Wann entzündet sich ein Akku?

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Dass sich ein Akku entzündet, passiert meistens direkt während der Ladephase, da drei von vier Akkubränden in diesem Moment entstehen. Ursachen sind ungeeignete Netzteile ohne Abschaltautomatik, die zu einer Überladung führen. Zudem können mechanische Zerstörungen in Müllpressen Brände auslösen, wenn Energiespeicher falsch im Hausmüll entsorgt werden.
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Wann entzündet sich ein Akku: Ladephase und Entsorgung

Die Nutzung von Energiespeichern birgt im Alltag unterschätzte Gefahren durch Überhitzung und mechanische Einwirkungen. Erfahren Sie, wann entzündet sich ein akku während des Ladens oder bei der Entsorgung zu gefährlichen Bränden führen und wie Sie diese Risiken gezielt vermeiden können.

Wann entzündet sich ein Akku?

Ein Lithium-Ionen-Akku entzündet sich meistens dann, wenn er mechanisch beschädigt, stark überhitzt oder durch ein minderwertiges Ladegerät überladen wird. Die Entstehung eines Akkubrandes kann im Alltag auf ganz unterschiedliche Faktoren zurückzuführen sein, weshalb eine pauschale Ursache ohne genaue Betrachtung des Einzelfalls selten ausreicht.

Rund 20 Prozent aller durch Elektrizität verursachten Brände gehen mittlerweile auf defekte oder misshandelte Lithium-Ionen-Akkus zurück. Die enorme Energiedichte auf engstem Raum verzeiht keine Fehler, weshalb ein bewusster Umgang mit Smartphones, Laptops und Werkzeugen im Alltag unerlässlich ist.

Die Hauptursachen für einen Akkubrand im Detail

Warum brennen lithium ionen akkus überhaupt? Die Antwort liegt in ihrem empfindlichen inneren Aufbau. Zwischen den chemischen Polen befindet sich eine hauchdünne Trennschicht, der sogenannte Separator. Versagt diese Schutzschicht, kommt es zur Katastrophe.

Die häufigsten Auslöser für eine Selbstentzündung sind: Mechanische Beschädigung: Ein schwerer Sturz oder ein heftiger Stoß kann den internen Separator zerreißen. Berühren sich die Elektroden direkt, entsteht ein innerer Kurzschluss. Die Zelle erhitzt sich daraufhin in Sekundenbruchteilen. Überhitzung und falsche Lagerung: Direkte Sonneneinstrahlung, wie auf dem Armaturenbrett im Auto, zersetzt das flüssige, leicht brennbare Elektrolyt im Inneren. Tiefenentladung: Liegt ein Akku monatelang komplett leer im Schrank, verändern sich die chemischen Strukturen. Wird er dann wieder an den Strom angeschlossen, drohen gefährliche Fehlreaktionen.

Drei von vier Akkubränden entstehen direkt während der Ladephase.[2] Das ist der Moment, in dem das System am meisten unter Stress steht. Verwendet man hierbei ein ungeeignetes, billiges Netzteil ohne funktionierende Abschaltautomatik, kann die Zelle überladen werden. Ein kurzer Kontrollblick auf das ladende Gerät lohnt sich also fast immer.

Was passiert beim thermischen Durchgehen (Thermal Runaway)?

Wenn die Temperatur im Inneren einer Akkuzelle eine kritische Grenze überschreitet, setzt ein unaufhaltsamer Prozess ein. Dieses Phänomen wird in der Fachwelt als thermisches durchgehen akku bezeichnet. Dabei zerstören sich die Schichten der Batterie nacheinander selbst und setzen Sauerstoff sowie hochentzündliche Gase frei.

Das bedeutet für die Praxis: Die Hitze steigt schlagartig auf mehrere hundert Grad Celsius. Es entsteht eine Kettenreaktion, die benachbarte Zellen im Akkupack infiziert. Ein solcher Brand lässt sich mit herkömmlichen Mitteln kaum noch löschen. Meist hilft nur ein massiver, stundenlanger Kühleinsatz durch die Feuerwehr, um die chemische Reaktion komplett zu stoppen. Manchmal brennt ein solcher Akku unter heftigem Funkenschlag ab - oder explodiert sogar.

Akku-Brandgefahr vermeiden: So schützen Sie sich im Alltag

Die gute Nachricht ist, dass sich die Risiken durch ein paar einfache Verhaltensregeln drastisch senken lassen. Um eine akku brandgefahr vermeiden zu können, bedarf es oft nur etwas mehr Achtsamkeit im Umgang mit den Energiespeichern.

Schon kleine Anpassungen bei der Nutzung bringen enorme Sicherheit: 1. Ausschließlich Original-Zubehör nutzen: Sparen Sie niemals am Ladegerät. Hochwertige Netzteile kommunizieren permanent mit dem Batteriemanagementsystem des Geräts. 2. Auf feuerfestem Untergrund laden: Laden Sie Smartphones, E-Bike-Akkus oder Drohnen-Akkus nicht auf dem Sofa, dem Bett oder auf brennbaren Holzoberflächen. 3. Hitzequellen meiden: Lassen Sie elektronische Geräte im Sommer niemals in der prallen Sonne oder im aufgeheizten Innenraum eines Fahrzeugs liegen. 4. Verformte Akkus sofort austauschen: Sobald sich eine Batterie aufbläht, das Gehäuse spannt oder das Gerät ungewöhnlich heiß wird, muss der Akku fachgerecht entsorgt werden.

Ein extrem wichtiger, aber oft übersehener Punkt ist die korrekte Entsorgung. In Abfall- und Recyclingbetrieben kommt es in Deutschland zu rund 30 Brandereignissen pro Tag, weil Verbraucher ihre alten Energiespeicher fälschlicherweise im Hausmüll entsorgen.[3] Werden die Akkus in der Müllpresse mechanisch zerstört, flammen sie sofort auf. Kleben Sie vor der Abgabe an den offiziellen Sammelstellen im Handel oder auf dem Wertstoffhof immer die offenen Kontakte mit einem Streifen Klebeband ab, um versehentliche Kurzschlüsse in der Sammelbox zu verhindern.

Vergleich der Risikoszenarien im Alltag

Nicht jede Alltagssituation birgt das gleiche Risiko für einen Akkubrand. Die folgenden Faktoren zeigen, wo die größten Gefahren lauern.

Ladevorgang mit Billig-Netzteil

  • Nur zertifizierte Original-Ladegeräte oder namhafte Markenhersteller verwenden
  • Überladung der Zellen mangels funktionierender Abschalt-Elektronik im Stecker
  • Sehr hoch

Mechanischer Sturz / Stoß

  • Nach heftigen Stürzen das Gehäuse auf Schwellungen oder extreme Erwärmung prüfen
  • Unsichtbare Risse im Separator, die zeitverzögert zu einem Kurzschluss führen können
  • Hoch

Lagerung bei Raumtemperatur

  • Trocken lagern und alle paar Monate den Ladestand überprüfen
  • Minimale chemische Alterung, solange der Ladestand zwischen 30 und 70 Prozent liegt
  • Sehr gering
Das Laden bleibt die kritischste Phase im Lebenszyklus eines Akkus. Während die normale Lagerung bei Zimmertemperatur nahezu risikofrei ist, strapazieren minderwertige Ladegeräte und mechanische Vorschäden die empfindliche Chemie im Inneren bis an die Belastungsgrenze.

Erfahrung im Keller: Wenn das E-Bike zum Risiko wird

Thomas, ein leidenschaftlicher Radfahrer aus Münster, lud den Akku seines E-Bikes nach den Touren regelmäßig im engen Werkzeugkeller auf. Nach einem unbemerkt tiefen Sturz des Akkus auf den Betonboden war die Halterung leicht zerkratzt, schien aber intakt.

Beim nächsten Ladevorgang am Abend nutzte Thomas ein günstiges Ersatz-Ladegerät aus dem Internet, weil das Originalkabel einen Wackelkontakt hatte. Nach zwei Stunden roch es im Flur merkwürdig stechend nach verbrannter Elektronik.

Thomas rannte in den Keller und bemerkte, dass der Akku bereits dicke, weiße Rauchwolken ausstieß und das Plastikgehäuse Blasen warf. Statt Wasser zu nutzen, reagierte er besonnen und schob das brennende Bauteil mit einer Schaufel schnell auf den betonierten Hof hinaus.

Der Akku brannte im Freien unter heftigem Zischen komplett aus. Thomas rettete so sein Haus vor dem Feuer und lernte auf die harte Tour, dass beschädigte Akkus niemals unbeaufsichtigt in Wohnräumen geladen werden dürfen.

Fragen Sie sich, wie hoch die Erwärmung sein darf, wenn das System arbeitet? Erfahren Sie mehr unter: Warum ist die Temperatur meines Ladegeräts höher als normal?

Nächste verwandte Infos

Woran erkenne ich, dass mein Akku gefährlich beschädigt ist?

Die deutlichsten Warnsignale sind ein aufgeblähtes Gehäuse, ein stechender, chemischer Geruch oder eine extreme Hitzeentwicklung im normalen Betrieb. Auch wenn sich ein Gerät plötzlich ungewöhnlich schnell entlädt oder beim Laden extrem heiß wird, sollten Sie den Akku nicht mehr verwenden.

Darf ich einen brennenden Akku mit Wasser löschen?

Kleine Smartphone-Akkus können im absoluten Notfall mit viel Wasser gelöscht und stark gekühlt werden, um die Kettenreaktion zu stoppen. Bei größeren Akkus wie von E-Bikes reicht die Wassermenge im Haushalt oft nicht aus und es entstehen hochentzündliche Gase - hier sollte sofort die Feuerwehr gerufen werden.

Was soll ich tun, wenn sich mein Smartphone-Akku aufbläht?

Trennen Sie das Gerät sofort vom Stromnetz, falls es gerade lädt, und schalten Sie es aus. Legen Sie das Smartphone vorübergehend an einen sicheren, unbrennbaren Ort im Freien oder in eine Metallbox und bringen Sie es zeitnah zu einer fachgerechten Recycling-Sammelstelle.

Wichtige Begriffe

Ladephase im Auge behalten

Da Dreiviertel aller Akkubrände beim Laden passieren, sollten größere Akkus niemals unbeaufsichtigt über Nacht oder auf brennbaren Oberflächen mit Strom versorgt werden.

Kontakte vor der Entsorgung sichern

Alte Batterien gehören niemals in den Hausmüll. Das Abkleben der Pole mit Klebeband verhindert Kurzschlüsse in den Sammelbehältern und schützt Recyclinghöfe vor schweren Feuern.

Vorschäden ernst nehmen

Nach einem harten Aufprall kann ein Akku im Inneren beschädigt sein, auch wenn er äußerlich normal aussieht. Ein Austausch schützt vor zeitverzögerten Kurzschlüssen.

Referenzmaterialien

  • [2] Bsbrandschutz - Drei von vier Akkubränden entstehen direkt während der Ladephase.
  • [3] Www1 - In Abfall- und Recyclingbetrieben kommt es in Deutschland zu rund 30 Brandereignissen pro Tag, weil Verbraucher ihre alten Energiespeicher fälschlicherweise im Hausmüll entsorgen.