Wann wurde das SZ abgeschafft?

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wann wurde das sz abgeschafft ist eine falsche Annahme, da der Buchstabe Eszett in Deutschland, Österreich und weiteren deutschsprachigen Ländern niemals vollständig abgeschafft wurde. Die Reform von 1996 hat lediglich die Regeln für die Verwendung von ss und sz nach Kurzvokalen neu geregelt. In der Schweiz und in Liechtenstein wurde das scharfe S dagegen bereits früher im Jahr 1938 offiziell abgeschafft.
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wann wurde das sz abgeschafft? Fakten zur Reform

Viele Menschen fragen sich beim Thema wann wurde das sz abgeschafft, ob der bekannte Buchstabe im Zuge historischer Rechtschreibreformen komplett verschwunden ist. Ein Blick auf die sprachliche Entwicklung verdeutlicht die tatsächlichen Regelungen in den verschiedenen Regionen ohne unklare Missverständnisse.

Die kurze Antwort: Lebt das Eszett noch?

Das ß (Eszett) wurde in Deutschland nie abgeschafft. Die Rechtschreibreform von 1996 hat lediglich die Regeln angepasst: Nach kurzen Vokalen schreibt man heute ss, nach langen Vokalen und Diphthongen bleibt das ß erhalten. In der Schweiz hingegen ist der Buchstabe tatsächlich komplett aus dem Alltag verschwunden.

Aber es gibt ein überraschendes Detail zur Großschreibung, das die meisten Menschen völlig übersehen - ich werde es im Abschnitt über die Neuerungen ab 2017 genauer erklären.

Seien wir ehrlich: Als die Reform eingeführt wurde, war das Chaos auf den Schreibtischen perfekt. Im Jahr 1997 waren lediglich 10 Prozent der deutschen Bevölkerung für die neuen Rechtschreibregeln, während 70 Prozent sie strikt ablehnten. Viele dachten damals fälschlicherweise, das Eszett sei komplett gestrichen worden. Warum? Weil extrem häufige Wörter wie daß oder muss plötzlich anders aussahen. Ich erinnere mich noch gut an meine eigenen Diktate damals - die zahllosen roten Korrekturstriche meines Lehrers waren ungemein frustrierend.

Die Heysesche s-Schreibung: Wann nutzen wir ss oder ß?

Die heutige Regelung ist eigentlich erstaunlich logisch. Sie orientiert sich ausschließlich an der Länge des Vokals, der vor dem s-Laut steht. Ganz einfach.

Kurzer Vokal: Wird der Selbstlaut kurz gesprochen, folgt ein ss (Beispiele: Fluss, Kuss, nass). Langer Vokal: Zieht man den Selbstlaut in die Länge, steht ein ß (Beispiele: Fuß, Maß, Straße). Diphthonge: Nach Doppelvokalen wie ei, au oder eu kommt immer ein ß (Beispiele: beißen, draußen).

Warum die neue Regel besser ist als ihr Ruf

Viele Menschen glauben bis heute, die Reform habe die deutsche Sprache unnötig verkompliziert. Ich sehe das anders. Die neue Regelung ist der alten haushoch überlegen. Vor 1996 mussten wir uns mit der unlogischen Adelungschen Regel herumschlagen. Diese verbot das ss am Wortende strikt. Deshalb schrieb man damals der Fluß, aber im Plural die Flüsse. Das machte das Erlernen der Rechtschreibung für Kinder zur Qual. Heute bleibt der Wortstamm optisch erhalten. Wenn ein Wort im Infinitiv kurz gesprochen wird, bleibt das eszett durch ss ersetzt.

Der Schweizer Sonderweg: Das Ende des Eszetts

Warum gibt es in der Schweiz kein Eszett? Die Antwort hat weniger mit Linguistik zu tun als vielmehr mit reiner Mechanik.

Der Kanton Zürich schaffte das Eszett in den Volksschulen bereits am 1. Januar 1938 ab. Andere Kantone zogen schnell nach. Der Hauptgrund waren die damals aufkommenden Schreibmaschinen. Die Schweiz brauchte aufgrund ihrer Vielsprachigkeit Platz auf der Standardtastatur für französische Akzente wie das é, à und è. Das ß - ohnehin nur in der deutschen Sprache genutzt - musste schlichtweg weichen. Im Jahr 1974 stellte die Neue Zürcher Zeitung als letzte große Schweizer Tageszeitung ihre Schreibweise endgültig um.

Als ich vor ein paar Jahren geschäftlich in Bern war, suchte ich auf dem Smartphone nach der Spitalgaße. Nichts. Ein Irrtum. In der Schweiz wird das Doppel-s konsequent überall verwendet, auch nach langen Vokalen. Das System ist radikal, aber absolut fehlerfrei in der Anwendung.

Die Rückkehr als Großbuchstabe: Das große ẞ

Hier ist das überraschende Detail, das ich vorhin in der Einleitung erwähnt habe: Während das kleine Eszett seit 1996 seltener wurde, bekam das deutsche Alphabet 2017 tatsächlich Zuwachs. Das große Eszett (ẞ) wurde am 29. Juni 2017 offiziell in die amtliche eszett rechtschreibreform 1996 aufgenommen.

Der Grund dafür ist extrem praxisnah. Wenn Sie sich jemals gefragt haben, wie man auf einem Dokument, auf dem nur in Blockschrift geschrieben wird, das Wort Gießen rechtssicher darstellt, kennen Sie das Problem. Hieß jemand mit Nachnamen Weiß, stand im Pass oft zwingend WEISS. Das führte bei Grenzkontrollen, Visa-Anträgen oder Bankgeschäften regelmäßig zu massiven Identitätsproblemen. Weiss ist rechtlich gesehen ein völlig anderer Nachname. Jahrelang behalf man sich mit Notlösungen. Heute löst das große ẞ dieses Problem elegant.

Die Schreibweisen im direkten Vergleich

Je nachdem, in welchem Jahr Sie zur Schule gegangen sind oder in welchem deutschsprachigen Land Sie leben, gelten unterschiedliche Regeln für den s-Laut.

Traditionelle Rechtschreibung (vor 1996)

• Zwingend "ß" vor weiteren Konsonanten (z. B. er wußte)

• Beibehaltung von "ß" (z. B. die Straße)

• Grundsätzlich "ß" am Wortende, auch nach kurzen Vokalen (z. B. der Fluß)

Reformierte Rechtschreibung (seit 1996, DE/AT) ⭐

• Das Stammprinzip gilt, kurzes Vokal bleibt "ss" (z. B. er wusste)

• Nach langen Vokalen und Doppelvokalen zwingend "ß" (z. B. die Straße)

• Nach kurzen Vokalen immer "ss" (z. B. der Fluss)

Schweizer Standard

• Ausschließlich "ss" (z. B. er wusste)

• Ebenfalls "ss", keine Ausnahmen (z. B. die Strasse)

• Ausschließlich "ss" (z. B. der Fluss)

Für die tägliche Kommunikation in Deutschland und Österreich ist die reformierte Schreibweise heute der fehlerfreie Standard. Wer internationale Texte für die Schweiz verfasst, muss sich allerdings konsequent umgewöhnen und das Eszett komplett von der Tastatur verbannen.

Design-Krise bei der Straßenschild-Produktion

Markus, ein 34-jähriger Grafikdesigner aus München, bekam den Auftrag, neue Straßenschilder für ein historisches Viertel zu gestalten. Die strikte Vorgabe der Stadtverwaltung war simpel: Alle Straßennamen mussten zwingend in Großbuchstaben gesetzt werden.

Er tippte MEISSNER STRASSE in sein Gestaltungsprogramm ein. Am nächsten Tag rief das Bauamt wütend an - der Name Meißner sei ein geschützter Eigenname und dürfe rechtlich auf keinen Fall mit SS verfälscht werden. Markus war frustriert. Er verbrachte über eine Stunde damit, manuell ein kleines ß in die Großbuchstaben hineinzuskalieren, was typografisch einfach furchtbar aussah.

Spät abends stieß er in einem Typografie-Forum auf die rettende Lösung: Moderne Betriebssysteme unterstützen das große Eszett nativ. Mit einer simplen Tastenkombination (Alt Gr + Shift + ß) erschien plötzlich das perfekte ẞ auf seinem Bildschirm.

Die Schilder mit der Aufschrift MEIẞNER STRAẞE wurden fehlerfrei produziert und sofort abgenommen. Markus sparte sich nicht nur den Ärger einer kompletten Neukonstruktion, sondern lernte an diesem Tag, dass Typografie sich stetig weiterentwickelt.

Die wichtigsten Dinge

Das Eszett lebt weiter

Die Rechtschreibreform von 1996 hat den Buchstaben nicht abgeschafft, sondern lediglich logischer strukturiert.

Die Vokallänge ist entscheidend

Sprechen Sie den Vokal kurz, nutzen Sie 'ss' (Kuss). Sprechen Sie ihn lang, greifen Sie zum 'ß' (Fuß).

Großes Eszett für Dokumente

Seit 2017 gibt es das große ẞ offiziell, um rechtliche Probleme bei Nachnamen in Blockschrift zu vermeiden.

Weiterführende Lektüre

Warum gibt es kein SZ in der Schweiz?

Die Schweiz schaffte das Eszett ab, weil die Schreibmaschinen-Tastaturen zwingend Platz für die französischen Akzente wie é, à und è benötigten. Da das Land mehrsprachig ist, wurde der deutsche Sonderbuchstabe zugunsten des Doppel-s ausgemustert.

Wenn Sie sich für Sprachen interessieren, erfahren Sie hier Welches Mineralwasser hat am meisten Lithium in der Schweiz?

Wird das Wort 'dass' heute mit ss oder ß geschrieben?

Die Konjunktion (das Bindewort) 'dass' wird seit der Reform immer mit 'ss' geschrieben. Die alte Schreibweise 'daß' ist heute offiziell ein Rechtschreibfehler. Das Demonstrativpronomen 'das' behält natürlich sein einfaches s.

Kann man das ß einfach immer durch ss ersetzen?

In Deutschland und Österreich ist das nicht erlaubt. Ein 'ss' nach einem langen Vokal (wie in Strasse) gilt hier als Fehler. Nur in der Schweiz und in Liechtenstein ist die generelle Ersetzung durch 'ss' die einzig richtige Schreibweise.