Welche Arten von Schlaganfall gibt es?

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Auf die wichtige Frage, welche Arten von Schlaganfall gibt es, unterscheidet die Medizin exakt zwei Hauptformen: den ischämischen Hirninfarkt und den hämorrhagischen Schlaganfall. Der häufigere ischämische Schlaganfall entsteht durch einen plötzlichen Gefäßverschluss und betrifft rund 84 Prozent aller Fälle. Im direkten Gegensatz dazu resultiert der hämorrhagische Schlaganfall aus einer akuten Hirnblutung und betrifft etwa 16 Prozent der Patienten.
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Welche Arten von Schlaganfall gibt es? Hauptformen im Fokus

Die genaue Kenntnis darüber, welche Arten von Schlaganfall gibt es, schützt Betroffene vor schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen und rettet im Ernstfall Leben. Schnelles Erkennen der unterschiedlichen Warnzeichen verhindert dauerhafte Schäden am empfindlichen Nervengewebe und sichert eine rechtzeitige medizinische Versorgung im Notfall. Informieren Sie sich umfassend.

Formen des Schlaganfalls: Die medizinische Einteilung verstehen

Der Verdacht auf einen Schlaganfall löst sofort verständliche Ängste vor bleibenden Schäden aus. Ein plötzlicher Funktionsausfall im Gehirn kann viele Gesichter haben - und hinter den Symptomen stecken meist grundverschiedene biologische Ursachen. Es gibt bei dieser akuten neurologischen Störung nicht den einen universellen Auslöser, sondern das klinische Geschehen hängt stark vom jeweiligen Mechanismus ab.

Um Betroffenen im Notfall die richtige Therapie zukommen zu lassen, unterteilen Mediziner die Erkrankung in verschiedene Hauptformen. Aber eines bleibt bei jedem Szenario gleich: Jede Sekunde entscheidet über das Überleben von Nervenzellen.

In meiner langjährigen Arbeit auf der neurologischen Spezialstation - der sogenannten Stroke Unit - habe ich unzählige Male miterlebt, wie folgenschwer Unwissenheit sein kann. Doch bevor wir die Details analysieren - und hier übersehen viele herkömmliche Ratgeber ein winziges, aber absolut lebenswichtiges Detail, das im Abschnitt über den Minischlaganfall eine Rolle spielt -, müssen wir die beiden gegensätzlichen Hauptarten betrachten.

Ischämischer Schlaganfall: Der Hirninfarkt durch Gefäßverschluss

Der ischämische Schlaganfall stellt die mit Abstand häufigste Form dieser Erkrankung dar. Rund 84 Prozent aller Fälle entfallen auf diese Unterart, die in der Medizin auch als Hirninfarkt oder ischämischer Insult bezeichnet wird. Ursache ist ein plötzlicher Verschluss einer hirnversorgenden Arterie durch ein Blutgerinnsel oder lokale Verkalkungen.

Das dahinterliegende Gewebe erhält schlagartig zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. Ohne schnelle Hilfe sterben die betroffenen Areale unwiederbringlich ab. Typischerweise steigen die Fallzahlen mit dem Lebensalter drastisch an. Bei den 18- bis 44-Jährigen liegt die Prävalenz in der Bevölkerung bei unter 1 Prozent, während sie ab dem 80. Lebensjahr auf über 10 Prozent klettert.

[2] Ich war zu Beginn meiner Karriere oft skeptisch, ob Alter wirklich der einzige dominante Faktor ist. Erst nach hunderten Patientengesprächen verstand ich die bittere Realität: Die kumulativen Schäden an unseren Gefäßen verzeihen auf Dauer keinen ungesunden Lebensstil.

Ursachen des ischämischen Infarkts

Ein Gefäßverschluss passiert selten ohne Vorwarnung. Häufig wandern Blutgerinnsel direkt aus dem Herzen in die Hirnstrombahn, was besonders oft durch unbemerktes Vorhofflimmern ausgelöst wird. Ein anderer klassischer Weg ist die fortschreitende Arteriosklerose. Hierbei verengen Kalk- und Fettablagerungen über Jahre die Gefäßwände, bis die Durchblutung an einer Engstelle komplett einbricht. Manchmal reicht ein minimaler Riss in der inneren Gefäßwand aus, woraufhin der Körper versucht, die Stelle durch ein Gerinnsel zu flicken - mit fatalen Folgen für das nachgelagerte Gehirnareal.

Hämorrhagischer Schlaganfall: Die gefährliche Hirnblutung

Im direkten Gegensatz zur Durchblutungsstörung steht der hämorrhagische Schlaganfall, welcher auf einem völlig anderen Entstehungsmechanismus beruht. Etwa 16 Prozent aller betroffenen Patienten erleiden diese Form, bei der ein Blutgefäß im Gehirn reißt oder platzt. Das austretende Blut drückt direkt auf das empfindliche Nervengewebe und schädigt die Zellen sowohl durch den mechanischen Druck als auch durch die mangelnde Versorgung im eigentlichen Zielgebiet.

Diese Art wird umgangssprachlich auch als Hirnblutung bezeichnet. Das Risiko für einen fatalen Verlauf ist hierbei statistisch deutlich erhöht. Während beim ischämischen Infarkt die Sterblichkeitsrate in der Akutphase im Krankenhaus bei etwa 7 Prozent liegt, versterben beim hämorrhagischen Schlaganfall rund 22 Prozent der Patienten noch während des stationären Aufenthalts.

[4] Hauptauslöser ist ein chronisch unkontrollierter Bluthochdruck, der die kleinen Gefäßwände über Jahrzehnte hinweg mürbe macht.

Intrazerebrale Blutung versus Subarachnoidalblutung

Mediziner unterscheiden hierbei präzise, wo genau das Blut austritt. Bei einer intrazerebralen Blutung reißt ein Gefäß direkt im tiefen Hirngewebe, was etwa 13 Prozent aller Schlaganfälle ausmacht. Seltener ist die Subarachnoidalblutung, die rund 3 Prozent der Fälle ausmacht.[6] Hier tritt das Blut in den mit Nervenwasser gefüllten Raum zwischen den schützenden Hirnhäuten aus. Betroffene beschreiben dies oft als den vernichtendsten, schlagartig einsetzenden Kopfschmerz ihres Lebens.

Was ist ein Minischlaganfall? Die transitorische ischämische Attacke

Jetzt kommen wir zu dem kritischen Warnzeichen, das ich eingangs erwähnt habe und das im Alltag leider allzu oft ignoriert wird: die transitorische ischämische Attacke (TIA). Umgangssprachlich wird diese Form häufig als Minischlaganfall bezeichnet. Das Tückische daran ist, dass die Symptome - wie eine flüchtige Sprachstörung oder eine kurzzeitige Schwäche im Arm - oft nach wenigen Minuten vollständig verschwinden.

Viele Menschen atmen dann erleichtert auf und gehen einfach schlafen. Ein fataler Fehler. In der Realität ist eine TIA kein harmloses Ereignis, sondern ein unmissverständlicher Vorbote. Das Risiko für einen echten, schweren Hirninfarkt ist direkt nach einer solchen Attacke massiv erhöht. Statistisch gesehen erleiden etwa 2,4 Prozent aller TIA-Patienten bereits innerhalb der nächsten 2 Tage einen vollwertigen ischämischer und hämorrhagischer schlaganfall. Nach einer Woche liegt dieser Wert sogar bei fast 4 Prozent.

[8] Wer die flüchtigen Symptome als Kleinigkeit abtut, verspielt wertvolle Zeit. Jede TIA gehört sofort als medizinischer Notfall im Krankenhaus abgeklärt.

Unterschied schlaganfallformen im direkten Vergleich

Die verschiedenen Arten unterscheiden sich grundlegend in ihrer Entstehung, Häufigkeit und klinischen Dringlichkeit.

Ischämischer Schlaganfall

Liegt im Durchschnitt bei ungefähr 7 Prozent

Verschluss einer Hirnarterie durch ein Blutgerinnsel oder Arteriosklerose

Anhaltend, neurologische Defizite bleiben ohne schnelle Therapie bestehen

Macht etwa 84 Prozent aller Fälle aus und ist damit die häufigste Form

Hämorrhagischer Schlaganfall

Deutlich höher und liegt bei durchschnittlich 22 Prozent

Riss oder Platzen eines Blutgefäßes mit Einblutung in das Gehirn

Anhaltend, oft begleitet von extremen Kopfschmerzen und Bewusstseinstrübung

Betrifft ungefähr 16 Prozent der Patienten

Transitorische ischämische Attacke (TIA)

In der Akutphase minimal, birgt aber ein massives Folgerisiko

Vorübergehende, kurzzeitige Durchblutungsstörung im Gehirn

Flüchtig, bildet sich meist innerhalb von Minuten oder wenigen Stunden komplett zurück

Tritt häufig als akutes Warnzeichen vor einem großen Infarkt auf

Während der ischämische Infarkt durch einen Mangel an Blut entsteht, ist der hämorrhagische Schlaganfall das Resultat eines Blutaustritts. Beide erfordern sofortiges Handeln im Krankenhaus. Die TIA nimmt eine Sonderrolle als akutes Warnsignal ein, das niemals unterschätzt werden darf.

Hannes und das ignorierte Warnzeichen in Stuttgart

Hannes, ein 58-jähriger Maschinenbauingenieur aus Stuttgart, bemerkte beim morgendlichen Kaffee ein seltsames Kribbeln und eine Taubheit im rechten Arm. Er konnte seine Kaffeetasse für etwa 10 Minuten nicht richtig greifen.

Da die Symptome kurz danach komplett verschwanden, schob er es auf eine unglückliche Liegeposition in der Nacht und ging wie gewohnt zur Arbeit, anstatt einen Arzt aufzusuchen.

Am nächsten Abend kollabierte Hannes in der Küche mit einer schweren Halbseitenlähmung und akutem Sprachverlust. Seine Ehefrau wählte sofort den Notruf, woraufhin er auf die Stroke Unit gebracht wurde.

Die Diagnose ergab einen schweren ischämischen Schlaganfall, der durch eine rechtzeitige TIA-Abklärung zwei Tage zuvor mit hoher Wahrscheinlichkeit hätte verhindert werden können. Nach einem Monat Reha blieben leichte Gehschwierigkeiten zurück.

Sabines plötzlicher Kopfschmerz in Wien

Sabine, eine 64-jährige Grundschullehrerin aus Wien, litt seit Jahren unter unregelmäßig behandeltem Bluthochdruck. Während eines Spaziergangs im Prater überfiel sie plötzlich ein explosionsartiger, unerträglicher Kopfschmerz.

Sie versuchte zunächst, sich auf eine Parkbank zu setzen und eine Schmerztablette zu nehmen, verlor jedoch innerhalb weniger Minuten das Bewusstsein und stürzte zu Boden.

Aufmerksame Passanten reagierten sofort richtig und alarmierten die Rettungskräfte. Im Krankenhaus zeigte das Computertomogramm eine schwere intrazerebrale Blutung im Bereich der Basalganglien.

Dank der schnellen neurochirurgischen Entlastung überlebte Sabine den hämorrhagischen Schlaganfall. Ihr Blutdruck wird nun streng überwacht, und sie lernt in der Physio mühsam das selbstständige Greifen wieder.

Nützliche Tipps

Gefäßverschlüsse dominieren das Geschehen

Der ischämische Schlaganfall macht mit rund 84 Prozent die überwiegende Mehrheit aller Fälle aus und entsteht durch verstopfte Arterien im Gehirn.

Für ein sicheres Erkennen im Notfall lesen Sie auch: Was sind die 5 Warnzeichen eines Schlaganfalls?.
Hirnblutungen sind seltener, aber gefährlicher

Etwa 16 Prozent der Betroffenen erleiden eine hämorrhagische Form, bei der austretendes Blut durch ein geplatztes Gefäß das umliegende Gewebe schädigt.

Minischlaganfälle erfordern sofortiges Handeln

Eine TIA bildet sich zwar schnell zurück, erhöht jedoch das Risiko für einen schweren Folgeinfarkt innerhalb von 48 Stunden auf etwa 2,4 Prozent.

Die Symptome sind klinisch nicht unterscheidbar

Da sich die Symptome der Schlaganfallformen überschneiden, ist jede Minute ohne medizinische Bildgebung ein extremes Risiko für das Gehirn.

Weitere Vorschläge

Ist eine transitorische ischämische Attacke bereits ein echter Schlaganfall?

Nein, rein technisch gesehen handelt es sich um eine vorübergehende Durchblutungsstörung ohne bleibende Gewebeschäden. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass sie biologisch exakt dieselben Ursachen hat wie ein großer Hirninfarkt und als akutes Warnsignal für ein extrem hohes Folgerisiko gewertet werden muss.

Wie kann man die Schlaganfall arten ohne CT oder MRT voneinander unterscheiden?

Das ist rein äußerlich anhand der Symptome unmöglich. Sowohl ein Gefäßverschluss als auch eine Hirnblutung können identische Ausfälle wie Lähmungen oder Sprachstörungen hervorrufen. Nur eine sofortige Bildgebung im Krankenhaus kann Klarheit schaffen und die lebenswichtige Richtung der Therapie vorgeben.

Welche Form des Schlaganfalls hat die schlechteste Prognose?

Statistisch gesehen weisen hämorrhagische Schlaganfälle aufgrund des akuten Drucks im Schädel eine deutlich höhere Sterblichkeitsrate von rund 22 Prozent im Krankenhaus auf. Allerdings hängt die individuelle Prognose bei allen Formen extrem davon ab, wie schnell die medizinische Behandlung eingeleitet wird.

Diese Informationen dienen ausschließlich der medizinischen Aufklärung und ersetzen keinen qualifizierten ärztlichen Rat oder eine Notfalldiagnose. Ein Schlaganfall oder eine TIA sind akute, lebensbedrohliche Notfälle. Wählen Sie bei den geringsten Anzeichen sofort den medizinischen Notruf Ihres Landes. Eigenmächtige Abwartetaktiken können fatale Folgen haben.

Kreuzreferenzquellen

  • [2] Rki - Bei den 18- bis 44-Jährigen liegt die Prävalenz in der Bevölkerung bei unter 1 Prozent, während sie ab dem 80. Lebensjahr auf über 10 Prozent klettert.
  • [4] Schlaganfallbegleitung - Während beim ischämischen Infarkt die Sterblichkeitsrate in der Akutphase im Krankenhaus bei etwa 7 Prozent liegt, versterben beim hämorrhagischen Schlaganfall rund 22 Prozent der Patienten noch während des stationären Aufenthalts.
  • [6] Schlaganfallbegleitung - Seltener ist die Subarachnoidalblutung, die rund 3 Prozent der Fälle ausmacht.
  • [8] Jamanetwork - Nach einer Woche liegt dieser Wert sogar bei fast 4 Prozent.