Bei welcher Temperatur geht ein Akku kaputt?

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Bei welcher Temperatur geht ein Akku kaputt? Ein Akku wird zerstört, wenn ein interner Kurzschluss ein thermisches Durchgehen, auch Thermal Runaway genannt, auslöst. Dabei schießt die Temperatur innerhalb von Millisekunden in die Höhe und erreicht lokal bis zu 900 Grad Celsius. Dies führt dazu, dass der Akku Feuer fängt oder explodiert, und dieser Prozess ist nicht mehr zu stoppen.
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Bei welcher Temperatur geht ein Akku kaputt? Bis zu 900°C!

Bei welcher Temperatur geht ein Akku kaputt? Diese Frage ist entscheidend, um gefährliche Situationen zu vermeiden. Bei Überhitzung eines Akkus kommt es zu einem internen Kurzschluss, der einen unkontrollierbaren Prozess auslöst. Erfahren Sie hier, bei welchen Temperaturen Ihr Akku Schaden nimmt und wie Sie Risiken minimieren.

Bei welcher Temperatur geht ein Akku kaputt? Die kurze Antwort

Ein Lithium-Ionen-Akku, wie er in Smartphones, Laptops oder Elektrowerkzeugen steckt, kann durch extreme Temperaturen dauerhaft geschädigt werden oder sogar in Brand geraten. Die kritische Grenze, ab der ein Akku kaputtgehen kann, liegt bei etwa 60 Grad Celsius. Wird diese Temperatur überschritten, können die chemischen Bestandteile im Inneren verdampfen und einen Kurzschluss auslösen. Auch extreme Kälte unter minus 20 Grad Celsius kann den Akku zerstören, auch wenn die Schäden hier anders aussehen.

Ab wann wird es für den Akku gefährlich?

Die meisten Lithium-Ionen-Akkus fühlen sich bei lauwarmen Temperaturen um die 20 Grad am wohlsten. Die Hersteller empfehlen daher meist einen Betriebstemperaturbereich von 0 bis 35 Grad Celsius. Weicht die Temperatur stark davon ab, leidet nicht nur die Leistung, sondern es drohen bleibende Schäden. Was viele nicht wissen: Die Frage ab wieviel grad wird ein akku beschädigt ist berechtigt, denn schon ab 35 Grad kann der Akku langfristig geschädigt werden, auch wenn er nicht sofort ausfällt. Die Alterung des Akkus wird durch Wärme massiv beschleunigt.

Die Schmerzgrenze: Dauerhafter Schaden ab etwa 60 °C

Als Faustregel gilt: bei welcher temperatur geht ein akku kaputt hängt oft von der 130-Grad-Marke ab. Bei dieser Temperatur [1] beginnen die chemischen Reaktionen im Inneren sich zu verselbstständigen. Das flüssige Elektrolyt im Akku kann verdampfen, was zu einer Gasbildung und damit zum Aufblähen des Gehäuses führt. Irgendwann hält das Gehäuse dem Druck nicht mehr stand, der Akku wird undicht oder platzt auf. Das ist der Moment, in dem es zu einem Kurzschluss kommen kann.

Ein solcher interner Kurzschluss kann das auslösen, was Fachleute den Thermal Runaway oder das thermisches durchgehen temperatur nennen. Die Temperatur schießt dann innerhalb von Millisekunden in die Höhe, es können lokal bis zu 900 Grad Celsius erreicht werden[2] (citation:3). Der Akku fängt Feuer oder explodiert. Tückisch ist, dass dieser Prozess, einmal gestartet, nicht mehr zu stoppen ist.

Die Kältefalle: Ab wann wird es problematisch?

Kälte macht Akkus zwar nicht so schnell explodieren wie Hitze, aber sie kann sie ebenfalls ruinieren. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt verlangsamen sich die chemischen Prozesse im Akku dramatisch, der Innenwiderstand steigt. Das führt dazu, dass die Spannung unter Last einbricht und das Gerät sich einfach abschaltet – obwohl die Akku-Anzeige vielleicht noch halbvoll war.

Wirklich kritisch wird es bei Dauerfrost unter minus 10 Grad Celsius.[3] Hier kann ein akku bei kälte kaputt gehen und permanent geschädigt werden. Besonders gefährlich ist das Laden bei Frost. Wenn man versucht, einen tiefgekühlten Akku zu laden, kann sich metallisches Lithium an der Anode ablagern (Lithium-Plating). Das führt zu internen Kurzschlüssen und einem sofortigen, irreversiblen Kapazitätsverlust. Die klare Regel lautet daher: Nie bei Temperaturen unter 0 Grad Celsius laden (citation:10).

Wie Hitze und Kälte den Akku altern lassen

Nicht jeder Temperaturausreißer führt sofort zur Katastrophe. Viel häufiger ist der schleichende Tod: Jede Stunde, die ein Akku bei Hitze verbringt, verkürzt seine Lebensdauer. Die Korrosion der inneren Komponenten schreitet schneller voran, und die flüchtigen Bestandteile des Elektrolyts zersetzen sich. Lagert man einen vollgeladenen Akku bei 40 Grad, verliert er innerhalb eines Jahres deutlich mehr Kapazität, als wenn er kühl lagern würde.

Ähnlich, aber andersherum, wirkt Kälte. Ein Akku, der bei minus 10 Grad betrieben wird, hat kurzfristig vielleicht nur noch halb so viel Leistung. Taut er aber wieder auf, kehrt die Kapazität meist zurück – sofern er nicht währenddessen geladen wurde. Dennoch: Wiederholte extreme Kältezyklen setzen dem Material zu und können zu Mikrorissen führen, die den Akku auf Dauer schwächen.

Vergleich: Temperaturverträglichkeit verschiedener Akkutypen

Nicht alle Akkus sind gleich. Während Lithium-Ionen (Li-Ion) heute am weitesten verbreitet sind, gibt es auch andere Chemien. Die folgende Tabelle zeigt, wie unterschiedlich die Toleranzen sind:

Akku-Typen im Temperatur-Check

Lithium-Ionen (Li-Ion) sind am empfindlichsten, besonders gegenüber Hitze. Ihre optimale Betriebstemperatur liegt eng beieinander. Eine Sonderform ist LiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat), die von Natur aus sicherer ist. Bei diesem Typ beginnt das thermische Durchgehen erst bei deutlich höheren Temperaturen von etwa 270 Grad Celsius, was ihn für Anwendungen prädestiniert, bei denen Sicherheit oberste Priorität hat (citation:3).

Eine kritische temperatur lithium akku schaden ist bei Standard-Zellen jedoch deutlich früher erreicht. Nickel-Metallhydrid (NiMH)-Akkus, die oft in älteren Geräten oder Haushaltsartikeln stecken, sind etwas robuster gegenüber Kälte, mögen aber ebenfalls keine extreme Hitze. Blei-Akkus, wie man sie im Auto findet, sind ebenfalls hitzeempfindlich, wobei jede Erhöhung um 10 Grad über 25 Grad ihre Lebensdauer stark verkürzen kann (citation:1) [5].

Praktische Tipps: So schützen Sie Ihren Akku

Im Alltag lassen sich extreme Temperaturen nicht immer vermeiden. Hier sind ein paar einfache Regeln, die die Lebensdauer deines Akkus enorm verlängern können. Ich habe selbst schon gelernt, dass das Smartphone im Sommer am Armaturenbrett des Autos keine gute Idee ist – das Gerät war nach einer Stunde nicht mehr anfassbar.

Schutz vor Hitze

Die goldene Regel: Lass dein Smartphone, Laptop oder Werkzeug im Sommer niemals im Auto liegen. Dort können die Temperaturen schnell auf über 60 Grad klettern. Um einen akku hitzeschaden ab wann er auftritt zu vermeiden, ist auch direkte Sonneneinstrahlung auf dem Balkontisch oder der Fensterbank tabu. Wenn du dein Handy zum Navigieren nutzt, befestige es nicht in der prallen Sonne an der Windschutzscheibe, sondern suche ein schattigeres Plätzchen. Wird das Gerät beim Laden oder Nutzen unangenehm heiß, ist das ein Warnsignal.

Schutz vor Kälte

Bei Minusgraden solltest du dein Handy in der Innentasche deiner Jacke tragen, nah am Körper, wo es von deiner Körperwärme profitiert. Lass es nicht über längere Zeit im kalten Auto liegen. Wenn das Gerät durchgefroren ist, bring es langsam auf Zimmertemperatur – versuche auf keinen Fall, es mit einem Föhn oder auf der Heizung zu beschleunigen. Und denk dran: Laden bei Frost ist das Schlimmste, was du einem Akku antun kannst. Lass ihn erst aufwärmen, bevor du ihn an die Steckdose hängst.

Wann ist es kritisch? Ein Fallbeispiel aus dem Alltag

Stell dir vor, es ist Hochsommer. Du bist mit dem Fahrrad unterwegs und hast dein Handy in einer stabilen Halterung am Lenker, um die Route zu verfolgen. Die Sonne knallt runter, das Display ist auf maximale Helligkeit gestellt, und der Akku arbeitet auf Hochtouren. Nach 45 Minuten bekommst du eine Warnung: Temperatur: Gerät muss abkühlen, bevor es genutzt werden kann. Einige Minuten später schaltet sich das Handy komplett aus.

Das ist der eingebaute Schutzmechanismus, um Schlimmeres zu verhindern. Wäre es ein billiges No-Name-Gerät ohne diesen Schutz gewesen, hätte die Hitze von außen (ca. 35 Grad Lufttemperatur plus Sonneneinstrahlung schätzen wir auf 50-60 Grad am Gehäuse) plus die Abwärme des Prozessors und Akkus selbst ausgereicht, um den Akku in den gefährlichen Bereich zu treiben.

FAQ: Häufige Fragen zu Akku und Temperatur

Kann ein Handy-Akku bei Kälte wirklich kaputtgehen?

Ja, aber eher durch das Laden in der Kälte als durch die Kälte selbst. Ein kalter Akku liefert erstmal weniger Leistung, erholt sich aber meist wieder. Wenn du ihn jedoch bei Frost auflädst, verursacht das irreparable Schäden durch Lithium-Plating. Bei dauerhaften Temperaturen unter minus 20 Grad kann auch die bloße Kälte zur Zerstörung führen.

Wie erkenne ich, ob mein Akku durch Hitze beschädigt wurde?

Das deutlichste Zeichen ist eine sichtbare Aufwölbung oder Verformung des Gehäuses. Auch ein unangenehmer, chemischer Geruch oder Überhitzung ohne äußeren Grund sind Alarmzeichen. Wenn das Gerät plötzlich deutlich schneller leer ist als vorher, kann das ebenfalls ein Hinweis auf einen Hitzeschaden sein.

Was tun, wenn sich der Akku aufgebläht hat?

Vorsicht! Einen aufgeblähten Akku solltest du nicht mehr verwenden oder aufladen. Das Risiko eines Brandes ist hoch. Bringe das Gerät an einen sicheren, nicht brennbaren Ort (z.B. auf den Balkon, weit weg von der Wohnung) und entsorge den Akku fachgerecht in einem Wertstoffhof oder einer Sammelstelle für Elektroschrott. Auf keinen Fall in den Hausmüll werfen!

Das Wichtigste in Kürze

Die Magie liegt im Maßhalten. Ein Akku liebt gemäßigte Temperaturen um die 20 Grad. Hitze ist der größte Feind, Kälte ist vor allem beim Laden gefährlich. Mit einem einfachen Bewusstsein dafür kannst du die Lebensdauer deiner Geräte erheblich verlängern und vor allem Sicherheitsrisiken minimieren. Letztendlich geht es nicht darum, ängstlich zu sein, sondern darum, die Bedürfnisse dieser kleinen Energiewunder zu verstehen.

Verschiedene Akkutypen und ihre Temperaturempfindlichkeit

Je nach chemischer Zusammensetzung reagieren Akkus unterschiedlich auf Hitze und Kälte. Hier ein Überblick über die gängigsten Typen.

Lithium-Ionen (Li-Ion)

- 0°C bis 35°C

- Bei Minusgraden Leistungseinbruch. Laden unter 0°C führt zu irreversiblen Schäden.

- Ab 45-50°C beschleunigte Alterung, ab 60°C akute Gefahr (Thermal Runaway).

- Höchste Energiedichte, aber auch am empfindlichsten gegenüber Extremtemperaturen.

LiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat)

- -20°C bis 60°C

- Bessere Kältetoleranz als herkömmliche Li-Ion, aber ebenfalls Leistungsverlust.

- Deutlich robuster. Thermisches Durchgehen beginnt erst ab etwa 270°C (citation:3).

- Gilt als sicherere Alternative, oft in Elektroautos und Speichersystemen.

Nickel-Metallhydrid (NiMH)

- 0°C bis 40°C

- Robuster als Li-Ion, liefert bei Kälte noch relativ gute Leistung.

- Empfindlich gegen Überhitzung, kann auslaufen oder platzen.

- Ältere Technologie, heute vor allem in preiswerten Geräten.

Während herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus die meiste Aufmerksamkeit benötigen und Hitze meiden sollten, sind LiFePO4-Zellen die sicherere Wahl für extreme Bedingungen. NiMH-Akkus sind ein guter Kompromiss für Anwendungen, die auch bei Kälte funktionieren müssen, kommen aber an die Energiedichte von Lithium nicht heran.

Der Sommerausflug von Markus: Eine Lehre in Sachen Hitze

Markus, ein leidenschaftlicher Fotograf aus München, verbrachte einen heißen Julitag an einem Badesee. Seine Drohne hatte er in der prallen Sonne auf der Ablage im Auto liegen lassen – ein geschlossener Kia, der stundenlang in der Sonne stand.

Als er die Drohne starten wollte, meldete die App einen kritischen Fehler: 'Akku-Temperatur zu hoch'. Der erste Akku ließ sich nicht mehr einschalten. Er dachte, er sei nur überhitzt und legte ihn in den Schatten.

Am Abend zu Hause versuchte er, den Akku zu laden. Das Ladegerät zeigte dauerhaft rot an. Der Akku ließ sich nicht mehr laden. Ein Blick auf das Gehäuse verriet die Ursache: Es hatte sich leicht gewölbt, war aber noch nicht geplatzt. Das war der Moment, wo ihm klar wurde, dass Hitze nicht nur die Leistung mindert, sondern den Akku physisch zerstören kann.

Die Drohne selbst hatte einen zweiten Akku, der im Schatten lag und unbeschädigt blieb. Markus hat daraus gelernt und transportiert seine Akkus jetzt immer in einer isolierten Kühlbox, wenn er im Sommer unterwegs ist – nicht um sie zu kühlen, sondern um sie vor der Umgebungshitze abzuschirmen.

Häufige Missverständnisse

Ab wann wird ein Handy-Akku durch Hitze beschädigt?

Langfristige Schäden können bereits ab etwa 35 Grad Celsius auftreten, da die chemische Alterung beschleunigt wird. Akute Gefahr für einen irreparablen Defekt oder Brand besteht jedoch erst ab Temperaturen von über 60 Grad Celsius.

Kann ein kalter Akku explodieren, wenn er geladen wird?

Ja, das ist eine der Hauptgefahren. Das Laden eines Lithium-Ionen-Akkus bei Temperaturen unter 0°C kann zu Lithium-Plating führen. Diese metallischen Ablagerungen können einen internen Kurzschluss verursachen, der im schlimmsten Fall einen Brand auslöst.

Falls dein Smartphone im Sommer bereits heiß gelaufen ist, erfährst du hier mehr: Was tun, wenn das Handy zu heiß wird?.

Mein Smartphone schaltet sich bei Kälte ab, ist der Akku jetzt kaputt?

In den meisten Fällen nicht. Das ist eine Schutzfunktion. Die Spannung des Akkus bricht bei Kälte so stark ein, dass das Gerät sich abschaltet, um einen Tiefentladung zu vermeiden. Sobald das Gerät wieder Zimmertemperatur erreicht hat, sollte es normal funktionieren.

Ist es schlimm, wenn der Laptop beim Spielen heiß wird?

Ja, das kann die Lebensdauer des Akkus reduzieren. Die meiste Abwärme kommt bei Spielen von Prozessor und Grafikkarte. Da diese Komponenten oft nah am Akku verbaut sind, leidet dieser mit. Ein Laptop-Kühler oder eine saubere Lüftung können hier Wunder wirken.

Allgemeiner Überblick

60°C ist die magische Schmerzgrenze

Sowohl für die sofortige Zerstörung (Thermal Runaway) als auch für dauerhafte Schäden durch Elektrolyt-Verdampfung ist das Überschreiten von etwa 60 Grad Celsius der kritischste Punkt für Lithium-Ionen-Akkus.

Laden bei Frost ist tabu

Egal wie leer der Akku ist: Wenn er kälter als 0°C ist, niemals laden. Erst auf Zimmertemperatur bringen, sonst riskierst du einen internen Kurzschluss.

Hitze altert, Kälte lähmt

Während Kälte meist nur ein vorübergehendes Problem ist (Leistungsverlust), ist Hitze der wahre Lebensdauerkiller. Vermeide direkte Sonne und heiße Autos, um die Kapazität deiner Geräte langfristig zu erhalten.

Aufgeblähte Akkus sind tickende Zeitbomben

Jede sichtbare Verformung ist ein Alarmzeichen. Solche Akkus sofort aus dem Verkehr ziehen und fachgerecht entsorgen. Sie sind nicht mehr sicher.

Referenz

  • [1] Rex - Als Faustregel gilt: Wird ein Lithium-Ionen-Akku heißer als 130 Grad Celsius, ist seine Zerstörung programmiert.
  • [2] Rex - Bei dieser Temperatur können lokal bis zu 900 Grad Celsius erreicht werden.
  • [3] Test - Wirklich kritisch wird es bei Dauerfrost unter minus 10 Grad Celsius.
  • [5] All-electronics - Blei-Akkus, wie man sie im Auto findet, sind ebenfalls hitzeempfindlich, wobei jede Erhöhung um 10 Grad über 25 Grad ihre Lebensdauer stark verkürzen kann.