Was bewirkt kalkhaltiges Wasser im Körper?

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Hartes Leitungswasser deckt den täglichen Bedarf an Calcium und Magnesium nur überschaubar, da Erwachsene rund 1000 Milligramm Calcium und bis zu 400 Milligramm Magnesium benötigen. was bewirkt kalkhaltiges wasser im körper zeigt vor allem bei empfindlicher Haut oder Vorerkrankungen wie Neurodermitis deutliche Effekte. Säuglinge in Regionen mit hoher Wasserhärte weisen ein um bis zu 87 Prozent erhöhtes Risiko für Ekzeme auf, weil der erhöhte pH-Wert den Säureschutzmantel schwächt.
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was bewirkt kalkhaltiges wasser im körper bei Neurodermitis

Erfahren Sie, was bewirkt kalkhaltiges wasser im körper und wie sich harte Wasserwerte auf empfindliche Haut sowie den täglichen Mineralstoffbedarf auswirken. Informieren Sie sich über die wissenschaftlich belegten Reaktionen und schützen Sie Ihre Haut vor gesundheitlichen Risiken.

Was bewirkt kalkhaltiges Wasser im Körper?

Kalkhaltiges Wasser ist für den menschlichen Körper absolut unbedenklich und entgegen hartnäckiger Mythen sogar gesund. Die Auswirkungen auf unseren Organismus können jedoch je nach innerer oder äußerer Anwendung völlig unterschiedlich ausfallen.
Während die im Wasser gelösten Mineralstoffe Herz und Knochen guttun, fordert die kalkige Beschaffenheit beim Duschen oft einen Tribut von unserer Hautbarriere.

Die Annahme, dass hartes Leitungswasser schädlich ist, beruht meist auf einem Denkfehler: Weil Kaffeemaschinen und Rohrleitungen verstopfen, projizieren wir dieses Bild auf unsere Adern. Aber unser biologisches System funktioniert grundlegend anders als ein Haushaltsgerät.
Der Körper filtert, verarbeitet und scheidet Überschüsse präzise aus, statt sie einfach abzulagern. Schauen wir uns die echten Mechanismen genauer an.

Die innere Wirkung: Was passiert beim Trinken von hartem Wasser?

Beim Trinken entfaltet kalkhaltiges Wasser eine rein positive Wirkung, da es als natürlicher Nährstofflieferant fungiert. Der sogenannte Kalk besteht im Wesentlichen aus Calcium und Magnesium - zwei essenziellen Mineralstoffen, die für den Knochenaufbau, die Zahngesundheit und die Muskelfunktion unentbehrlich sind.
Unser Verdauungstrakt spaltet diese Verbindungen auf und schleust sie direkt in die Blutbahn.

Ein weit verbreiteter Irrglaube besagt, dass kalkhaltiges wasser trinken nieren schädigt oder zu Arterienverkalkung führt. Das ist medizinisch widerlegt.

Arteriosklerose entsteht durch komplexe Entzündungen und Fettablagerungen in den Gefäßwänden, nicht durch Kalk aus dem Wasserhahn. Gesunde Nieren filtern überschüssiges Calcium problemlos aus dem Blut und scheiden es über den Urin aus. Eine übermäßige Mineralstoffanreicherung findet bei gesunden Menschen durch normales Leitungswasser schlichtweg nicht statt.

Der Beitrag zur Deckung des täglichen Bedarfs ist zwar vorhanden, aber überschaubar. Erwachsene benötigen etwa 1000 Milligramm Calcium und bis zu 400 Milligramm Magnesium pro Tag.[1] Hartes Leitungswasser enthält in der Regel zwischen 80 und über 100 Milligramm Calcium pro Liter.

Um den Bedarf ausschließlich über Wasser zu decken, müsste man über 10 Liter täglich trinken. Die primäre Versorgung erfolgt daher immer über eine ausgewogene Ernährung.

Die äußere Wirkung: Wie reagieren Haut und Haare beim Duschen?

Während hartes Wasser im Körperinneren punktet, verursacht es äußerlich oft kosmetische Unannehmlichkeiten. Beim Duschen oder Händewaschen verbinden sich die Calcium- und Magnesiumionen mit den waschaktiven Substanzen von Seifen und Shampoos.
Es entsteht sogenannte Kalkseife, die sich wie ein unsichtbarer, minimaler Film auf die Haut und das Haar legt.

Dieser Film destabilisiert die natürliche Hautbarriere und entzieht ihr Feuchtigkeit. Das Resultat ist ein trockenes, juckendes oder spannendes Hautgefühl nach dem Baden.
Auch die Haare leiden unter der kalkigen Schicht: Sie verlieren ihren Glanz, fühlen sich strohig, spröde oder stumpf an und lassen sich nach dem Waschen deutlich schwerer kämmen.

Besonders Menschen mit empfindlicher Haut oder Vorerkrankungen wie Neurodermitis reagieren stark auf sehr kalkhaltiges Wasser. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen hier ein klares Bild.

Säuglinge, die in Regionen mit hoher Wasserhärte aufwachsen, haben ein um bis zu 87 Prozent erhöhtes Risiko, in den ersten Lebensmonaten ein Ekzem oder Neurodermitis zu entwickeln.[2] Der erhöhte pH-Wert des kalkhaltigen Wassers schwächt den Säureschutzmantel der Haut und macht sie anfälliger für Reizungen und Allergene.

Ist ein Wasserfilter aus gesundheitlichen Gründen notwendig?

Reine Geschmackssache. Aus medizinischer Sicht gibt es für gesunde Menschen keinerlei Notwendigkeit, das Trinkwasser aufgrund seines Kalkgehalts zu filtern.
Die im Wasser gelösten Mineralien sind von Natur aus von hoher Qualität und besitzen eine gute Bioverfügbarkeit. Wer das Wasser filtert, entzieht ihm oft genau diese wertvollen Nährstoffe.

Ich war anfangs selbst skeptisch. In meiner ersten Wohnung in einer Region mit extrem hartem Wasser kaufte ich sofort einen Tischfilter, weil ich dachte, das Wasser sei ungesund.

Nach einigen Monaten intensiver Recherche und Gesprächen mit Fachleuten begriff ich meinen Irrtum: Der Filter war für meine Gesundheit völlig überflüssig. Er veränderte lediglich den Geschmack meines Kaffees und schützte meinen Wasserkocher. Letztlich habe ich den Filter wieder abgeschafft.

Sinnvoll sind Filtersysteme oder Enthärtungsanlagen primär dann, wenn es um den Schutz von Haushaltsgeräten oder um extrem empfindliche Haut geht.
Wer unter chronisch trockener Haut leidet, bemerkt nach dem Einbau einer Enthärtungsanlage oft eine deutliche Linderung des Juckreizes. Für die innere Gesundheit bleibt unbehandeltes, hartes Leitungswasser jedoch ein optimales und kostengünstiges Lebensmittel.

Wasserhärte und die Auswirkungen im Überblick

Die Konzentration von Calcium und Magnesium bestimmt, ob Wasser als weich oder hart eingestuft wird. Beide Ausprägungen haben spezifische Vor- und Nachteile für den Alltag und den menschlichen Körper.

Weiches Wasser (< 8,4 Grad deutscher Härte)

Keine Kalkablagerungen in Wasserkochern, Waschmaschinen oder Kaffeemaschinen

Wird oft als sanft empfunden, ideal für die Aromaentfaltung von Tee und Kaffee

Liefert kaum nennenswerte Mengen an Calcium und Magnesium für den Körper

Sehr schonend zur Hautbarriere, Haare bleiben weich und leicht kämmbar

Hartes Wasser (> 14 Grad deutscher Härte) ⭐

Führt ohne Pflege zu hartnäckigen Kalkkrusten und erhöhtem Reinigungsaufwand

Schmeckt durch den hohen Mineralgehalt oft kräftiger, frischer und charaktervoller

Unterstützt als natürlicher Nährstofflieferant die tägliche Mineralstoffzufuhr

Kann zu trockener, juckender Haut führen und Haare spröde wirken lassen

Für die rein körperliche Gesundheit ist hartes Wasser aufgrund seines Mineralreichtums der klare Favorit. Wer jedoch primär seine empfindliche Haut schonen oder den Verschleiß von Haushaltsgeräten minimieren möchte, profitiert im Alltag von weicherem Wasser.

Hautprobleme durch Umzug: Sabines Kampf mit dem neuen Leitungswasser

Sabine, eine 34-jährige Grundschullehrerin aus Köln, zog berufsbedingt in eine Region mit sehr kalkhaltigem Leitungswasser. Schon nach drei Wochen bemerkte sie eine drastische Veränderung: Ihre Haut im Gesicht spannte unerträglich, rötete sich nach dem Waschen und juckte am ganzen Körper.

Aus Sorge vor einer schlimmen Allergie kaufte sie teure Spezialcremes und duschte noch häufiger, um vermeintliche Rückstände abzuwaschen. Doch der Zustand verschlimmerte sich nur - ihre Kopfhaut fing an zu schuppen und ihre Haare fühlten sich strohig an.

Der Durchbruch kam bei einem Arztbesuch. Ihr Dermatologe erklärte ihr, dass das häufige Duschen mit dem extrem harten Wasser ihre Hautbarriere komplett ausgetrocknet hatte. Er riet ihr, die Duschfrequenz zu reduzieren und rückfettende Reinigungsprodukte zu nutzen.

Sabine stellte ihre Routine um, wusch ihr Gesicht nur noch mit abgekochtem Wasser und installierte einen Duschkopf-Filter. Innerhalb von vier Wochen regenerierte sich ihre Haut spürbar, das juckende Gefühl verschwand fast vollständig und ihre Haare bekamen ihren alten Glanz zurück.

Das wichtigste Ergebnis

Kalk ist reiner Mineralstoff

Kalk im Trinkwasser besteht aus Calcium und Magnesium, welche für Knochen und Muskeln absolut gesund und ungiftig sind.

Keine Gefahr für Gefäße und Organe

Hartes Wasser verursacht weder eine Arterienverkalkung noch Nierensteine bei gesunden Menschen.

Hautbarriere benötigt Schutz

Beim Duschen trocknet kalkhaltiges Wasser Haut und Haare aus. Milde Pflege und saure Spülungen schaffen hier wirksam Abhilfe.

Ausnahmen

Kann man von kalkhaltigem Wasser Nierensteine bekommen?

Nein, bei gesunden Menschen verursacht das Trinken von kalkhaltigem Wasser keine Nierensteine. Die Nieren filtern überschüssiges Calcium problemlos heraus und scheiden es über den Urin aus. Nur Personen mit schweren, bestehenden Nierenerkrankungen sollten ihre allgemeine Mineralstoffzufuhr vorab ärztlich abstimmen.

Verkalken die Adern, wenn ich täglich Leitungswasser trinke?

Das ist ein reiner Mythos. Die umgangssprachliche Arterienverkalkung (Arteriosklerose) wird durch Entzündungsprozesse, erhöhte Blutfettwerte und genetische Faktoren in den Gefäßwänden ausgelöst. Der Kalk aus dem Trinkwasser gelangt über den Magen-Darm-Trakt in den Stoffwechsel und lagert sich nicht in den Blutbahnen ab.

Wie reinigt man Haut und Haare am besten bei hartem Wasser?

Verwenden Sie milde, seifenfreie Reinigungsprodukte (Syndets) und spülen Sie Ihr Haar nach dem Waschen mit einer sogenannten sauren Rinse aus einem Liter Wasser und einem Esslöffel Apfelessig. Dies neutralisiert die alkalischen Kalkrückstände, schließt die Schuppenschicht der Haare und schont den Säureschutzmantel der Haut.

Wenn Sie sich für die Funktionen Ihres Organismus interessieren, erfahren Sie auch: Welches Mineralwasser enthält wenig Calcium?

Diese Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung. Individuelle gesundheitliche Voraussetzungen können stark variieren. Bei bestehenden Nierenerkrankungen oder chronischen Hautproblemen sollte die Mineralstoffaufnahme oder Hautpflege stets mit einem qualifizierten Arzt abgestimmt werden.

Zitate

  • [1] Dge - Erwachsene benötigen etwa 1000 Milligramm Calcium und bis zu 400 Milligramm Magnesium pro Tag.
  • [2] Apotheken - Säuglinge, die in Regionen mit hoher Wasserhärte aufwachsen, haben ein um bis zu 87 Prozent erhöhtes Risiko, in den ersten Lebensmonaten ein Ekzem oder Neurodermitis zu entwickeln.