis ist fast immer dasselbe: Ein Kapazitätsverlust, der sich nicht mehr rückgängig machen lässt. Es ist, als würde man den Motor eines Autos bei minus 20 Grad ohne Öl starten - der Verschleiß ist enorm. Aber es gibt einen entscheidenden Faktor, den viele übersehen und den ich im Abschnitt über das Laden im Winter genauer erkläre.

Hitze: Der stille Killer der Akkuzellen

Die Frage, warum schadet hitze dem akku, ist für die Lebensdauer entscheidend. Hitze ist der größte Feind der Haltbarkeit. Ab einer Umgebungstemperatur von etwa 30 Grad Celsius beginnen die chemischen Prozesse im Inneren des Akkus so nhanh abzulaufen, dass die Zellstruktur dauerhaft Schaden nimmt. Wenn ein Akku regelmäßig Temperaturen über 45 Grad Celsius ausgesetzt ist, verliert er deutlich schneller an Maximalkapazität als bei einer Lagerung bei Zimmertemperatur.[2] Kritisch wird es bei über 60 Grad Celsius - hier droht durch einen thermischen Runaway sogar Brandgefahr.

Ein typisches Szenario ist das Smartphone auf dem Armaturenbrett im Sommer. Dort können innerhalb kurzer Zeit Temperaturen von über 70 Grad Celsius entstehen.[4] Ich habe selbst einmal ein Tablet so im Auto vergessen - das Gehäuse war danach leicht gewölbt, ein klares Zeichen dafür, dass die Gase im Inneren des Akkus expandiert sind. Solche Schäden sind irreversibel. Hitze sorgt dafür, dass die Passivierungsschicht auf den Elektroden dicker wird, was den internen Widerstand erhöht und die Leistung mindert.

Kälte: Leistungseinbußen und die Gefahr beim Laden

Bei Kälte werden die Elektrolyte im Akku zähflüssiger, was den Ionenfluss bremst. Das führt dazu, dass ein Handy bei minus 10 Grad Celsius plötzlich ausgehen kann, obwohl noch 20% Ladung angezeigt werden. Das ist meistens nicht schädlich, sondern ein temporärer Effekt. Die echte Gefahr liegt jedoch beim Ladevorgang unter dem Gefrierpunkt. Da ein akku laden unter 0 grad gefährlich ist, kann dies zur sogenannten Lithium-Plattierung führen. [5]

Hierbei lagert sich metallisches Lithium an der Anode ab, anstatt in sie einzudringen. Dies kann zu internen Kurzschlüssen führen. Eigentlich ist das Laden bei Frost ein absolutes Tabu. In meiner Werkstatt sehe ich oft Akkus, die im kalten Keller geladen wurden und deren interne Sicherheitsschaltung den Dienst quittiert hat. Wenn der Akku einmal durch Plattierung beschädigt ist, sinkt die Kapazität rapide und das Sicherheitsrisiko steigt. Warten Sie immer, bis der Akku Zimmertemperatur erreicht hat, bevor Sie das Kabel anschließen.

Der ideale Temperaturbereich für eine lange Lebensdauer

Die optimale temperatur lithium ion akku entspricht der Wohlfühltemperatur des Menschen: 15 Grad Celsius bis 25 Grad Celsius sind ideal. In diesem Bereich laufen die elektrochemischen Reaktionen stabil und effizient ab. Für die langfristige Lagerung, zum Beispiel über den Winter, empfiehlt sich sogar ein noch kühlerer Ort um die 10 Grad Celsius bis 15 Grad Celsius, sofern es dort trocken ist. Wichtig ist hierbei ein Ladestand von etwa 40% bis 60%, um Tiefentladung zu vermeiden.

Akkus fühlen sich dort am wohlsten, wo auch wir uns wohlfühlen. Klingt simpel? Ist es auch. Dennoch ignorieren viele die physikalischen Grenzen ihrer Geräte. Wer seinen Akku konsequent im Bereich von 20 Grad Celsius hält, kann die Zyklenzahl oft verdoppeln im Vergleich zu einem Akku, der ständig Hitze oder Frost ausgesetzt ist. Es ist kein Hexenwerk, sondern reine Chemiepflege.

Auswirkungen extremer Temperaturen im Vergleich

Je nachdem, ob es zu heiß oder zu kalt ist, reagiert die Lithium-Ionen-Chemie unterschiedlich. Hier sind die wichtigsten Unterschiede für den Alltagsgebrauch.

Extreme Hitze (über 45 Grad C)

• Hoch - Brandgefahr durch thermisches Durchgehen

• Chemische Zersetzung des Elektrolyten und Alterung der Zellen

• Irreversibler Kapazitätsverlust ab der ersten Überhitzung

• Schatten suchen, Gerät ausschalten, niemals im geparkten Auto lassen

Extreme Kälte (unter 0 Grad C)

• Mittel - Kurzschlussgefahr nach falschem Ladevorgang

• Erhöhter Innenwiderstand und Lithium-Plattierung beim Laden

• Nutzung oft nur temporär eingeschränkt, Laden jedoch permanent schädlich

• Am Körper tragen, vor dem Laden langsam auf Zimmertemperatur bringen

Während Kälte vor allem beim Laden tückisch ist und die Nutzung erschwert, ist Hitze der schnellste Weg, einen Akku unbrauchbar zu machen. Wer im Sommer vorsichtig ist und im Winter geduldig wartet, verlängert das Akkuleben massiv.

Thomas und der E-Bike-Akku im Gartenhaus

Thomas aus München lagerte sein neues E-Bike über den gesamten Winter in einem unisolierten Gartenhaus. Er dachte, es sei sicher, solange es trocken ist, und ließ das Ladegerät sogar dauerhaft angeschlossen, um 'immer voll' zu sein.

Der erste Versuch im Frühjahr war ernüchternd: Die Reichweite war um fast die Hälfte eingebrochen. Er fluchte über die vermeintlich schlechte Qualität des Herstellers und wollte den Akku reklamieren.

Nach einem Gespräch mit einem Techniker begriff er den Fehler: Das Laden bei minus 5 Grad hatte die Zellen beschädigt. Er lernte, dass Kälte beim Lagern okay ist, das Laden aber Wärme braucht.

Thomas lagert den Ersatzakku nun bei 15 Grad im Keller und lädt ihn nur in der Wohnung. Die Kapazität bleibt seit zwei Jahren stabil bei über 95%, was ihm teure Neukäufe erspart hat.

Nächste Schritte

Laden Sie niemals bei unter 0 Grad Celsius

Das Laden bei Frost verursacht irreparable Schäden an der Zellstruktur durch Lithium-Plattierung. Bringen Sie das Gerät erst auf Zimmertemperatur.

Vermeiden Sie Dauerhitze über 30 Grad Celsius

Jedes Grad mehr beschleunigt die chemische Alterung. Akkus im Sommer konsequent im Schatten halten oder aus der direkten Sonne nehmen.

Optimale Lagerung bei 10 bis 20 Grad Celsius

Für längere Pausen ist ein kühler, trockener Ort ideal. Ein Ladestand von 50% schützt dabei zusätzlich vor Tiefentladung oder Stress durch Vollladung.

Schnelle Zusammenfassung

Kann ich mein Handy bei Frost benutzen?

Ja, die Nutzung bei Kälte ist meist unbedenklich, führt aber zu einer schnelleren Entladung und plötzlichem Ausschalten. Wichtig ist nur, das Gerät danach nicht sofort in der Kälte oder direkt nach dem Reinkommen zu laden, sondern es erst akklimatisieren zu lassen.

Ist es schlimm, wenn der Akku beim Laden warm wird?

Eine leichte Erwärmung auf 30 bis 35 Grad Celsius ist normal. Wenn der Akku jedoch so heiß wird, dass man ihn kaum noch anfassen kann, liegt meist ein Defekt oder eine minderwertige Ladeelektronik vor, was die Lebensdauer sofort verkürzt.

Falls Sie sich unsicher sind, wie viel Grad hält ein Akku aus, finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber weitere hilfreiche Informationen.

Warum gehen Akkus im Sommer im Auto kaputt?

Im geschlossenen Auto steigen die Temperaturen schnell auf über 60 Grad Celsius. Diese Hitze zerstört die chemischen Bindungen im Akku irreversibel, was zu einem dauerhaften Kapazitätsverlust führt, den man auch durch Kühlen nicht mehr rückgängig machen kann.

Verwandte Dokumente

  • [1] Akkuman - Temperaturen unter 0 Grad Celsius und über 30 Grad Celsius schaden modernen Lithium-Ionen-Akkus dauerhaft.
  • [2] De - Wenn ein Akku regelmäßig Temperaturen über 45 Grad Celsius ausgesetzt ist, verliert er pro Jahr deutlich mehr an Maximalkapazität als bei einer Lagerung bei Zimmertemperatur.
  • [4] Autofahrerseite - Im geschlossenen Auto können innerhalb kurzer Zeit Temperaturen von über 70 Grad Celsius entstehen.
  • [5] Danenergy - Das Laden eines Lithium-Ionen-Akkus bei unter 0 Grad Celsius kann zur sogenannten Lithium-Plattierung führen.