Welche übertragbaren Krankheiten gibt es?

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Atemwegserkrankungen durch Rhinoviren Magen-Darm-Infektionen durch hochansteckende Noroviren Bakterielle sexuell übertragbare Chlamydien-Infektionen Erkrankungen wie die Influenza Diese Beispiele beantworten die Frage, welche übertragbaren krankheiten gibt es. Rhinoviren verursachen 35 Prozent der Atemwegserkrankungen. Weniger als 20 Noroviruspartikel reichen für eine Infektion. Chlamydien verlaufen bei 80 Prozent der Frauen symptomlos.
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Welche übertragbaren Krankheiten gibt es? Wichtige Erreger

Die Frage, welche übertragbaren krankheiten gibt es, betrifft viele Bereiche des Alltags. Infektionen verbreiten sich unbemerkt über Kontakte oder Oberflächen. Betroffene unterschätzen oft die unsichtbaren Risiken im Umfeld. Das Wissen über die Verbreitungswege schützt die eigene Gesundheit effektiv vor Ausbrüchen. Erfahren Sie Details zu den Erregern.

Was sind übertragbare Krankheiten und wie breiten sie sich aus?

Übertragbare Krankheiten sind Infektionen, die durch biologische Erreger von einem Organismus auf einen anderen weitergegeben werden können. Diese Erkrankungen können über unterschiedliche Wege wie Tröpfchen in der Luft, direkten Hautkontakt oder verunreinigte Lebensmittel übertragen werden. Ob eine Infektion ausbricht, hängt stark von der Menge der Erreger und der Verfassung des Immunsystems ab. Die Vielfalt dieser Erkrankungen sorgt in der Bevölkerung oft für Verwirrung, da sich Symptome stark überschneiden und die Ansteckungswege nicht immer sofort offensichtlich sind.

Im Alltag begegnen uns diese Erreger ständig. Ich erinnere mich gut an eine Phase in meiner beruflichen Laufbahn, als in meinem Büro fast das gesamte Team innerhalb einer Woche ausfiel. Wir dachten zunächst an eine harmlose Erkältungswelle. Erst als die Laborergebnisse eintrafen, wurde klar, dass es sich um eine aggressive Infektion handelte, die durch mangelnde Händedesinfektion in der Teeküche rasant verteilt wurde. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie schnell die Unterschätzung alltäglicher Übertragungswege zu einer kleinen Epidemie im eigenen Umfeld führen kann.

Die unterschiedlichen Erregerarten im Überblick

Hinter jeder Infektionskrankheit steckt ein spezifischer Mikroorganismus. Viren sind winzige infektiöse Partikel, die keinen eigenen Stoffwechsel besitzen und für ihre Vermehrung zwingend auf Wirtszellen angewiesen sind. Bakterien hingegen sind eigenständige, einzellige Lebewesen, von denen viele für den Menschen nützlich sind, während pathogene Arten schwere Krankheiten auslösen. Neben diesen beiden Hauptgruppen existieren Pilze, die meist oberflächliche Mykosen verursachen, sowie Parasiten wie Einzeller oder Würmer, die den Körper besiedeln und ihm Nährstoffe entziehen.

Die häufigsten übertragbaren Krankheiten über die Atemwege

Atemwegsinfektionen gehören zu den am weitesten verbreiteten übertragbaren Krankheiten weltweit und verbreiten sich hauptsächlich über Tröpfchen oder Aerosole. Typische Beispiele sind die saisonale Influenza, akute Bronchitis sowie Infektionen durch Rhinoviren und Coronaviren. Diese Erreger betreffen in wellenartigen Phasen, insbesondere in den kalten Monaten, Millionen von Menschen zeitgleich und führen zu einer massiven Belastung des Gesundheitssystems. Aber es gibt einen entscheidenden Faktor, den fast alle Menschen bei der Entstehung dieser Infektionswellen komplett übersehen - ich werde dieses Missverständnis im Abschnitt über die präventiven Maßnahmen weiter unten genauer auflösen.

Ein Blick auf die realen Daten verdeutlicht die enorme Dimension dieser Infektionswellen im Alltag. Rhinoviren erweisen sich in typischen Erkältungssaisons als die absoluten Hauptverursacher und lösen rund 35 Prozent aller akuten Atemwegserkrankungen aus. Während einer gewöhnlichen Infektionswelle im Winter sind schätzungsweise bis zu 10 Prozent der gesamten Bevölkerung zeitgleich von einer akuten Atemwegsinfektion betroffen.[2] Glücklicherweise verläuft die absolute Mehrheit dieser Erkrankungen mild, sodass die Zahl der schweren Verläufe, die eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erfordern, üblicherweise auf einem sehr niedrigen Niveau bleibt.

Infektionen über den Magen-Darm-Trakt und Schmierinfektionen

Magen-Darm-Infektionen breiten sich vor allem über den fäkal-oralen Weg oder direkte Schmierinfektionen aus. Zu den bekanntesten Vertretern dieser Kategorie gehören Noroviren, Rotaviren sowie bakterielle Erreger wie Salmonellen und Campylobacter-Enteritis. Diese Krankheiten zeichnen sich durch einen abrupten Beginn mit Symptomen wie akutem Erbrechen, heftigem Durchfall und starkem Flüssigkeitsverlust aus. Sie sind in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Pflegeheimen oder Krankenhäusern aufgrund ihrer extrem hohen Infektiosität besonders gefürchtet.

Die Ansteckungsgefahr bei diesen Erregern ist erstaunlich hoch und wird im Alltag oft unterschätzt. Bei Ausbrüchen von Magen-Darm-Erkrankungen in Krankenhäusern oder Altenheimen sind Noroviren für einen Großteil der Fälle verantwortlich. Schon eine minimale Anzahl von weniger als 20 Viruspartikeln reicht aus, um eine hochansteckende Infektion bei einer gesunden Person auszulösen.[3] Aus diesem Grund verbreiten sich diese Viren rasend schnell über Türgriffe, Handläufe oder verunreinigte Gegenstände, wenn die grundlegenden Hygienestandards nicht strikt eingehalten werden.

Welche Geschlechtskrankheiten gibt es und wie werden sie übertragen?

Sexuell übertragbare Infektionen werden primär durch ungeschützten Intimkontakt weitergegeben. Die liste übertragbare krankheiten umfasst bakterielle Infektionen wie Chlamydien, Gonorrhoe und Syphilis sowie virale Infekte wie HIV, Hepatitis B und humane Papillomviren. Ein großes Problem bei diesen Erkrankungen ist das ausgeprägte Schamgefühl, das Betroffene oft daran hindert, rechtzeitig medizinische Hilfe zu suchen. Zudem verlaufen viele dieser Infektionen über lange Zeiträume hinweg vollkommen symptomlos, wodurch sie unbemerkt an Intimpartner weitergegeben werden können.

Die statistischen Entwicklungen in diesem Bereich zeigen einen klaren Trend nach oben. Chlamydien gelten in der Medizin als die mit Abstand häufigste sexuell übertragbare bakterielle Erkrankung bei jungen Erwachsenen. Besonders tückisch ist dabei die klinische Realität: Rund 80 Prozent der Infektionen bei Frauen und etwa 50 Prozent bei Männern verlaufen komplett ohne spürbare Symptome.[4] Diese unbemerkten Infektionen können bei Frauen im schlimmsten Fall zu chronischen Entzündungen des Beckens und dauerhafter Unfruchtbarkeit führen, weshalb regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen unerlässlich sind.

Prävention und Schutz vor übertragbaren Krankheiten

Der wirksamste Schutz vor Infektionskrankheiten basiert auf einer Kombination aus alltäglichen Hygienemaßnahmen und medizinischer Vorsorge. Das regelmäßige und gründliche Waschen der Hände mit Seife für mindestens 20 Sekunden reduziert die Erregerlast auf der Haut drastisch und unterbricht Schmierinfektionen effektiv. Neben der Hygiene stellen Schutzimpfungen die wichtigste Säule der modernen Medizin dar, um schwere Krankheitsverläufe von vornherein zu verhindern und die Ausbreitung von Epidemien in der breiten Bevölkerung langfristig einzudämmen.

Hier gelange ich zu dem entscheidenden Faktor, den ich im Abschnitt über die Atemwege angekündigt habe: Die meisten Menschen glauben fälschlicherweise, dass die reine Kälte im Winter krank macht. Das ist ein Irrtum. Nicht das Sinken der Temperaturen ist der Hauptgrund für die Infektionswellen, sondern unser verändertes Verhalten. Wir halten uns in den kalten Monaten fast ausschließlich in geschlossenen Räumen auf, in denen die Luftfeuchtigkeit durch Heizungen extrem niedrig ist. Dies trocknet unsere Schleimhäute aus und macht es Aerosolen leicht, stundenlang in der Luft zu schweben. Regelmäßiges Stoßlüften ist daher im Winter oft wirksamer als eine dicke Jacke.

Die Wirkung von Impfungen lässt sich ebenfalls anhand konkreter Daten belegen. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission die jährliche Influenza-Impfung insbesondere für Personen über 60 Jahre, Schwangere und chronisch Kranke. Allerdings liegt die tatsächliche Impfquote in der Altersgruppe ab 60 Jahren derzeit bei lediglich rund 43 Prozent. [5] Damit wird das offizielle Ziel einer flächendeckenden Schutzwirkung von drei Vierteln der gefährdeten Bevölkerung deutlich verfehlt. Eine Erhöhung dieser Quote könnte Tausende schwere Krankenhausaufenthalte pro Saison verhindern.

Direkter Vergleich der Hauptübertragungswege

Je nach Art des Krankheitserregers unterscheidet sich der Weg in den menschlichen Körper grundlegend. Das Verständnis dieser Wege ist der Schlüssel zur richtigen Vorsorge.

Tröpfcheninfektion & Aerosole

  • Influenza (Grippe), Rhinoviren (Erkältung), COVID-19, RSV, Windpocken.
  • Regelmäßiges Stoßlüften, Abstand halten, das korrekte Tragen von Atemschutzmasken in Innenräumen.
  • Einatmen von winzigen Flüssigkeitspartikeln aus der Atemluft beim Sprechen, Husten oder Niesen.

Schmier- & Kontaktinfektion

  • Noroviren, Rotaviren, Salmonellen, Campylobacter, Lippenherpes.
  • Gründliches Händewaschen mit Seife, Verzicht auf das Berühren des Gesichts, Flächendesinfektion.
  • Direkte Berührung von Infizierten oder indirekter Kontakt über kontaminierte Oberflächen und Gegenstände.

Sexuelle Übertragung

  • Chlamydien, Gonorrhoe (Tripper), Syphilis, HIV, Hepatitis B.
  • Konsequente Nutzung von Kondomen sowie regelmäßige medizinische Screening-Untersuchungen.
  • Direkter Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten oder Schleimhäuten während intimer Handlungen.
Während Masken und Lüften effektiv vor Grippeviren schützen, versagen sie völlig bei Magen-Darm-Erregern, bei denen strikte Händehygiene entscheidend ist. Für einen umfassenden Schutz muss die Präventionsmaßnahme immer exakt auf den spezifischen Übertragungsweg des Erregers abgestimmt sein.

Infektionskette im Büro: Lukas und die Teeküche

Lukas, ein 34-jähriger Projektmanager in einer IT-Firma in München, schleppte sich trotz leichtem Unwohlsein und Frösteln zur Arbeit, da ein wichtiges Projekt fertiggestellt werden musste. In der gemeinsamen Kaffeeküche hustete er unbedacht in seine Hand und bediente direkt danach den Touchscreen des Kaffeevollautomaten.

Seine Kollegin Sabine nutzte kurz darauf denselben Automaten und rieb sich beim Lesen einer E-Mail flüchtig die Augen. Nach zwei Tagen lag die halbe Abteilung mit plötzlichem, hohem Fieber, Schüttelfrost und extremen Gliederschmerzen im Bett, was das gesamte Projekt lahmlegte.

Das Team realisierte schmerzhaft, dass das Ignorieren von Krankheitssymptomen im Beruf kein Pflichtbewusstsein ist, sondern das Risiko für alle massiv erhöht. Die Firma reagierte prompt und installierte sensorgesteuerte Desinfektionsspender direkt neben allen Küchengeräten.

Nach drei Wochen waren alle Mitarbeiter wieder vollständig genesen. Lukas hat aus diesem Vorfall gelernt und bleibt heute beim ersten Anzeichen eines grippalen Infekts konsequent im Homeoffice, um seine Kollegen im Großraumbüro zu schützen.

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Kann man sich auch über symptomlose Personen anstecken?

Ja, viele übertragbare Krankheiten können bereits in der Inkubationszeit weitergegeben werden, noch bevor der Betroffene selbst erste Anzeichen spürt. Bei Infektionen wie Chlamydien oder auch bestimmten Atemwegsviren verlaufen viele Erkrankungen sogar dauerhaft symptomlos, weshalb infizierte Personen den Erreger unbemerkt an andere Menschen übertragen können.

Was unterscheidet eine harmlose Erkältung von einer echten Grippe?

Eine normale Erkältung entwickelt sich meist schleichend über mehrere Tage mit Schnupfen und Halsschmerzen. Eine echte Influenza hingegen bricht abrupt innerhalb weniger Stunden aus und geht fast immer mit hohem Fieber über 38,5 Grad, trockenem Husten sowie schweren Kopf- und Gliederschmerzen einher.

Sind alle übertragbaren Krankheiten in Deutschland meldepflichtig?

Nein, eine gesetzliche Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz besteht nur für ausgewählte, besonders gefährliche oder hochansteckende Krankheiten. Ärzte und Labore müssen Fälle von schweren Infektionen wie Salmonellen, Hepatitis oder Tuberkulose an das zuständige Gesundheitsamt melden, damit Ausbrüche frühzeitig eingedämmt werden können.

Möchten Sie mehr über die Erreger erfahren? Lesen Sie unseren Ratgeber darüber, welche Infektionskrankheiten werden durch Viren verursacht.

Zusammenfassung des Artikels

Händehygiene ist der beste Schutz vor Schmierinfektionen

Das gründliche Waschen der Hände mit Seife für mindestens 20 Sekunden entfernt effektiv einen Großteil aller Krankheitserreger und unterbricht Übertragungsketten im Alltag.

Regelmäßiges Stoßlüften senkt die Aerosolkonzentration

In geschlossenen Räumen reichern sich Viren über die Atemluft an; ein mehrmaliges tägliches Lüften für 5 bis 10 Minuten tauscht die verbrauchte Luft aus.

Symptomlose Verläufe bei Geschlechtskrankheiten beachten

Da Infektionen wie Chlamydien bei bis zu 80 Prozent der Frauen ohne spürbare Beschwerden verlaufen, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt wichtig.

Die hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der gesundheitlichen Aufklärung und allgemeinen Weiterbildung. Sie ersetzen in keinem Fall eine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch einen qualifizierten Arzt. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Beschwerden, dem Verdacht auf eine Infektion oder Fragen zu Impfungen immer an einen Mediziner Ihres Vertrauens. Suchen Sie bei akuten oder schweren Symptomen umgehend ärztliche Hilfe auf.

Informationsquellen

  • [2] Edoc - Während einer gewöhnlichen Infektionswelle im Winter sind schätzungsweise bis zu 10 Prozent der gesamten Bevölkerung zeitgleich von einer akuten Atemwegsinfektion betroffen.
  • [3] Rki - Schon eine minimale Anzahl von weniger als 20 Viruspartikeln reicht aus, um eine hochansteckende Infektion bei einer gesunden Person auszulösen.
  • [4] Rki - Rund 80 Prozent der Infektionen bei Frauen und etwa 50 Prozent bei Männern verlaufen komplett ohne spürbare Symptome.
  • [5] Rki - Allerdings liegt die tatsächliche Impfquote in der Altersgruppe ab 60 Jahren derzeit bei lediglich rund 43 Prozent.